0-pano2.jpg (77425 Byte)Altes Tauchen -> Reisen --> Guadeloupe (Frankreich) - Februar/März 2017

Guadeloupe in Google Maps                    Zahlen und Fakten zu Guadeloupe in WikiPedia

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Unsere Langurlaubsreise 2017 ging Ende Februar für drei Wochen nach Guadeloupe, eine der Antilleninseln, da Kuba und Grenada uns menschlich, landschaftlich und klimamäßig sehr gefallen hatten und Guadeloupe den gleichen Status wie das 2015 von uns besuchte La Réunion hat, nämlich Übersee-Departement von Frankreich zu sein, was uns auch sehr behagte.
Da hätte es natürlich auch Martinique werden können, aber es wurde zufällig das etwas größere Guadeloupe.

Im Winter ist es dort 22-29 Grad warm, das Wasser hat 24-27 Grad.
Es regnet aber mit etwa 40% Wahrscheinlichkeit, dies jedoch (meist ??) nur kurz und erträglich, wenn man nicht gerade auf freiem Feld erwischt wird (war die statistische Voraussage). Wir hatten allerdings einige ganze Tage fast Regenstürme, die von Einheimischen als sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit bezeichnet wurden.

Die Bevölkerung ist zu über 80% farbig, die Nachfahren eingeschiffter afrikanischer Sklaven, indischer und anderer asiatischer Plantagenarbeiter.
Ansonsten sind die Infrastruktur-Verhältnisse quasi europäisch (leider wie in einem relativ armen europäischen Land). Man zahlt die inselbedingt etwas höheren Preise in Euro und reist mit dem Personalausweis ein.

Stark unterscheidet sich natürlich die Küche, auch von der französischen. Man isst kreolisch mit viel einheimischem Gemüse, Obst, Fisch und Gewürzen, fast kein Rind- und wenig Schweinefleisch und ohne einheimischen Käse.
Bedingt durch die ehemalige Monokultur Zuckerrohr ist das "Hauptgetränk" Rum, der pur oder in vielerlei Mischungen zu allen Gelegenheiten getrunken wird.

Zusätzlich zu Französisch wird Créole gesprochen, das auch wieder in der Schule unterrichtet wird. Im Tourismusbereich versteht man auch Englisch, Deutsch aber fast garnicht.

Die Zeit von Dezember bis April ist Touristen-Hauptsaison. Danach wird es drei Monate sehr heiß und feucht, davor ist Wirbelsturmzeit. Man sollte auch tunlichst vermeiden, hierher zu kommen, wenn in Frankreich Schulferien sind, denn die Départements d'outre-mer sind die beliebtesten Fernreiseziele der Franzosen. Wir sind kaum einmal englischsprachigen oder gar deutschen Touristen begegnet.
Diese tropischen "europäischen Inseln" zählen bei den gegenwärtigen Weltverhältnissen zu den vor Krieg und Terror sichersten Reiseländern, selbst sicherer als ihr Mutterland.
Trotz der hohen Arbeitslosigkeit von deutlich über 20% ist auch die Kriminalitätsquote relativ gering.

Man kann Flüge, Übernachtungen, Mietwagen,... über das Internet komplett selbst buchen. Mit den Flügen war es wieder etwas ungewöhnlich, da die Insel mit Individualflügen nur von sehr wenigen Gesellschaften von Paris aus angeflogen wird. Das ermöglicht wohl ein gewisses Preisdiktat, was sich aber noch in Grenzen hält.
Aber man muss über Paris, wenn man nicht sehr umständlich in der Karibik nochmal umsteigen oder zu einer norwegischen Linie zusteigen will. Wir haben jedenfalls keine zeitlich akzeptable (ohne lange Zwischenaufenthalte und Umwege) von Dresden nach Guadeloupe durchbuchbare Verbindung gefunden, so dass wir in Paris unterbrechen mussten (aus- und einchecken des Gepäcks erforderlich). Man kommt von D auf dem Auslandsflughafen Orly an und muss vom Inlandsflughafen Charles de Gaulle weiter, da Guadeloupe für Frankreich ja Inland ist. Und das bedeutet eine Fahrt quer durch die Stadt, auf etwas verschlungenen Wegen (um 20 Euro), die man zuvor erkunden sollte, wenn man nicht ein sehr teures Taxi nehmen will. Und zurück das gleiche nochmal. Vier Stunden Umsteigezeit sollte man mindestens einplanen, um nicht in Stress zu geraten. Der Flug selbst dauert 8,5 h, Filmprogramm und erträgliches Essen, sogar mit etwas Alkohol, verkürzen das etwas. Der Zeitunterschied beträgt im Winterhalbjahr 5 h, was einen doch etwas schlaucht.

