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Iberotel Coraya Beach 5*, Extra Divers, Marsa Alam             Torsten Martini, September 2002


Nachdem wir (2 Anfang-Dreißiger mit rd. 60 TG´s) im Juni für Anfang September 2002 einen 14-tägigen Tauchurlaub im Ibo Coraya Beach gebucht hatten, suchten wir im Internet nach ersten Erfahrungsberichten zu der Kombination Coraya Beach / Extra Divers und stießen schließlich auf den Bericht von Lothar Seveke. Da dieser unseres Wissens und nach heutigem Stand noch immer der ausführlichste der insgesamt noch recht kleinen Anzahl von Reiseberichten zum Coraya Beach ist, nehmen wir Lothars Bericht ganz pragmatisch zur Grundlage unserer Erfahrungen und möchten im folgenden lediglich die wesentlichen Punkte im Sinne von Überschneidungen und Abweichungen der von uns gemachten Eindrücke beleuchten.

Entgegen Lothars wiederholter Steinwüsten-Safari von Hurghada aus hatten wir das Glück, mit die letzten Plätze für einen Flug "direkt" nach Marsa Alam (immerhin noch 70km südlich des Flughafens gelegen) zu ergattern. Zwar hat ein Hurghada-Transfer durchaus auch seinen Reiz, wenn man ihn zum erstenmal macht – wie im übrigen auch ein Besuch des Örtchens El Quseir, eine Wiederholung ist m.E. aber nicht wirklich erstrebenswert. Und da wir eben diese Erfahrungen bereits im Vorjahr mit dem Besuch des Utopia Beach, El Quseir, gemacht hatten, zogen wir diesmal einen rd. 2-stündigen Zwischenstop am Flughafen München vor, der einzige Flughafen in Deutschland, von dem Marsa Alam direkt angeflogen wird. Eine Entscheidung zwischen diesen beiden Alternativen ist aber schließlich Geschmacksache! Allerdings sind 10min. Transfer (länger dauert´s wirklich nicht!) zwischen Hotel und Flughafen schon ´ne tolle Sache, denn am Abreisetag lagen wir noch bis 11.00 Uhr am Pool, wohingegen viele Hurghada-Reisende schon vor 6.00 Uhr abgeholt wurden, um auf ihrer Fahrt auch alle Mangrove Bay-, Utopia Beach-, Mövenpick-Urlauber etc. aufzusammeln. Geflogen sind wir mit Aero Lloyd (keine Klagen!), und gezahlt hatten wir im voraus EUR 1150,- DZ HP + EUR 199,- für 10 TG.

Hotel und Umgebung

Hotel klasse, Umgebung trostlos – soweit die Kurzfassung. Zur Umgebung ist (entschuldigend) zu sagen, daß sämtliche Hotelanlagen südlich Hurghadas – spätestens südlich Safagas – primär von 2 Dingen umgeben sind: Steinwüste im Norden, Süden, Westen und Wasser im Osten. Wer also mit Tauchen nix am Hut hat oder sich doch eher als Ballermann hervortun möchte, sollte sich zumindest diese Gegend Ägyptens als geeignetes Urlaubsziel aus dem Kopf schlagen – daran ändert auch ein Besuch El Quseirs nichts; von einem Besuch Marsa Alams wurde selbst von TUI abgeraten! Umgeben vom netten Ambiente dieser Hotels vergißt man eben sehr leicht: Letztlich befindet man sich Mitten in der Wüste!

Die positiven Erfahrungen Lothars mit dem Hotel kann ich nur bestätigen: Frühstück-/Abendessen-Buffets in Qualität und Vielfalt tatsächlich hervorragend, Außenanlage sowie Pool- und Strandbereich sehr ansprechend und großzügig gestaltet, Service in allen Bereichen nett und anstandslos. Dementsprechend – und unserer Meinung nach völlig zu Recht – legt das Hotel schon ein wenig Wert auf die "Garderobe" während des Abendessens! Aber keine Angst: Anzug und Oberhemd können ruhig zu Hause bleiben, den Herren wurde lediglich nahegelegt, den Speisesaal nicht in Badeshorts und zumindest in Hosen mit Bermuda-Shorts-Länge zu betreten (... den Damen gegenüber wurden keine Empfehlungen ausgesprochen ...!).

