Altes Tauchen -> Reisen --> Ägypten - El Quseir - Mangrove Bay Resort Februar 2011

Tja, mehr ist da nicht, warmes Wasser, Korallenriff, Sand und ein bisschen Grünzeug, reicht doch!
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Vom 22.3.2011 an waren wir eine Woche zu viert im Mangrove Bay Resort am Roten Meer im Süden Ägyptens zwischen El Quseir und Marsa Alam.

Die ägyptische "Demokratische Revolution", die wohl nur in den großen Städten stattgefunden hat, hatte sich mit Husni Mubaraks Rücktritt und dem Volksentscheid zu demokratischen Wahlen gerade wieder beruhigt.
Leider waren dadurch aber viele Reisende so beunruhigt, dass sie diesen Frühling dem ägyptischen Tourismus nicht ihr dringend benötigtes Urlaubsgeld zukommen lassen wollten. Die mit dem demokratischen Pflänzchen streng solidarischen deutschen Reiseunternehmen reagierten und schränkten die Flüge in die Feriengebiete stark ein. Dadurch wurde es plötzlich schwierig, überhaupt Urlaub dort machen zu können, obwohl weder Sicherheits- noch Versorgungsprobleme in den Tauchzentren bekannt wurden. Organisatorische Unfähigkeit oder Absicht (?) der sonst gutes Geld verdienenden Internet-Agenturen kam wohl dazu, sodass unsere Reise auch fast ausgefallen wäre. V-..URS teilte uns jedenfalls intelligenterweise mit, dass wir unsere gemeinsam gebuchte Reise jeweils paarweise eine Woche früher und eine Woche später als geplant antreten sollten.

Doppelbungalow mit Meerblick
Naja gut, ein paar nette Bungalows mit Dusche/Toilette
und Klimatruhe gab's auch noch.

So sehen die von innen aus.

Und hier kann die Halbpension mittags
ergänzt werden,
im Schatten und vom Winde verweht.

Das ist der Blick von der Terrasse Richtung Strand

Wir mussten also stornieren und buchten die gleiche Reise problemlos über TUI, allerdings für etwa 200 Euro mehr.
Die Flugeinschränkungen (zumindest für die Region Marsa Alam) nahm den Hotels dort scheinbar auch die Möglichkeit, mit günstigeren Preisen zu einer besseren Auslastung beizutragen.
Bis auf die gähnende Leere in Hotel und Tauchbasis haben wir von irgendwelchen Einschränkungen auch nichts bemerkt. Immerhin sollte die Auslastung Richtung Ostern wieder aufwärts gehen.

Wir waren bisher schon zweimal im Mangrove, 2001 und 2008, dem überhaupt einzigen Urlaubsziel bisher, wo wir mehr als einmal waren, und suchten einfach wieder eine Woche Ruhe und bequemes Tauchen und Schnorcheln.
Das windgeschützte und relativ intakte Hausriff war dabei das Hauptargument, die Qualität der Hotelanlage, des Essens und das Preis-Leistungsverhältnis standen der Wahl eher entgegen.

Die Ausbildung erfolgt in einem günstigen Personalverhältnis,
ein TL eine Schülerin...

Es ging also mit Air Berlin via Nürnberg nach Marsa Alam. An dem Zielflughafen statt Hurghada mit 2h Transfer lag mir diesmal besonders, da auf der Fernstraße wegen der erhöhten Sicherheitsstufe noch mehr Kontrollen als früher zu erwarten gewesen wären.
AB hat offensichtlich seine Touriversorgung von warmem Essen auf einen größeren Snack mit schmackhaftem Bagel und einige Näschereien zwischendurch umgestellt, mir sehr angenehm bei der Qualität des bei früheren Flügen genossenen Essens. Die Versorgung bleibt trotzdem weit hinter der bei z.B. Qatar Airways oder Emirates zurück. Was die trotz niedrigerer Flugpreise im freien Angebot haben, kostet bei AB extra (z.B. 5 Euro für eine Miniflasche Rotwein).
Der Flieger war voll, wie nach den Terminproblemen zu erwarten war. Dafür machte der Flugplatz Marsa Alam außen einen ziemlich öden Eindruck, was das Gedränge bei der Ankunft aber nicht kleiner machte. Trotzdem klappte alles, und wir wurden als einzige vier Gäste an diesem Tag zum Mangrove transferiert.

...und in entspannter Atmosphäre.

Hotelanlage Mangrove Bay Resort

Auch das Hotel machte einen stillen Eindruck, unsere Koffer allein reinzuschleppen, konnte uns aber nicht verdrießen. Die meisten Bungalows waren unbewohnt, beim Abendbrot zählten wir etwa 20 Gäste, die wohl alle deutschsprachig waren.

