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Iberotel Dahabeya - Sub Aqua Dive Center
Oktober 2012

.Küste des Sinai bei Dahab

Anreise
Vom 18.10. bis 25. 10.2012 waren wir mit fünf Personen, drei Erwachsene und zwei Kleinkinder (3 und 1 Jahr), im Iberotel Dahabeya am südlichen Rand von Dahab.
Da wir bequem alles in den erlaubten 20 kg/Person unterbrachten, deklarierten wir kein Tauchgepäck. Meinen Nemrod-Blechtopf wollte man  sehen und auf Sprengstoff testen, aber alles im netten Rahmen.
Condor schaukelte uns in 4h von Frankfurt/Main nach Sharm El Sheik, alles normal für Touristenklasse. Die Versorgung mit Getränken und Essen war aber nicht so gut wie unlängst bei Air Berlin.
Der Kinderanteil im vollen Flieger war erstaunlich hoch. Putzigerweise erregten sich vor allem die meistgeschminkten und -gepiercten mitteljungen Damen, die dringend demnächst gebären müssten, über die lebhafte Atmosphäre und belästigten die Crew mit dem Anliegen, für Ruhe zu sorgen ;-)).
Der Flughafen Sharm kam mir etwas weniger chaotisch als früher vor. Ein Visum für 25 Euro/Person konnte man beim Reiseveranstalter oder am Bankschalter erwerben. Wir wussten aber, dass kein Visum erforderlich ist, wenn man nur auf dem Sinai oberhalb Sharm bleibt (Sinai only) und sparten so schon mal 125 Euro. Man bekommt dann nur den Einreisestempel.
Nach Dahab hat man etwa 1h Autotransfer. Das kann man normalerweise mit dem Taxi machen. Da die Verhältnisse auf dem Sinai etwas undurchsichtig schienen und wir mit kleinen Kindern unterwegs waren, hatten wir bei VTOURS den Transfer vorgebucht (5 Personen für 90 Euro), auch um eventuelle Probleme an Kontrollstellen zu umgehen. Aber wie man's macht, macht man's verkehrt. An der ersten Kontrolle mussten wir umkehren und zur Touristenpolizei zurück. Man hatte irgendeinen Stempel vergessen, 1 h Wartezeit. Sie haben sich aber mit einer kostenlosen Glasbodenboot-Fahrt entschuldigt, akzeptabel.
Beim Rücktransfer standen dann schon Soldaten mit Kalasch an den Kontrollstellen in Richtung Dahab, und es gab lange Warteschlangen
Hotel
Unser Iberotel Dahabeya liegt direkt am Strand, als letztes in der Reihe südlich von Dahab und bietet so einen schönen Blick in die Gebirge des Sinai. Es wurde 2004 dreizügig mit zweistöckigen Gebäuden erbaut. Der erste Innenhof hat das Restaurant und eine Poollandschaft, offen zum Strand.
Im zweiten parallelen Innenhof ist ein hübscher Park mit kleiner Bühne für Veranstaltungen. Alles ist schön begrünt und gepflegt. Für Kinder gibt's eine eigene Animation und betreute Spielplätze. Etwas lautere Animation war nur gelegentlich am Pool, der man problemlos ausweichen konnte. Die Hotelanlage geht nahtlos in den Strand über. Da das Hotel an einer Sandbucht liegt, ist das Baden für Kinder optimal, für Schnorchler nicht so. Aber für einige Nachtschnorcheleien haben die paar Korallennester auch gereicht.
Wir hatten ein sog. Familienzimmer, in dem die Betten der Kinder etwas abgetrennt standen (Babybett vorhanden), und waren damit zufrieden. Obwohl einmal am Tag die chemische Keule geschwungen wurde, sollte man Mückenschutz und -tötulin dabei haben.