Prinzipiell kommt man im gesamten Hotelbereich sowie an der Tauchbasis völlig ohne Ägyptische Pfund aus! Sollte man wirklich mal Bargeld benötigen (z.B. für Zimmer- oder Essens-Service) tut´s auch gerne der Euro, ansonsten werden alle konsumierten Getränke etc. gegen Unterschrift auf einem Bestell-Check erfaßt und am Ende des Urlaubs bar oder mit Kreditkarte gezahlt. Den lästigen Geldwechsel am Flughafen kann man sich also ersparen! Die Preise im Hotel sind grundsätzlich OK, einzig bei den Preisen für eine 1,5l-Wasserflasche in Höhe von LE 8,- (ca. EUR 2,-) fühlt man sich schon ziemlich ausgenommen, zumal eben keine alternative Bezugsquelle außerhalb des Hotels existiert.

Wetter

Mit um die 35° C im Schatten bei relativ niedriger Luftfeuchtigkeit (<20%) ist das Klima einfach hervorragend! Mit dazu trägt ein angenehm wehender Wind aus Richtung Meer bei, ohne den es dann auch schnell unangenehm heiß werden kann – das war aber meist die Ausnahme. Bemerkenswert ist, daß es morgens gegen 8.00 Uhr schon über 30° hat. Selbst zum Early Morning um 6.00 Uhr geht man in seinen normalen kurzen Klamotten, ohne sich auch nur ansatzweise über ein langes Shirt o.ä. Gedanken zu machen. Dasselbe gilt übrigens auch für die Night Dives (ab 19.00 Uhr). Zwar kühlt es sich abends/nachts schon ein wenig ab, aber mit um die 30° bleibt´s draußen doch sehr angenehm; drinnen reguliert´s dann die Klimaanlage nach persönlichem Bedarf! Wassertemperaturen: Pool und Meer 28° C.