Auf Guadeloupe sollte man sich für die meiste Zeit einen Mietwagen gönnen, bei größeren Verleihern mit allen Versicherungen ohne Selbstbeteiligung um 40€/Tag, sonst auch für etwa 20 €. Es gibt zwar Busverkehr, aber meist ohne Fahrplan und für uns etwas undurchsichtig. Taxis sind rar und teuer. Vom internationalen Flughafen Pointe-à-Pitre ins Zentrum der Stadt gab es z. B. am Samstag und Sonntag keine Busverbindung, das Taxi kostete uns für 12 min 20 €, sicher mit Touristenaufschlag. Man sollte vorher nach dem Preis fragen und handeln, wenn man die Nerven hat. Die Busverbindung von unserem letzten Ferienort Le Gosier nach PaP haben wir dann doch noch kapiert und mehrfach benutzt, 2 € für 10 km und mit Haltestellen, wo zumindest angegeben war, von wann bis wann der Bus täglich verkehrte, sonntags und später am Abend jedenfalls auch nicht. An einigen Haltestellen waren sogar funktionsfähige elektronische Anzeigen, wann die nächsten 3 Busse zu erwarten seien, leider ohne Smiley dahinter. Da wir die letzten Tage kein Auto mehr hatten, haben wir aber mal mitgespielt.

Vorbuchbare Übernachtungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Wenn man etwas Französisch spricht, sind Gästezimmer, chambres d'hôtes, zu empfehlen, vor allem mit table d'hôtes, also einem kompletten Menü am Abend von der Hausfrau bereitet, meist zusammen mit der Gastgeberfamilie eingenommen. Wen der anfangs etwas hoch erscheinende Preis abschreckt (um 25€/Person), der wird bald merken, dass er in jeder besseren Gaststätte höher liegt, wenn man den Wein und die Rumgetränke mitrechnet. Und man bekommt meist das bodenständige kreolische Essen, kann sich in der Runde auch mit anderen Gästen über Land und Leute informieren und vor allem vor- und nacher die herrlichsten Rum-Variationen kosten ;-). Jeden Morgen kann man sagen, ob man heute Abend will.
Und das Frühstück lässt sich meist nach Absprache mit etwas nahrhafterem Beiwerk wie Eiern und Schinken ergänzen. Wenn im Hotel für 7-10 € optional Frühstück angeboten wird, kann man sich das oft schenken, da es trotz dieses Preises meist nur aus Croissant, Butter, Marmelade und Milchkaffee besteht. Ein Gang zum Super U und Boulanger und die eigene Zubereitung in der meist vorhandenen Kochecke ist da nahrhafter und billiger.
Auch die besten Rum-Getränke sind schnell selbst hergestellt, 1,5 l 50%iger Rum für 8 € und Passionsfrucht-Saft ergeben den angehmen Planteur und flüssiger Honig, Rum und Limonen den Ti-Punch.

Neben all diesen Genüssen standen natürlich Wandern, Rumschneuseln, Schnorcheln und ein bisschen Tauchen im Vordergrund. Nach den Erfahrungen von Grenada und Kuba (und die Verbildung durch die Malediven und Ägypten) haben wir vom Tauchen nicht sooo viel erwartet und erstmal mit dem Schnorcheln begonnen. Unser erstes Quartier von vier lag mit Vorbedacht an den best beleumundetsten Tauchplätzen von Guadeloupe, im Reservat Cousteau an der Westküste von Basse Terre bei dem Ort Malendure. Und wirklich waren die angrenzenden Strände die besten Schnorchelgebiete, die wir hier gefunden haben.
Uns interessierten natürlich nicht die langen schönen Sandstrände, sondern die felsigen Teilstücke dazwischen, wo man bei den Wassertemperaturen stundenlang entlang schnorcheln und viel Kleingetier, wenige Korallen und Schwämme beobachten konnte. Bei leichtem Wind war das Wasser sehr klar und strömungsarm.