Zur Verpflegung war Halbpension und All Inclusive möglich. Wir hatten Ersteres, ich würde aber doch AI empfehlen. Man hat damit auch die relativ teueren Getränke kostenlos und kann am späten Nachmittag einen Snack nehmen, da es Abendessen erst ab 19 Uhr gab (dunkel ab 17.30 Uhr). Bei HP gibt's nicht mal Preislisten für Getränke und Snacks.
Das Essen im Restaurant war immer ausreichend, schmackhaft und vielfältig, enthielt auch viele Elemente aus arabischer Küche.
Leider gab's auch einige Durchfallerkrankungen, die mit einheimischen Medikamenten (sehr teuer in der Apotheke um die Ecke) aber schnell kuriert werden konnten.

von der Hotelterrasse in die Umgebung
2. Innenhof des Dahabeya

Handtuch-Figur der Zimmer-JungsDie Jungs im Restaurant waren bemüht,  aber wohl nur flüchtig geschult und schnell überfordert (Rotwein für 35 Euro/Flasche aus Zahnputzgläsern). Für ein Ferienhotel kann man das akzeptieren (wenn die Preise dazu passen).

Insgesamt ein Hotel, in das man mit kleineren Kindern gehen kann.

Swimming Pool des Dahabeya
Es waren übrigens viele Familien mit Kindern da, russische, deutsche, englische, französische...
Am Strand, am Pool, im Restaurant, am Büffet herrschte eine angenehme Atmosphäre, man vertrug sich problemlos.

Sub Aqua Basis am HotelstrandTauchen
Zum Tauchen lässt sich leider nicht so Positives sagen. Am Hotelstrand gab es eine SubAqua-Basis (SADC S.A.E. Cairo) unter deutscher Leitung, die sich schon in Auflösung befand. Die Leute waren nur von der SA-Basis im Utopia ausgeborgt, und wir waren quasi die letzten und nahezu einzigen Gäste. So "professionell" bin ich selten abgefertigt worden. Zahl und Art der Tauchgänge und frühe Brevets spielten keine Rolle, ein Stern = 18 m. Dieses formale Vorgehen nach selbstgemachten Regeln kannte ich zwar auch schon von früher, es hatte sich aber immer nach dem Check-TG erledigt. Hier wurde ich noch beim letzten TG aus der Todestiefe von 21 m auf 18 m zurückgeholt :-). Da meine Tochter dabei war, die lange nicht getaucht war, ließen wir's, auch aus Faulheit, dabei und wechselten nicht zu einer der benachbarten Basen. Vielleicht hätte da jemand gewusst, was GST ist, dass ein HD-Schlauch perlen darf und dass 3/8" UNF zu Mitteldruck und 7/16" UNF zu Hochdruck gehört.
Wie in Dahab üblich, wurde nach einer Anfahrt mit dem Pickup immer von Land aus getaucht, anspruchslose Tauchgänge mit oft hübschem Bewuchs, wenig Fisch und keinem Großfisch. Entgegen der Ebbe bei unserer Basis waren an den Tauchplätzen meist relativ viele Taucher unterwegs, was gerade an den Einstiegsstellen viel Mulm verursachte. An den meist begangenen Plätzen versuchen Einheimische, etwas Geld mit Getränken, Essen und Souvenirs zu verdienen, so dass Ansammlungen von Bretterbuden entstanden sind, die die Gegend "verschönen". Der Gipfel war das Blue Hole, wo man wohl nicht mehr tauchen sollte, so ein Gewimmel von oft unqualifiziert erscheinenden Stramplern... Wir haben Guides gesehen, die an jedem Arm einen Unglücklichen an der Steilwand entlang schleiften, die auf 60 m abfiel, Wahnsinn.
In unserer Hotelbucht spielte wohl das Surfen und Kiten inzwischen eine größere Rolle als das Tauchen. Bei diesen Arten, Tauchen zu organisieren, scheint das auch kein Wunder.


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Letzte Änderung: 20.05.2014