Tauchen

Aufgrund Lothars Bericht waren wir schon ein wenig "vorgewarnt", daß die äußeren Verhältnisse einen etwas höheren organisatorischen Aufwand erforderten, als wir dies vom Utopia bzw. Mangrove gewohnt waren. Mittlerweile scheint sich die Situation wohl ein wenig "entschärft" zu haben – zumindest was das Tauchen am Hausriff angeht. Zu den Möglichkeiten des Betauchens anderer Riffs gehe ich weiter unten ein. Fakt ist, daß die Tauchsbasis auf der dem Hotel gegenüberliegenden Seite der Bucht liegt, d.h. man macht entweder einen gemütlichen 10min. Frühstücks-Verdauungsspaziergang (die von uns präferierte Methode) oder man läßt sich von der Hotel-Lobby aus dorthin fahren (wie z.B. beim Einchecken). An der Tauchschule angekommen läßt Du Dir von den netten Mädels an der Rezeption den Schlüssel für Dein persönliches Schließfach geben, holst Deine Gerödel-Kiste, ergänzt diese mit Anzug und Jacket aus dem (separaten) Trockenraum und übergibt alles an Mr. Nice, dem Basis-Esel, der Tanks und Kisten zur Einstiegstelle am Strand transportiert. Diese befindet sich (mittlerweile?!) auf halbem Weg(!) zwischen Basis und Hotel und ist von der Basis aus in ca. 3 Minuten per pedes erreicht. Dort rödelt man sich auf und kann – gezeitenabhängig – nach ca. 30m Marsch durchs knie- oder knöcheltiefe Wasser entweder direkt abtauchen oder sich vom Zodiac an die Nord- oder Südseite des Riffs rausfahren lassen. Einen Einstiegsteg gibt es (noch) nicht. Dazu später mehr. Als Grenzwerte für die TG´s gibt die Basis max. 30m Tauchtiefe und 60min. Tauchzeit bzw. Restdruck von 40bar vor. Letzteres sollte mit den zur Verfügung stehenden 15l-(Stahl-)Tanks kein Problem sein! Computer sind Pflicht, da nach jedem TG max. Tiefe und Zeit festgehalten werden (eine tatsächliche Kontrolle der Computer habe ich persönlich jedoch nicht mitbekommen). Nach dem TG rödelt man sich ab und läßt die Klamotten bis zum nächsten TG an der Einstiegstelle liegen (wird beaufsichtigt!). Genügend Tanks sind dort auch immer verfügbar, so daß man sich seine Wiederholungstauchgänge frei einteilen kann. Ausgenommen davon sind geführte TG; diese erfolgen jeweils in Absprache mit den Guides. Die Pausen zwischen den TG verbringt man entweder am Strand, Pool oder auf dem Zimmer. Ein zwischenzeitlicher Gang zur Tauchbasis ist nicht notwendig. Nach dem letzten TG kommt alles wieder auf den Eselskarren; Fußweg zur Basis, Klamotten waschen, Deko-Bier, Fußweg zurück zum Hotel (oder per Minibus). Die Zeiten, zu denen Mr. Nice die Klamotten zur Einstiegstelle hinfährt – und damit auch die zeitlichen Möglichkeiten für die Hausriff-Tauchgänge – sind variabel: um 9.00 Uhr und um 14.00 Uhr ist er in jedem Fall unterwegs (zu diesen Zeiten sind meist die durch die Guides geführten TG´s angesetzt), ansonsten nach Bedarf – hier gab´s nie Probleme, auch nicht beim Rücktransport der Kisten zur Basis. Das gleiche gilt für die Zodiac-Ausfahrten: hier konnte man sich immer nach Bedarf rausfahren lassen, lediglich zwischen 12.30 Uhr und 13.30 Uhr gönnt sich der "Zodiac-Captain" eine kleine Mittagspause. Alles im Allem war das Tauchen am Hausriff i.O.: die Fußmärsche störten uns nicht, die Organisation der Transporte war reibungslos. Unter Wasser war´s übrigens auch schön! Zwar war die Sicht aufgrund des oben erwähnten Windes im flacheren Bereich oft eingeschränkt, aber ansonsten konnte man auf Nord- und Südseite ein schönes, intaktes Riff betauchen. Highlights: ein toller Canyon und zwei junge Weißspitzen-Riffhaie, die tagsüber immer an derselben Stelle anzutreffen waren (beides Südseite!). Ansonsten hat´s viele Rochen und Zackies, Riesenkugel- und Igelfische, Barakudas sowie Sepia, bei geübten Augen Drachenköpfe und Oktopusse, und bei Glück Schildkröte, Muräne und Napoleon – also insg. wirklich sehenswert.