Wir unternahmen auch eine mehrstündige Bootsausfahrt mit Tauchern und Schnorchlern zu den beiden vorgelagerten Inseln im Reservat, die besonders gerühmt werden. Da wir dort aber auch nichts Anderes sahen als an unseren felsigen Küstenabschnitten beim Schnorcheln, Merlins und Schildkröten hatten wohl gerade Ferien, ließen wir es bei dem einen Ausflug. Vorgelagerte Riffs scheint es sehr wenige zu geben (außer oben in der Nordbucht zwischen Basse- und Grande-Terre).

Die zahlreichen Tauchbasen der Insel liegen alle normalverteilt um das Reservat, so dass man außerhalb der Hauptreisezeit bestimmt einen Bootsplatz bekommt. Wir hatten aus Platzgründen nur ABC-Zeug dabei, aber die Ausrüstung ist nur mäßig am Gesamtpreis beteiligt, 30 bis 35 € pro TG von etwa 45 min mit Leihausrüstung. Die TG scheinen wenig anspruchsvoll zu sein, keine Strömung und nicht sehr tief, um 20 m. Für größere Tiefen sollte man mindestens zwei Sterne mitbringen. Tauchen mit Gerät wird darüberhinaus nur noch im Norden für die große Bucht zwische Basse- und Grandterre angeboten, wo Mangrovenwälder um kleine Inseln und Korallenriffe teilweise auch in Naturreservaten liegen.Tauchen mit Flasche ist darin eigentlich verboten. Offensichtlich haben einige Basen Sondergenehmigungen.
Das Gebiet ist von Sainte-Rose im Norden von Basse Terre oder von Petit-Canal im Nordwesten von Grand-Terre gut zu erreichen, von wo Tagesausfahrten zum Schnorcheln und Tauchen angeboten werden. Sportliche Typen können auch selbständig mit dem Kajak in die Mangroven fahren.



An den Küsten im Osten und Süden beider Teilinseln sind Tauchbasen eher selten. Ausbildung und Schnuppertauchen finden zwar vor Ort statt, zum "richtigen Tauchen" fahren sie aber auch ins Cousteau-Reservat an die Westküste, um 50 km.
Vielleicht sind auch die zu Guadeloupe gehörenden Inseln Les Saintes und Marie Galante noch taucherisch interessant, aber wir wollten unser Programm nicht überspannen, und in den Touristeninfos wurde das auch nicht beworben.

Richtung Süden nach der Hauptstadt Basse Terre zu, unser zweites Quartier nach dem Ferienzimmer bei Deshaies im Westen, wurde das Meer deutlich unzugänglicher, Felsenküste von langen Wellen überspült. Dazwischen gibt es nur wenige kurze Sandstrände, die wegen der Brandung dem Schnorchler aber auch nichts bieten. Dafür ist von Baillif aus, wo unsere Feriensiedlung lag, das Gebirge mit dem noch tätigen Vulkan La Soufriere, Wasserfällen und tropischem Urwald gut zu erreichen und unbedingt zu empfehlen.

Basse-Terre, die Hauptstadt, erschien uns schmutzig und heruntergekommen und hatte wenig Sehenswertes zu bieten. Das sehen einheimische "Wutbürger" offensichtlich auch so, wie dort gesehene Plakate zeigen.
Die schöne am Hang des Gebirgsmassivs gelegene Feriensiedlung (Bungalow mit Küche, Pool in der Nähe) bildete die fehlende Anziehungskraft der Hauptstadt auch ab, wir waren während der Tage dort die einzigen Gäste.

Nachzuholen sind noch zwei empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten an der Westküste, der eindrucksvolle botanische Garten bei Deshaies und das Haus des Kakaos südlich von Point-Noire.

Bei der Reise die Ostküste von Basse-Terre nach Grande-Terre hinauf gab es außer dem immer reizvollen Blick auf das Vulkangebirge und die Brandungswellen der Felsenküste nichts besonders Berichtenswertes. Wir umrundeten dann Grande-Terre immer an der Küste entlang, um unser drittes Quartier in Le Moule an der Ostküste von Grande Terre zu erreichen. Am ersten Teil der Westküste sind riesige Mangrovensümpfe vorgelagert, die natürlich kaum für Tourismus geeignet sind. Im Nordwestteil um Anse-Bertrand rollten an diesem Tage riesige Brecher an, die auch nicht zum Schnorcheln einluden. Schöne Strände zum Baden und in den Wellen toben gab es nördlich der Mangroven aber durchaus. Von Petit-Canal aus, dem ehemaligen Sklavenhafen, konnte man auch wieder Tauchausfahrten in das nördliche Reservat machen.

