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März - April 2013

La Réunion - Insel der tropischen Blüten, Aromen und Früchte

Cilaos- Kernstück der gebirgigen Schönheit!

La Réunion - Gallischer Hahn in Afrika


Diese Reise gehört nicht unbedingt hierher, da sie keine ausgesprochene Tauchreise war. Wenn man aber als Taucher nach Le Réunion kommt, sind die anderen Dinge u.U. auch wissenswert. Wen's nicht interessiert, der kann ja gleich zum Tauchen springen.

Von Ende März bis Anfang April (20.3. - 10.4.) 2013 haben wir (meine Frau und ich, beide um die 60) drei Wochen Urlaub auf La Réunion verbracht.
Das ist eine kleine Insel (70 km x 50 km) unterhalb des Äquators im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas (Madagaskar, Mauritius,..., Archipel der Maskarenen), die als ein Teil des Département Outre Mer zu Frankreich gehört. Die Einwohner sind also gleichberechtigte Bürger Frankreichs und damit der EU.

Das war ein schon lange angepeiltes Reiseziel, da dieses Stück Land viele Reize vereint, tropisches, aber durch die Gebirgslagen trotzdem erträgliches Klima, Strände mit Schnorchel- und Tauchgebieten in warmem und klaren Wasser, Hochgebirge mit Vulkanen und tropischer Vegetation, kreolische Küche und Lebensweise, und das alles bei nahezu europäischen (sicheren) Verhältnissen.
Google Maps Bild links ist interaktiv nutzbar!


Anreise

Man erreicht La Réunion (LR, früher Île de Bourbon, daher Bourbon Vanille) mit einem 11-Stunden-Flug von Paris aus (Air Austral oder Air France) und kann alle Aktivitäten, Übernachtungen, Mietwagen, Tauchgänge, Wanderquartiere, ... über das Internet vorbuchen.
Diese Einschränkung auf wenige Abflugorte und Fluggesellschaften bedingt allerdings ein hohes Niveau der Flugpreise, Billigangebote gibt's hier kaum.
Wenn man nicht gerade in der Hauptsaison, wenn die Franzosen Urlaub haben, unterwegs ist, kann man auch alles vor Ort organiseren, Fahrten mit dem Linienbus, Wanderquartiere, Hotels am Strand,...

Wir flogen also mit Lufth... von Frankfurt ohne Beeinträchtigung durch Schnee oder Streik des Sicherheitspersonals nach Paris Charle de Gaulle (CDG) und von dort mit Air Austral (auf LR ansässige Fluggesellschaft) weiter nach St. Denis, der Hauptstadt von La Réunion. Diese Kombination ist zu empfehlen, da man so nicht den Flughafen in Paris wechseln muss (von Orly nach CDG bzw. umgekehrt bei Flug mit Air France). Entgegen den Voraussagen war die Orientierung im Flughafen CDG unproblematisch (von Terminal 1 zum 2a). Es sind sehr lange Wege, aber man findet sich zurecht.

Der Flughafen in St. Denis am nächsten Morgen, nach dem zugegebenermaßen etwas unbequemen 11-h-Flug,  war natürlich wesentlich übersichtlicher. Die Koffer waren da, und wir erhielten unser vorbestelltes Mietauto, einen Renault Twingo. Beim nächsten Mal würde ich ein etwas kräftigeres Auto nehmen, denn der Twingo kam manchmal nur im 1. Gang die Steigungen hoch.
Wir sind auch Touristen begegnet, die nur per Bus oder per Anhalter reisten und das jeweilige Quartier nach Verzeichnis bzw. mit Hilfe der örtlichen Tourismusbüros per Telefon vorbestellten. Das ging auch, aber chacun a son gout!