Wenn man dennoch mal etwas Abwechslung brauchte und andere Riffe als das Hausriff betauchen wollte, machte sich der fehlende Steg und somit auch die fehlende Anlegestelle für ein Boot im Vergleich zum Utopia bzw. Mangrove schon sehr nachteilig bemerkbar! Als Alternativen für die täglich abwechselnd angebotenen Ausfahrten stehen grundsätzlich Minibusse und (mindestens) ein Boot zur Verfügung. D.h. man packt seine Kiste zunächst auf einen Pickup, sich selbst in einen Minibus und läßt sich entweder direkt zum Ziel-Riff oder im Falle einer Boots-Ausfahrt zum 10 Autominuten südlich gelegenen Port Galip chauffieren, um dort an Bord zu gehen. Eine Bootsanlegestelle im Bereich der Tauchbasis bzw. des Hotels existiert nicht. Das in der Hotelbucht gelegene Zodiac (bei uns übrigens des einzige "Wasserfahrzeug"!) steht lediglich für kurze Ausfahrten (s.o.) zur Verfügung. Steg und Bootsanlegestelle direkt im Bereich der Tauchbasis sind zwar in Planung – wann beides realisiert werden soll ist allerdings offen! Das Angebot von Bootsausfahrten an sich und letztlich auch die damit ansteuerbaren Ziele waren mit den Wind- bzw. Brandungsverhältnissen sehr vom Wetter abhängig. Somit sind die Ausfahrten mit den Minibussen zwar eine notwendige Einrichtung, haben für uns persönlich trotzdem nur einen Kompromißcharakter, sobald man einmal in den Genuß von regelmäßigen, wetterunabhängigen Bootsausfahrten gekommen ist: Auf den Booten gibt´s nämlich keinen Sand!!! Weder beim Auf- und Abrödeln noch während der Mittagspause. Außerdem bist Du vom Boot aus direkt "am Riff" und sparst Dir das lästige Einsteigen und Aussteigen durch flaches Gewässer – im (Einzel-)Falle starker Brandung/Strömung oft keine triviale Sache. Wer also mit Bootsausfahrten auf "Nummer Sicher" gehen möchte, orientiert sind vielleicht wieder etwas weiter im nördlichen Bereich des Roten Meeres, wo die äußeren Witterungsbedingungen einen geringeren Einfluß auf die Tauchmöglichkeiten haben. Ein weiterer Minuspunkt waren die hohen Kosten für die Bootsausfahrten (inkl. Mittagessen). Im TUI-Gutschein waren lediglich die Zodiac-Ausfahrten am Hausriff und die Minibus-Ausfahrten enthalten, für die Bootsausfahrten wurde (neben den normalen TG á $ 20) ein Zuschlag in Höhe von $ 30,- erhoben; nicht gerade ein Schnäppchen! Als Highlights wurden regelmäßig (wenn auch wiederum wetterabhängig!) Ausfahrten zu Elphinstone und Dolphinhouse angeboten, beides vorgelagerte Riffe: ersteres für Taucher ab 50 TG mit guter Chance auf Großfische (wir hatten leider "nur" einen Napoleon, sonst aber ´ne tolle Sache). Elphinstone erreicht man per Zodiac-Ausfahrt ausgehend vom Kahramana Hotel (dauert brandungsabhängig zwischen 30min. und 60min. und kann durchaus etwas ruppig werden!), welches wiederum rd. 20 Minibus-Minuten südlich des Coraya Beach liegt. Zuschlag: $ 70,- (inkl. Essen). Stolzer Preis, aber ein nettes kleines Abenteuer inkl. Steilwand und Strömungstauchgang. Dolphinhouse haben wir nicht besucht, jedenfalls ist dieses Riff wohl so etwas wie ein natürlicher Delphin-Rastplatz mit 90%-iger Delphin-Garantie.

Hinsichtlich des allgemeinen Zustandes der Riffe und der dort beobachtbaren Vielfalt an Fisch und Korallen kann ich Lothars positiven Eindruck nur bestätigen! Einen Zwischenfall, wie Lothar ihn bezüglich einer Taucherlaubnis erfahren hatte, gab es bei uns nicht. Das Verhältnis zur Basisleitung war freundschaftlich. Insgesamt fühlten wir uns gut aufgehoben, auch was die von Lothar bereits beschriebenen medizinischen Möglichkeiten anbelangt. Etwas zu "bürokratisch" waren tatsächlich der Checktauchgang (was soll´s: dient ja doch letztlich der Sicherheit) und – dies ist jedoch für die Gestaltung des Tauchurlaubes schon etwas entscheidender – die strikte (sture?) Vorgabe der Basisleitung bzw. der Tauch-Guides an PADI Open Water Diver, die vorgegebene max. Tauchtiefe von 18m einzuhalten. Meines Erachtens hätte man hier im Einzelfall – insb. in Abhängigkeit der jeweiligen Taucherfahrung – etwas zuvorkommender sein können....!

Zusammenfassend unsere persönliche Plus-/Minus-Liste:

+ Hotel (Essen, Anlage, Service, bargeldloses Zahlen)
+ Tauchbasis (Leute, Organisation im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten)
+ kurzer Flughafen-Transfer

– hohe Wasser-Preise im Hotel
– fehlender Steg bzw. Bootseinstieg am Hausriff
– hohe Preise für Bootsfahrten


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