Le Moule, wo wir ein paar Tage in einer Ferienwohnung wohnten, war auch nicht so ergiebig, vor allem, weil der Wettergott uns unbedingt ein paar tropische Unwetter vorführen musste. Die nächste größere Stadt, Saint Francois, sollte man sich unbedingt ansehen. Wir empfanden sie als eine der schönsten und vor allem bestentwickeltsten Städte der Insel.

Als wir dann der Küste weiter in Richtung Pointe-à-Pitre, der wohl wirklichen Hauptstadt der Gesamtinsel, folgten, zeigte sich die Küste, wie wir es schon von Kuba kannten. Es gibt ein weit vorgelagertes Riff, an dem sich die Wellen brechen und dann ein breites, sehr flaches, unebenes Riff überrollen. Danach folgt dann die "Badewanne", eine Lagune bis zum Sandstrand. Das Riffdach lässt sich schwimmend oder laufend nicht überwinden, wenn man keinen schwimmbaren Kanal findet, was uns zwar auf Kuba aber hier überhaupt nicht gelungen ist.



An einer kleinen Insel vor Le Gosier gab es enmal ein Riffdach, das sich auch nach innen mit Bewuchs etwas fortsetzte und zusätzlich mit kristallklarem Wasser entschädigte. Die Strömung wollte uns aber unbedingt da weg haben.
Die Riffe scheinen hier aber auch von der Seeseite her nicht soo interessant zu sein, denn wir haben nicht einmal ein Tauchboot dort gesehen.

Unser letztes Quartier, ein Hotel am Strand, war also in Le Gosier, nahe bei Point-a-Pitre und nicht weit vom Heimflughafen. Es war eigentlich zum Ausbaumeln gedacht, die Langeweile und Beliebigkeit des Aufenthaltes dort trieb uns dann aber schon am zweiten Tag wieder, diesmal mit dem Nahverkehr, in die Umgebung.
PaP ist einen Tag Besichtigung wert mit Markt, dem sehr modernen Heimatmuseum, der gusseisernen Kirche (Technologie Eiffelturm) und teilweise hübschen Häusern. Es ist jedenfalls schöner als Basse-Terre. Aber dann reicht's auch schon wieder.

Wenn ich die Reise nochmal planen könnte, würde ich zwei Drittel bei Desaies an der Westküste von Basse-Terre, u.a. wegen der guten Schnorchel- und Tauchmöglichkeiten, und ein Drittel vielleicht bei Saint Francois im Osten von Grande-Terre verbringen und immer ein Ferienzimmer mit ab und zu Table d'hôtes nehmen, wegen des Kontaktes zu Land und Leuten.
Alles Andere kann man mit dem Mietauto mühelos erreichen.


1. Station, Ferienwohnung mit Table d'hôtes nahe Deshaies im Westen von Basse Terre

Blick von der Terasse über den Pool zum Meer

Table d'hôtes - gemeinsames mehrgängiges Diner mit den Gastgebern am Abend

"Kartoffelsalat" à la Guadeloupe

Botanischer Garten bei Deshaies



Hochkonzentrierte Tauchbasen im Cousteau-Reservat

Steg für die Tauchboote im Reservat

Korallen und Kleinfisch im Reservat


Rathaus von Basse-Terre

"Architektur"-Beispiel aus Basse-Terre

Vulkan im Süden von Basse-Terre

Stürmische See im Norden von Grande-Terre

Die 3. Station, eine Ferienwohnung in Le Moule an der Ostküste von Grande-Trerre

Die 4. Station, ein Strandhotel in Le Gosier bei Pointe-à-Pitre
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Supermodernes und irgendwie überdimensioniert erscheinendes "Heimatmuseum" in Point-à-Pitre

 

 

Selbst nach 3 Wochen ist der Urlaub in dieser herrlichen Umgebung und Wärme doch irgendwann vorbei...


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