Unsere erste Station war die Inselhauptstadt St. Denis zur Eingewöhnung in das einheimische Leben.
Die Abschnitte unseres vorbereiteten Reiseplans sahen insgesamt so aus:

- 3 Tage St. Denis, Hauptstadt, Nordküste, umgebende Gebirge, Wasserfälle,
- 3 Tage St. Gilles les Bains, Westküste,  Aquarium, schnorcheln, anbräunen
- 3 Tage Cilaos (Bras Sec), wandern im Gebirge,
- 3 Tage St. Philippe, Südküste, Vulkan, Süd- und Ostküste, Regenwald,
- 7 Tage St. Leu, Westküste, schnorcheln, tauchen, erholen, botanischer Garten.

Hauptstadt Saint Denis am Meer und am Gebirge, Klick vergrößert
Der Blick fällt in St. Denis immer auf das Gebirge
Kreolisches Haus in St. Denis, Klick vergrößert
Kreolisches Haus in St. Denis
Haus eines reichen Pflanzers aus der Kolonialzeit in St. Denis
Kreolisches Haus eines damals reichen Pflanzers

Kommunikation(sprobleme)

Landessprachen sind Französisch und Créole (etwas abgeschliffenes und mit Wörtern aus den Einwanderersprachen ergänztes Französisch). Créole stellt keinerlei Problem dar, da jeder bereit ist, für den ausländischen Touristen auf Französisch zu wechseln, aber auch nicht woandershin.
Englisch oder gar Deutsch werden kaum und dann nur von Leuten verstanden, die aus dem Mutterland stammen. Das französische Tourismusministerium bezeichnet diese Sprachbarriere als Haupthindernis für die Entwicklung des Tourismus auf der ansonsten so attraktiven Insel.
Mit unserem stümperhaften Französisch hat man sich aber bereitwillig auseinandergesetzt und sich geduldig bemüht, herauszubekommen, was wir wollten.
Créole erscheint auch auf einigen öffentlichen Schildern und Plakaten. Wenn man sich's selbst vorliest, versteht man meist lautlich, was es heißen soll (z.B. Sin Dni für St. Denis).

Monstera im Park in St Denis, Klick vergrößert
Die Topfplanzen zu Hause kommen einem dann mickrig vor
Bedingt durch die Sklaverei auch noch nach der französischen Revolution und die Einwandererströme nach deren Abschaffung aus Indien, China, Thailand, ... ist die Bevölkerung ein buntes Gemisch, das sich aber scheinbar gut verträgt. Christliche Kirchen, Moscheen und buddhistische Tempel stehen unweit voneinander, und Familien sind manchmal auch durchmischt.
Ich habe mal nach separatistischen Bestrebungen gefragt (Abspaltung von Mutter Frankreich), aber das wurde lachend verneint. Man ist wohl froh, an der europäischen Gemeinschaft teilhaben zu können und sieht die Probleme auf Mauritius und Madagaskar.
Bedingt durch den Niedergang der Landwirtschaft im vorigen Jahrhundert (Monokulturen Zuckerrohr, Vanille, Gewürze, ...) und den schwach anlaufenden Tourismus liegt die Arbeitslosigkeit allerdings bei 30% (Jugend 45%). Viele wandern ins Mutterland oder nach Kanada aus. Es fehlt ein produzierender Bereich. LR ist ein wesentlicher Subventionsempfänger der EU.
Sehr viel ist zu importieren und daher teuer. Das wirkt sich wiederum auch auf die Preise von Dienstleistungen und touristischer Infrastruktur aus. Darunter leiden aber vor allem auch die Einheimischen, denn Gehälter, Renten, Arbeitslosenunterstützung, ... sind wie im Mutterland.
Moschee und Döner in St. Denis, Klick vergrößert
Moschee und Döner auf LR
Einen Fehler haben wir mit unseren Mobiltelefonen gemacht. Im Vertrauen darauf, dass das, was in Frankreich oder den Malediven funktioniert, hier auch gehen wird, mussten wir feststellen, dass keine Verbindung zu bekommen war, da offensichtlich keine Verträge oder Freischaltungen mit unseren Providern bestehen. Das sollte man also vor Reiseantritt unbedingt checken. Wir haben dann eine Prepaidkarte eines einheimischen Providers gekauft und waren so wieder erreichbar. Die Aktivierung und Aufladung ist aber auch nicht so ganz ohne, da man die kryptischen und schnellen Ansagen der Gegenseite als Nichtmuttersprachler nicht versteht. Also gleich beim Kauf alles den lieben Verkäufer machen lassen oder einfach eine einheimische Dame auf der Straße um Hilfe ansprechen, wie meine Frau es fertiggebracht hat.

