-Grenada - Februar/März 2005 
 
Carriacou & Green Roof Hotel Carriacou mit Silver Diving
Grand Anse Bay - Mariposa Grenada mit Dive Grenada
Kontaktadressen FAQ
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In den Bechern ist Rum-Punsch :-))
Im Februar waren wir mal wieder reif für die Insel. Da sich natürlich vorher keiner gekümmert hatte und außer wagem Man-Könnte-Ja-Mal nix geworden war, musste es schnell gehen und Allesfinder Goo... ein paar Last - Minute - Angebote zusammenkratzen.
Von der Jahreszeit her kam u.a. die uns noch unbekannte Karibik in Frage (beste Reisezeit Dezember bis April).
Ivan hat Bäumchen dreh' Dich gespielt!Hier sollte es nicht ins pralle all-inclusive-Touristen-Vergnügen gehen, sondern möglichst an ein ruhiges Fleckchen, taucherische Infrastruktur vorausgesetzt.
Allmählich kristallisierte sich Grenada als diesjähriges Reiseziel heraus. Wir schwankten zwischen der Hauptinsel und dem Nebeninselchen Carriacou (sprich Carry-a-koo) und teilten den Urlaub deshalb einfach auf beide Plätze auf. Dafür konnten wir aber keinen Reiseanbieter entdecken, wohl vor allem, weil Hurrikan Ivan im September 2004 Grenada übel mitgespielt hatte. Einige Hotels taten aber auf ihren Homepages kund, dass sie schon wieder geöffnet hätten. Der Rest war Terminschaukelei zwischen unserem Kalender, einem günstigen Flug und freien Hotelzimmern. Das lief auch mit Grenada optimal mit Email und Fax (siehe Kontaktadressen).

So landeten wir nach 10 stündigem Flug von Dresden über Frankfurt mit der Condor (30kg Tauchgepäck frei, keine Anmeldung erforderlich, Flughafengebühr EC$50 schon im Flugpreis) schließlich auf Grenada. Condor fliegt einmal pro Woche hierher. Der Flug war absolut ruhig und erträglich, nur an der Qualität des Essens wäre ich fast verzweifelt :-((.
Und Condor hat Kopfhörer mit einfachen 3,5-mm - Klinkensteckern und nicht den Spezialsch... mit zwei Steckern wie die LTU!

Grenada = Grenada & Carriacou & Petit Martinique
  • nördlich von Venezuela, östlich von Kuba, vulkanischer Ursprung,
  • Grenada 18km breit, 34km lang, 440km²,
    insgesamt 102.000 Einwohner, mind. 1/4 Taxifahrer,
  • 1498 von Columbus entdeckt, 1609 bis 1783 zwischen Frankreich und England hin- und hergezerrt, dann engl. Kolonie, 1974 unabhängig, Mitglied des brit. Commonwealth,
  • Export: Limonen, Muskat, Zimt, Nelken, Ingwer, Rum, Musik,...
  • Import ;-)): Autos mit Musikanlagen, Lautsprecherboxen,  Verstärker, CD/DVD, Taxis, Hupen, blaue Plastikplanen, Touristen,...
  • Pass erforderlich (noch 6 Monate gültig!), hätten wir
    beinahe vertrieft, 26€ Expresszuschlag für neuen :-((
  • Währung XCD, East Caribbean Dollar, 1€ = EC$3,37
    US$ wird überall genommen, US$1 = EC$267,
    VISAcard war kein Problem, Bargeld nur in der Bank,
  • 8% Steuer in Hotels und Restaurants,
    10% service charge wird in Gaststätten automatisch aufgeschlagen, weiteres Trinkgeld nach Belieben,
  • Linksverkehr, örtlicher Führerschein erforderlich (EC$30)!
  • 220V, Steckeradapter nötig (britisch auf DIN),
  • Telefonvorwahl: 001473, nach D: 01149,
Betrübter Hafen von St. George's

Übrigens regnet es hier durchaus mal ein bisserl und hat grauen Himmel, aber dann wird's schnell wieder blau...

Immer noch Hafen!
Unser Maschinchen nach Carriacou Carriacou & Green Roof Hotel
Auf dem Flughafen in Grenada gab's den ersten kleinen Dämpfer unserer Selbstorganisationseuphorie, beide Fährschiffe nach Carriacou, wohin wir ja für die erste Woche wollten, waren auf unbestimmte Zeit defekt.
Uih, also kleines Flugzeug der einzigen kleinen Fluggesellschaft SVG buchen. Darauf waren aber vor uns schon andere gekommen, also Flug erst am nächsten Tag.
Uih, also Hotel für eine Nacht nötig, aber viele Hotels kaputt und einige von Studenten belegt, deren Wohnheime Ivan auch zerlegt hatte. Mit Hilfe freundlicher Menschen, die manchmal ein ziemlich karibisches Englisch sprachen, sicherten wir trotzdem die erste Nacht (im Tropicana Inn am Jachthafen) und machten uns an die Erkundung von St.George's, der Hauptstadt (siehe dazu Teilbericht zu Grenada).

Am nächsten Mittag also wieder zum Flughafen, wie für die Großen einchecken und ab in die kleine 10-sitzige Beachcraft, die bestimmt schon 20 Jahre treue Dienste leistet. Aber der Pilot war ja mit an Bord... Der Flug war echt herrlich (Doppelklick auf Bild links!) und billig!

