Altes Tauchen -> Reisen --> Zakynthos - Anfang Oktober 2009

Hafen Limni Keriou

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Anfang Oktober 2009 haben wir für eine Woche die für beste Tauchbedingungen bekannte (oder beworbene?) griechische Insel Zakynthos besucht.
Zakynthos liegt westlich vom griechischen Festland etwa auf der Höhe von Sizilien. Wir haben vom Wetter und vom Tauchen her ähnliche Bedingungen wie in Kroatien erwartet, was sich auch bestätigt hat.

Dive Center Turtle BeachDa für die Vorbereitung wie (fast) immer keine Zeit war, haben wir einen Komplettanbieter gesucht und in der Tauchbasis Turtle Beach aus Limni Keriou gefunden (auch Sitz in D). Jürgen hat sich um Flug, Quartier, Tauchen, Mietauto und RRV gekümmert. Das war in summa ev. etwas teurer, als wenn wir es im Detail selbst realisiert hätten, aber es hat alles perfekt geklappt.

Da schwebt se, ... Karetta KarettaDie Tourismus-Werber für Zakynthos bauen auf die Mittelmeer-Schildkröten, die ausgerechnet auf einigen Stränden dieser Insel jedes Jahr im Frühjahr ihre Eier ablegen. Begrüßenswerte Umweltschützer versuchen, die Gelege vor der überbordenden Tourismusentwicklung zu beschützen. Um August herum schlüpfen dann die kleinen Karetta Karetta und streben (hoffentlich) ins offene Wasser.
Auch außerhalb dieser Zeiten findet man die Schildkröten überall, auf Fotos, als Plüschtiere, aus Stein, Holz und natürlich Plastik, nur nicht im Wasser beim Tauchen. Aber das hatten wir auch nicht wirklich erwartet. Reden wir also nicht weiter drüber.

Wahl von Zeit und Ort
Die Reisezeit Anfang Oktober erschien uns nach Erfahrungen aus Kroatien und Gozo gut geeignet. Von Juni bis August ist es auch auf Zakynthos zu heiß, vorher ist das Wasser zu kalt, und in der Hauptsaison überschwemmen auch Touristen aus GB, I, D und vom griechischen Festland die Insel, wie wir dann hörten. Im Sept/Okt ist es wesentlich entspannter in der Tauchbasis und den Tavernen, und es lässt sich auch in der grünen Landschaft wandern. Allerdings kann auch das zunehmend stürmische Wetter das Tauchen mit hohem Wellengang und schlechter Sicht behindern. Das verstärkt sich im Oktober weiter. Ende Oktober verlässt deshalb auch der letzte Ferienflieger die Insel. Viele Tavernen und Tauchbasen sind da schon geschlossen. Im Winter bleiben die Einheimischen wohl unter sich. Dann machen sie den wenigen Kaninchen und ermatteten Zugvögeln mit zahlreichen Schrotflinten den Garaus, haben wir gehört. Die massenhaft rumliegenden Patronenhülsen lassen das durchaus glauben.


Herrlicher Laganas-StrandDie Insel ist sehr unterschiedlich touristisch erschlossen. Der gebirgige Nordwesten hat eine herrlich grüne Vegetation und Wandermöglichkeiten, aber wegen der hohen Steilküste kaum Strände und keine touristischen Zentren. Die sind im Südosten um Zakynthos-Stadt, Laganas und Vassilikos. Der Gipfel ist wohl Laganas, das eine unsägliche Ansammlung von Bretterbuden der Vergnügungsindustrie ist. Aber auch zwischen Zakynthos-Stadt und Vassilikos im Osten reiht sich auf einem schmalen Streifen ein Hotel an's andere, allerdings keine Riesenkästen, obwohl die Strände nicht besonders attraktiv erscheinen. Was zieht die Leute dahin?
Die Halbinsel um Keri in Südsüdost bildet (noch?) eine gewisse Ausnahme. Es gibt den (um diese Zeit) ruhigen kleinen Hafen von Limni Keriou, in dem genügend Tavernen, nette Ferienhäuser und auch zwei (u.a. deutschsprachige) Tauchbasen liegen, die Spots um die Halbinsel herum und die kleine Insel Marathonissi anfahren, die aussieht wie eine riesige Schildkröte. Welche von den Basen man nimmt,...? Der Ort scheint jedenfalls der richtige, wenn man auf Zante tauchen will.