In der Hotelanlage scheint die Zeit seit 2001 stehengeblieben zu sein.
Die Bungalows waren zwar innen und außen frisch gestrichen, die Bepflanzung hat sich auch entwickelt, aber der Zustand der (Innen- und Außen-) Elektro- und Sanitärinstallation und der Möbel und die Vermüllung von Restflächen im Hotel entspricht wohl nicht mehr den aktuellen Standards.
Den Lärm des Generators kann man ertragen, aber er ist seit 2001 nicht leiser geworden.
Die Wässerung der Bepflanzung mit stinkendem Abwasser mag zwar ökologisch sinnvoll (?) sein, aber ein paar Klärstufen hätte man wohl in zehn Jahren dazwischenschalten können.
Vielleicht ließe sich damit auch die allabendlich durchgeführte Insektenbekämpfung mit stinkender chemischer Keule einschränken,

Am Steg lagen zwei Boote,
von denen eines täglich
unterwegs war, auch mit
nur drei Tauchern

Springen vom Steg oder
eine bequeme Leiter
führen zum Hausriff oder...
die uns immer für einige Zeit in den Bungalow bei geschlossenen Fenstern trieb und auch für den Rest des Abends auf der Terrasse noch unangenehm war. Meine Mitreisenden fanden das nicht so penetrant, mich ärgerte, dass seit 2001 nichts passiert war an dem Problem.

Um richtig verstanden zu werden, man kann damit durchaus leben, für eine Backpacker-Herberge wäre das vielleicht okay, aber die Relation zum Preis im Mangrove-Resort stimmt einfach nicht mehr.
Ein ähnliches preisliches Missverhältnis besteht m.M. nach zwischen der im Mangrove üblichen Halbpension und der in den meisten umgebenden Hotels praktizierten Alles-Inklusive-Versorgung. Um auch hier nicht missverstanden zu werden, das Essen war schmackhaft wenn auch etwas eintönig, was natürlich auch mit der geringen Gästezahl zusammenhing, und Halbpension ist ja sinnvoll für den Tauchertag mit Bootsausfahrt. Zumal man gegen Aufpreis mittags im Strandgrill essen konnte. Aber der Unterschied sollte sich eben auch im Preis abbilden.

...man lässt sich mit dem Zodiac ein Stück rausbringen.
Nun kann man sagen, Du musst da ja nicht hinfahren, wenn es Dir im Akassja oder im Coraya Beach besser gefällt und es dort sogar noch billiger ist. Aber Du willst ja gerade das windunabhängige Tauchen am Hausriff haben, was es nun mal nur hier gibt. In Nachbarhotels konnte man tagelang nicht ins Wasser, weil der Wind zu stark war, erzählten uns dann Mitreisende beim Rücktransfer. Auch die Ausflüge mit Boot oder Pickup führten oft an weniger interessante Stellen, weil man windgeschützte Plätze finden musste.
Das Hotelmanagement weiß bestimmt, was es an dieser günstigen Lage hat, na gut, genug geknurrt.

Tauchen
Schnorcheln und Tauchen waren optimal wie immer. Es läuft fast so bequem wie auf dem Safariboot. Nach dem Frühstück trabt man ohne Zeitdruck die paar Schritte zum Ausrüstungsschuppen, trägt sich für den TG ein, zieht sich um, stellt seine Kiste auf den Eselskarren und geht zum Steg. Das Eselchen bringt das ganze schwere Zeug hinterher. Man bekommt seine Flasche, baut alles zusammen und steigt ins Wasser, taucht nach links oder rechts ab oder lässt sich mit dem Zodiac ein paar hundert Meter rausbringen. Das Gleiche kann man irgendwann am Nachmittag nochmal wiederholen.

Das hat uns die eine Woche ausreichend beschäftigt. Zwischendurch waren wir immer wieder schnorcheln, auch auf der anderen Seite der Bucht.
Mit der Tauchbasis hat man eigentlich nur zum Anfang und Ende zu tun. Alles lief freundlich, entspannt und zügig. Wir durften auch problemlos mehrfach den Werkzeugschrank nutzen, als einer unserer Regler spann.
Diesmal hatten wir auch ein bisschen mehr Berührung mit der Basis, weil Bea in der Zeit ihren Grundkurs machte. Tauchlehrer Peter schluckte zwar ein bisschen, weil wir gern einen CMAS-Kurs statt des PADI- haben wollten, aber auch das lief dann problemlos. Der Kurs ging im Einzelunterricht über vier Tage, umfasste acht Tauchgänge und war deutlich gründlicher und umfassender als das, was wir damals in Spanien gemacht hatten. Die Tauchschülerin war's auch zufrieden.

Die Wassertemperatur war nur bei 22°C, das aber bis auf 30 m. Ich schwankte immer zwischen Shorty und 5 mm, nahm dann aus Bequemlichkeit und weil ich das ''leichte'' Tauchen liebe, doch den Shorty. Nach 1-h-Tauchgängen war das aber schon etwas grenzwertig.
Mit der Sicht hatten wir etwas Pech, Plankton trübte ziemlich ein.

Wir waren natürlich mit Kompaktreglern unterwegs. Da mit Fini, Oktopus und Inflatoranschluss ausgestattet, hatte auch keiner was dagegen.

Trotzdem haben wir viel gesehen, Delphine, Schildkröten, Blaupunktrochen, Muränen, Rotfeuerfische,....
Aber ein psychologisches Selbsttor habe ich mir trotzdem geschossen. Man sollte nicht an zwei Wochen Bootstour auf den Malediven einen Urlaub in Ägypten anschließen...
Es ist einfach ungerecht gegenüber der Fauna im Roten Meer ;-))

 


Altes Tauchen -> Reisen --> Mangrove 2011

Letzte Änderung: 20.05.2014