Internetzugang über WLAN ist im ganzen Ländle kein Problem (UMTS scheint es nicht zu geben, oder wir wussten die französische Bezeichnung nicht). Wir hatten in allen Quartieren kostenfreien (!) WLAN-Zugang. Die großen Flughäfen in Frankfurt und Paris haben das ja immer noch nicht geschafft. Ein Problem gab es im ganzen Gebiet mit dem SMTP-Protokoll (Error 421). Man konnte Mails mit Emailagenten wie Outlook also zwar empfangen aber nicht senden. Über HTTP klappte es aber. Weiß jemand, was man da noch machen kann? IMAP haben wir nicht probiert.
Wasserfall in der Nähe von St. Denis, Klick vergrößert
Cascade Niagara bei St. Denis

Finanzierung eines Bauvorhabens in St. Leu mit EU-Unterstützung Beispiel für die Unterstützung durch die EU:

Anteilige Finanzierung eines Bauvorhabens
(Restaurierung einer alten Poststation in St. Leu):

Kommune: 208 TEuro, Mutterland 346 TEuro, EU 831 TEuro

Essen und Trinken

Eine unserer französischen Table d'hote - Mitteilnehmerinnen fasste nach einem langen Plauderabend sehr passend zusammen:
"Also Ihr organisiert Eure Reisen danach, wo es Gutes und Unbekanntes zu essen gibt, wo man gut tauchen kann, wo es Nettes zu trinken gibt und wo Sehenswertes leicht zu erwandern ist, n'est-ce pas ?"
Unsere Erinnerungseckpunkte sind wirklich oft: "Weißt Du noch, da gab es das und das zu essen!"
Und so wird das wohl auch mit La Réunion mit seiner kreolischen Küche werden, die die Einflüsse aller Einwanderernationen aufgesaugt hat und mit den vielen einheimischen (für uns teilweise fremdartigen) Gemüsen, Gewürzen, Aromen und anderen Zutaten arbeitet.
Wir haben viele Möglichkeiten genutzt, einmal die Table d'hôte unserer einheimischen Gastgeber in den Ferienwohnungen zu genießen, in kreolischen Gaststätten entsprechende Gerichte auszuwählen, auf der Straße und Märkten das zu probieren, was da gebrutzelt und von allen gegessen wurde, und auch in der Ferienwohnung mit Küche einige Gemüse und Obst auszuprobieren, was der Händler Unbekanntes hatte.
Die Tables d'hôte sind immer eine gute Gelegenheit, mit den Gastgebern in Kontakt zu kommen und mehr über Land und Leute, Probleme, Essen und Trinken zu erfahren. Die Mitgäste sind dabei u.U. auch interessant. Mit 22 bis 25 Euro klingt das erstmal teuer, aber man bekommt ein komplettes originales Diner mit allen Getränken und die Unterhaltung dazu. In den meisten Gaststätten zahlt man mehr.
Zur Zubereitung von Obst und Gemüse weiß der Händler etwas oder die Dame nebenan, die auch etwas kauft. Man kann natürlich trotzdem mal daneben liegen, wie wir mit den Margoss, die etwas bitter daherkamen. Eine andere Frucht (Zatte) sah nach dem Öffnen so unansehnlich breiig aus, dass ich sie schon in den Poubelle werfen wollte. Beim Kosten erwies sie sich als süß und aromatisch und war mit Joghurt zusammen sehr angenehm.