Anreise
So wird man empfangen!Wir sind mit Air Berlin von Nürnberg direkt nach Zakynthos geflogen. Man hätte auch mit Auto und Fähre hingelangen können, aber das wäre noch mehr Stress gewesen. Es reichte schon so, denn in unserem Serviceland bekam man natürlich keinen auch nur einigermaßen passenden Anschlussflug von Dresden, das ja einen hübschen Flughafen hat, und auch keinen Zug der DB so früh am Morgen (Abflug 8:30 Uhr). Also nimmt man einen zusätzlichen Urlaubstag, um passend nach Nürnberg zu kommen. Aber NUE ist ja 'ne nette Stadt...
Und die DB hat ja soo viele übersichtlich Sondertarife, ein Mietwagen oder das Parken in NUE wären jedenfalls teurer gewesen.
Tauchgepäck-Transport mit AB war diesmal kein Problem, wir bekamen alles in unsere zwei 20-kg-Koffer, meldeten also kein Tauchgepäck an, und Regler, Lampe und Computer im Handgepäck interessierten niemanden, auch ohne Anmeldung nicht.
Am Flughafen Zak. wartete schon unser kleiner Mietwagen, mit dem wir uns selbst transferierten, zunächst in die Basis als Dreh- und Angelpunkt und dann in unser Steilküstenhaus Bella Vista.

Unterbringung
Bella VistaBella Vista hat uns ausnehmend gut gefallen und ist (bestimmt auch mit Kindern) sehr zu empfehlen. Allerdings braucht man einen fahrbaren Untersatz, Auto oder Moped, wenn man nicht immer den etwa einen Kilometer mit etwas Höhenunterschied zu Tauchbasis, Tavernen, Supermärkten,... tippeln will.
Bella Vista ist ein auf hoher Klippe gelegener, relativ neuer, zweistöckiger, schöner und zweckmäßiger Bau mit Ferienwohnungen mit 1 oder 2 Zimmern, Küche, Bad und Terrasse(n). Es bietet herrliche Blicke über die Schildkrötenbucht und ins grüne Gebirge und hat einen eigenen kleinen Badestrand ziemlich viel tiefer. Abends zirpen die Grillen, morgens (sehr früh) krähen die Hähne, sonst ist fast nichts Störendes zu hören. Dicht am Haus ist es schon schön bepflanzt, in der weiteren Umgebung könnte man mal 'ne Gerümpelaktion machen.
Bella Vista gehört wie Tauchbasis und Taverne zum Imperium von Timo(theus), der auch das Tauchboot führt. Er hat direkt im Ort noch weitere Ferienwohnungen, uns hat es aber hier besser gefallen, zumal wir um die Zeit die einzigen Gäste im ganzen Haus waren.
Einheimisches Obst und GemüseIn der Küche waren alle Gerätschaften, die man für Frühstück und Imbiss braucht, so dass wir meist nur am Abend in eine der Tavernen gingen. Lebensmittel bekommt man problemlos in den kleinen Supermärkten am Ort, preiswerter allerdings in einem Li.l an der Straße Richtung Flughafen. Mit Auto oder Moped sind die Entfernungen auf Zakynthos sehr überschaubar, es ist doch eine kleine Insel.
Ein Wermutstropfen in der Idylle waren (für uns) die griechischen Mücken. Im Haus sind zwar Fliegengitter, und wir haben abends ausführliche Jagden veranstaltet. Trotzdem haben es einige der winzigen Mistviecher meist geschafft, sich an unserem Ouzo-haltigen Blut zu laben, und die Stiche jucken immer noch! Also unbedingt 'ne Mückenlampe und Autan-Erzeugnisse mitnehmen.
Von der Badebucht aus kann man auch sehr bequem schnorcheln, vorgelagerte Felsen machen das ziemlich interessant.
Auf Radio/Fernsehen oder gar WLAN muss man in Bella Vista verzichten, aber für 1 Woche geht das gerade so.
Der Stromanschluss hat bei Sturm zwar etwas geflackert und fiel auch mal kurz aus, mit Notebook aber kein Problem.