Wie in Frankreich üblich, macht auch hier das Frühstück nicht viel her, Baguette, Butter, Honig, Marmelade und café au lait. Wenn aber die Gastgeberin die Konfitüre selbst gekocht und noch ein paar frische Früchte oder Fruchtsäfte spendiert hat, sieht die Sache schon anders aus. Zuhause langweilige Bananen oder Ananas werden hier zum aromatischen Genuss.
Mittags ist es meist so warm (erlebte Spitze 43°C), dass wir meist keine große Lust auf ein Déjeuner hatten. Ein paar Samoussas (kleine Teigtaschen mit verschiedenartigsten Füllungen), etwas gekochter Chouchou (Kohlrabi ohne Kohlgeschmack) mit Butter oder ein Obstpotpourri reichten da schon.
Die Hauptmalzeit ist das Diner am Abend, etwas gewöhnungsbedürftig, dass es erst gegen 21 Uhr genommen wird. Wir waren meist zu zeitig in der leeren Gaststätte und sahen den Kellner mit hungrigen Augen an. Aber auch hier zeigte man Verständnis und brachte den Ausländern etwas. Wenn der Betrieb dann richtig losging, waren wir meist schon fertig.

Gegessen werden kleine Gemüseaufläufe (Kürbis, Chouchou,...) als Vorspeise und dann Carrys oder Karis, Zusammengekochtes mit Schweinefleisch, Fisch, Geflügel und Gemüsen mit Reis und Brot als Beilage, gut gewürzt und mehr oder minder scharf, oder auch wieder Teigtaschen gekocht oder frittiert mit verschiedensten Füllungen. Lecker sind auch die verschieden säuerlich angemachten Häckerle aus rohem, gesalzenem oder geräuchertem Fisch.
Mein Favorit war Kari Jaques Boucane, ein Curry aus Jackfrucht und geräuchertem Schweinebauch. Zu meinem Bedauern gab's keine Suppen. Selbstgemachtes Eis ist oft beliebtes Dessert.
Man kann natürlich auch europäisch, chinesisch, indisch, thailändisch oder arabisch essen.

Getrunken wird immer Wasser, aus dem Hahn oder Mineralwasser, und Fruchtsäfte oder Bier (meist einheimisches Dodo). Das Leitungswasser war oft sehr stark gechlort, so dass wir Kaffee mit Mineralwasser gekocht haben. Das preiswerte Bier Dodo ist für meine geringen Ansprüche durchaus trinkbar.
Leider gibt es keinen einheimischen Wein, auch im Supermarkt nicht. Nur im Cirque de Cilaos wird etwas Wein angebaut. Aber als wir dann die armseligen Weinstöcke dort sahen, war uns klar, dass der nicht weit reicht. Er wird angeblich sehr teuer verkauft. Natürlich kann man französische und auch südafrikanische Weine bekommen, allerdings fast doppelt so teuer wie bei uns.
Ein sehr guter Ausgleich dafür ist der landestypische Rhum Arrangé, der als Apéritif, nach dem Dessert als Digestif und überhaupt getrunken wird. Die Zuckerrohrinsel hat natürlich Tradition in der Rumherstellung, aber der "nackte" Rum mit 40-50% ist nicht jedermanns Sache. Also wird der starke Rum mit Früchten der Saison (ähnlich wie bei uns der Rumtopf) oder besser mit Kräutern und Wurzeln angesetzt, etwas ruhen gelassen und dann genossen. Solchen Rhum Arrangé gibt es auch im Supermarkt, aber jeder Gastgeber schwört auf seinen Ansatz, und die Probe gibt ihm meist recht ;-). Aber das Getränk hat immer noch um 40%.

Cirque de Cilaos, Klick vergrößert
Kraterrand des Cirque de Cilaos beim Blick aus dem Ferienzimmer
Blick vom Îlet a Cordes nach Cilaos, Klick vergrößert
Jeder halbwegs gerade m2 für den Anbau genutzt im Ilet a Cordes
Südküste bei unschönem Wetter, Klick vergrößert
Südküste ist bei blauem Himmel nicht viel freundlicher als bei grauem
Lavaküste im Osten, Klick vergrößert
Dampfende Lava kurz vor der Ostküste, Klick vergrößert
Die Lava dampft noch (letzter Ausbruch 2007)

Tauchen auf La Réunion

Wer sich auch nur einigermaßen vorher über La Réunion informiert, wird kaum nur zum Tauchen dahin reisen. Nord-, Ost- und Südküste sind bedingt durch den vulkanischen Ursprung sehr felsig und unzugänglich. Es gibt dort sehr wenige Bootshäfen und starke Brandung, so dass Sporttauchen praktisch nicht möglich und wahrscheinlich auch nicht sehr attraktiv ist.
Lediglich an einem Teil der Westküste von La Possession im Norden bis hinab nach St. Leu gibt es Strände mit vorgelagerten Korallenriffen und Felsenbuchten, die sehr gut zum Tauchen geeignet sind. Um La Possession tauchen überwiegend die Einheimischen, da es hier etwas preiswerter ist (wenig touristische Infrastruktur), die Zentren für Touristen (meist aus Frankreich) sind St. Gilles les Bains und St. Leu, die wir uns beide angesehen haben.
Westküste (St. Leu mit vorgelagerten Korallenriffen
An der Küstenlinie vor St. Leu ist die Korallenriffkante deutlich zu erkennen

In diesem gesamten Abschnitt sind zwei Typen von Tauchplätzen vorhanden, felsige mit weniger Korallen und etwa bis 30 m und dem Strand vorgelagerte Korallenriffe mit Tiefen um 15-20 m und vielen verschiedenartigen und reichhaltigen Korallengärten.
Die für den Indischen Ozean typischen Korallenfische bevölkern das Areal, aber in deutlich geringerer Dichte als z.B. um die Malediven. Großgetier (Haie, Mantas, Walhaie, Barakudas, Schildkröten, ...) habe ich überhaupt nicht gesehen. Es soll sie gelegentlich geben vor den angeblich besten Tauchgefilden vor dem Point au Sel bei St. Leu, wo es auch mit 70 m etwas tiefer sein soll.

Tauchbasen gibt es in beiden Orten einige (Go.gle zeigt sie an), deren Angebote aufgrund der Gegebenheiten relativ gleichwertig erscheinen. Ich bin in St.Leu (in St.Gilles sind wir nur ausgedehnt geschnorchelt) bei Abyss Plongée gelandet.
Sie waren dicht bei unserer Ferienwohnung, und der Tauchgang kostete "nur" 40 Euro, wenn man sie im Doppel machte. Die Preise sind das Höchste, was ich bisher erlebt habe. Bei anderen Basen dort ging es bis 52 Euro/Tauchgang.
Getaucht wird von relativ kleinen Booten aus, Zodiac mit Sonnendach und Leiter oder ähnliches Stahlboot mit Außenborder (siehe Bilder). Die großen Tauchcenter fahren an den Wochenenden mit etwa 20 Tauchern raus, in der Woche aber auch mal nur mit einem. Wir waren auch einmal nur zu zweit, was ja nicht unbedingt schlecht ist ;-).
Bei Abyss Plongée ging's früh um 8:15 Uhr für zwei Tauchgänge raus und nochmal um 14 Uhr für einen. Wir zogen uns in der Basis um, liefen zum Hafen, schafften Flaschen und Zubehör auf das Boot, und los ging's.
Das Schleppen der 15-l-Stahlflaschen und das Aufschlagen des Zodiac auf den Wellenkämmen ist nicht (mehr) unbedingt meine Sache. Meine Bandscheiben haben sich jedenfalls nachdrücklich einige Tage beschwert.
Wie meist üblich war der erste Tauchgang etwas tiefer, um 30 m, und der zweite flacher, um 15 m. Korallen gab's sehr schöne und viele, Korallenfische wenige und größere garnicht. Das Wasser war meist sehr klar, die Sicht also wirklich gut.
Unangenehm bei der flacheren TG war die starke Dünung, die den Taucher hin- und herwarf und manchmal auch über scharfen Untergrund schleifte.
Nordküste
Unwirtlicher Strand an der Nordküste
Bootshafen von St. Gilles, wo auch die Tauchbasen liegen, Klick vergrößert
Bootshafen von St Gilles, wo auch die Tauchbasen liegen
Boot von Abyss, St. Leu
Boot von Abyss Plongée in St. Leu
Etwas bequemeres Boot von B'Leu Océan, St. Leu
Bequemeres Boot von B'Leu Océan in St. Leu
Bild aus dem Aquarium von St. Gilles, das der Realität an den Saumriffen gut entspricht, Klick vergrößert