Tauchen
Sabine und Stefan managen die Tauchbasis Turtle Beach in entspannter und trotzdem geordneter Atmosphäre. Mit meinem alten Zweischlauch-Regler zu tauchen, eine 15-l-Pulle statt der üblichen 12 l zu bekommen usw. waren keine Probleme. Sie tauchen beide mit den Gästen, die wie ich zu faul sind, auf den Weg zu achten, und sich gern die kleinen Dinge uW zeigen lassen, die man als Lokalunkundiger einfach übersieht. Sowas wie ein Checktauchgang entfällt, nach ein/zwei TG wissen die beiden, wohin ihre Schäfchen gehören.
Tauchplätze an der KüsteGetaucht wird entlang der Steilküste der Halbinsel und nur vom Boot aus, das (bei geeignetem Wetter) gegen 9.30 und 14 Uhr rausfährt. Flaschen und persönliche Ausrüstung bringt ein Transporter, der den Weg wider Erwarten doch immer wieder schafft ;-), zum Boot, und dann wird gemeinsam eingeladen.  Das Boot ist für die Taucherei vernünftig ausgestattet, der Platz wird in der Hochsaison aber wohl ziemlich knapp. Bei uns waren es zwischen 5 und 10 Tauchern, was genügend Freiraum ließ. Es gibt eine ausführliche Tauchplatzbeschreibung und eine gezielte Einteilung der Tauchteams. Die Anfahrt dauert zwischen 15 und etwa 30 min. Vor Ort wird meist an selbst gesetzten Bojen festgemacht.
Die Ermahnung lautet, max. 30 m tief und bis zu 60 min oder 40 bar zu tauchen. Selbständig loszuziehen ist kein Problem.
Die Tauchplätze sind typisch für die mediterranen Karstküsten. Man folgt dem Küstenverlauf oder herausführenden Felszungen, kann in Grotten oder kleine Höhlen eindringen (Lampe mitnehmen!) oder durch Tunnel tauchen. Die Fauna war erwartungsgemäß relativ karg, Oktopusse, Muränen, Drachenköpfe, Gabeldorsche, bunte Schnecken,... gab's aber doch ab und zu zu sehen.
Glanzpunkte für mich waren die Grotten und kleinen Höhlen, in denen das Wasser auch meist deutlich klarer als vor der Küste war. Das durch den herbstlich stärkeren Wind aufgewühlte Wasser nagt dort an dem Kalkstein und erzeugte manchmal eine milchige Waschküche, siehe auch das Küstenfoto in der Galerie. Auf Gozo wär' das nicht passiert, aus Kroatien kannten wir aber ähnliche Erscheinungen schon.
Für die Höhlen hatte ich nur meine kleine neue, dafür völlig ausreichende LED-Lampe GS35 mit, die ich mir zugelegt hatte, weil meine Frau die ewigen Querelen beim Einchecken mit meinem dicken Bleigel-Akku auf dem Flughafen satt hatte ;-). Die Tauchbasis leiht aber auch Lampen aus.
Die Wassertemperatur lag tiefenunabhängig bei etwa 22°C, mein 5-mm-Longjohn mit Jacke, ohne Kopfhaube und Handschuhe war dafür ideal, Shorty wäre doch wohl zu wenig gewesen.
Historisches Gebäude in Zakynthos-StadDie Flaschen (12- und 15-l-Stahl, DIN oder INT verfügbar) waren immer schön voll, die Filterkontrolle zu Hause zeigte, dass die Luft auch i.O. war.
Nette Erscheinung am Rande, am Ankunfts- und Abreise-Tag gibt's traditionell ein kleines Abendtreffen in Timos Taverne, wo man mit den gerade an der Basis Tauchenden Kontakte pflegen kann.
Fazit Tauchen:
Volle Zufriedenheit mit der Basis, als Mittelmeer-Tauchgebiet gefielen mir aber Gozo und auch die Liparischen Inseln besser.

Was gab's sonst noch so?
Eine Woche ist verdammt schnell rum, aber die wetterbedingten Tauchausfälle schufen etwas Freizeit, in der wir mit dem Auto und zu Fuß die Insel erkundeten, was wirklich interessant war wegen der berückenden Landschaften im Nordwesten.
Architektonische Historie ist nicht allzuviel vorhanden (oder waren wir nur unzureichend informiert?), da die letzten Erdbeben nur Steinhaufen übrigließen, aber in Zakynthos-Stadt z.B. lässt sich durchaus auch nett schlendern. Über die Souvenir-Industrie kann man ja geteilter Meinung sein.

Invest-Ruine in Vassilikos


zurück zu Reisen                     Letzte Änderung 20.05.14