Schutzzonen an der Westküste, Klick vergrößert

Tauchbasis Abyss an der Strandstraße von St. Leu

Korallenriff im Aquarium von St. Gilles, gibt die Realität sehr gut wider

Vor der Westküste gibt es mehrere Schutzgebiete, die nicht betaucht werden dürfen (rot)

Tauchbasis Abyss Plongée direkt an der Strandstraße von St. Leu

Erster und zweiter TG folgten ohne Pause (außer kurze Zeit für den Wechsel des Platzes) aufeinander, Flaschen wechselt man bei fahrendem Boot. Diese Bedingungen sind etwas härter, als man von Ägypten oder den Malediven gewöhnt ist. Darüber sollte man sich im Klaren sein, wenn man hier tauchen will.
Die Boote werden an Bojen verankert, Sicherheitsgerät, Sauerstoff und Handy sind mit an Bord. Brevet und Tauchuntersuchung wurden aber (bei mir) nicht kontrolliert, was ein Versehen gewesen sein kann. Kompressor, Ausrüstung und Boot waren neu oder voll in Ordnung. Man kann die eigene Ausrüstung in der Basis spülen und lagern.
Diese Bedingungen waren also weitgehnd in Ordnung. Ob die Qualität der Tauchplätze dann aber die Wahnsinnspreise für die Tauchgänge rechtfertigt, muss wohl jeder selbst entscheiden.

Andere Aktivitäten

Klettern im LavagesteinTandemflug mit dem GleitschirmDie richtige Insel für den Strandurlaub ist LR nicht. Es gibt wie gesagt nur relativ wenige Sandstrände mit Bademöglichkeit. Die sind allerdings meist angenehm, da hohe Bäume bis kurz vor das Wasser gehen, sodass man sich sehr angepasst sonnen kann.
Das klassische Baden wird dadurch beeinträchtigt, dass man praktisch auf dem versandeten Riffdach läuft bzw. schwimmt. Es sind also mehr oder minder große Hindernisse unter Wasser. Zu empfehlen sind immer Tauchmaske und Flossen. Man sieht, was unter Wasser ist, und kann sich auch in den auftretenden Strömungen besser bewegen. Außerdem wird es einige Meter weiter draußen sehr schön, denn das Korallenriff setzt sich immer mehr gegen den Sand durch. Fische und andere Rifftiere lassen sich in dem klaren Wasser beobachten. Bis zur Riffkante vorzudringen, ist mir allerdings auch bei Flut nie gelungen, das Wasser wird vorn einfach zu flach.
Hauptaktivität der aktiven Touristen ist wohl das Wandern im Gebirge, wobei für jede Leistungsstufe etwas zu finden ist, vom Spaziergang auf gut gekennzeichneten Wanderwegen bis zum Klettern.
Für einiges Geld kann man das Gebirge und den Vulkan auch mit dem Hubschrauber oder Ultraleichtflieger ansehen. Bei entsprechendem Wetter waren die Hubschrauber für die Wanderer allerdings mit ihrem Lärm schon recht lästig. Rafting und Klettern im Wasserfall waren weitere Attraktionen.
An der Westküste hat wegen der idealen Bedingungen das Gleitschirmfliegen großen Zuspruch. Gleich an der Küste steigt das Gebirge bis auf 800 m an, so dass man sich zum Strand hinabschwingen kann. Tandemflüge werden für Touristen natürlich angeboten.
Wellenreiten ist in diesem Gebiet auch möglich, Geduld beim Warten auf DIE Welle scheint aber nötig zu sein ;-).
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Geduld für DIE Welle

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Letzte Änderung: 20.05.2014