Natürlich wieder ein Taxi schaukelte uns vom Lariston Airport :-)) zum Green Roof Inn, dass die Ehre hatte, uns die nächste Woche zu beherbergen.
Das Hotel liegt etwa 1km außerhalb von Hillsborough, dem Hauptdorf von Carriacou (13 sqmiles, 9.000 Einwohner). Es ist ein sehr familiäres Etablissement mit 5 Zimmern, einem ausgezeichneten Abendrestaurant und sehr nett im Grünen direkt am Wasser gelegen. Und überhaupt war es der reine Glückstreffer (sogar WLAN mit Flatrate)! Es wurde ab 1996 in schwedisch-karibischem Stil ;-) gebaut, empfängt seit 1998 Gäste und ist fest in schwedischer Hand (Jonas), hat aber internationales Publikum. Die Zimmer haben keine Klimaanlage, nur einen (leisen) Miefquirl und zum Teil unverglaste Lüftungsöffnungen. Da vom Meer immer ein frisches Lüftchen wehte, konnten wir damit ausgezeichnet schlafen. Generell empfehlenswert ist aber das Mitbringen von Gaze, die man mit Klettband am Fensterrahmen befestigt. So konnte man auch ohne das (vorhandene) Moskitonetz schlafen. Mücken plagten uns also nicht, Ameisen hatten aber Brot- und Käsereste entdeckt und fleißig über eine eigens angelegte Straße abtransportiert. Also nix dergleichen rumliegen lassen!

Direkt vor dem Hotel kommt man nicht ins Wasser, aber etwa 200m nach rechts kann man sogar in klarem Wasser zwischen Felsen schnorcheln und sich zwischen Schwärmen von Jungfischen tummeln. Da habe ich den einzigen Oktopus unserer Karibikreise gesehen (außer auf dem Teller).

Apropos Teller, irgendwo im taucher.net hatten wir gelesen, dass es auf Carriacou schwierig sei, zu einer warmen Abendmalzeit zu kommen.
Ich denke dagegen, man könnte es auch als Gourmet-Reiseziel verkaufen. Die unten aufgezählten Speisepunkte werden zwar meist von Ausländern betrieben, aber das Essen... hin und weg! Es wurde nicht unbedingt einheimisch gekocht, aber Nouvelle Cuisine mit einheimischen Inkredenzien und Gewürzen.
Und das Restaurant des Green Roof war eines der besten davon, eigentlich brauchte man also nicht aus dem Hause. Wir mussten die anderen aber auch probieren. Callalou- und Lobster-Suppe, geräucherter Lobster, Dorado,...
Wir litten also nicht an Auszehrung.

Neben dem Tauchen, Schnorcheln und Essen verbrachten wir unsere Zeit mit Spaziergängen und anstrengendem In-die-Gegend-gucken. Gegen 11 Uhr kamen wir meist vom ersten Tauchen zurück und besorgten uns einen kleine Imbiss in einem der Tante-Emma-Supermärkte (Cola ist da Warm-, Bier aber Kaltgetränk).  Imbissend mit anderen Tauchern verschwatzten wir die Zeit bis zum 2. TG unter Beobachtung des Hauptstraßen-Lebens oder gingen gleich zur Siesta ins Hotel. Zwischen 12 und 16 Uhr empfiehlt es sich eigentlich, es den Einheimischen gleichzutun und sich ein schattiges Plätzchen zum Dösen zu suchen. Um 18.30 Uhr wurde es schlagartig dunkel, bis dahin sollte man sich für das Abendrestaurant entschieden haben.

Eine nette und empfehlenswerte Abwechslung war eine Inselrundfahrt mit Taxi-Kleinbus, die wir uns kostenoptimal zusammen mit Urlaubsfreunden leisteten. So erfuhren wir wenigstens ein bisschen über Geschichte, Ökonomie und andere Inselinterna von unserem kompetenten Taxi-Fahrer / Führer.
Wesentlich war auch, dabei die Tyrrel Bay und die ausgezeichnetet Pizzeria dort (natürlich von Italienern geführt) neben der Tauchbasis Lumbadive kennen zu lernen ;-))
Freunde, die noch eine Woche länger dort waren, erzählten uns dann noch, dass es sehr lohnenswert sei, eine Bootsfahrt zu den Tobago Keys zu machen, wo man herrlich schnorcheln könne.

Tja, wie's so ist, eine Woche ist rasend schnell um, die Fährboote fuhren wieder. Wir schifften uns mit Sack und Pack ein und schipperten nach Grenada zurück.
Carriacou bleibt für uns der Eindruck ruhigen Landlebens, netter Bekanntschaften mit anderen Reisenden, herrlicher Landschaft über und unter Wasser und excellenter Kochkunst.
Und den Rum haben wir da auch entdeckt ...!
Anflug auf Carriacou - Das muss man groß sehen! - Bitte klicken!
Green Roof Inn von Seeseite
Terrasse vor den ZimmernAufgang zum luftigen Restaurant
Es ladet zum Frühstück......und erst recht zum Abendessen!
Auge, was willst Du mehr?
Glei ditscht se nei!
Hillsborough in voller Breite!

 

Silver DivingBasis direkt am Strand Carriacou und Silver Diving

Nach unseren Vorkenntnissen gibt es drei Tauchbasen auf Carriacou, die Arawak Divers (Tyrrel Bay), Lumbadive (Tyrrel Bay) und Silver Diving (Hillsborough). Da wir viel Gutes über Silver gelesen hatten und unser Hotel dort in der Nähe war, landeten wir dort.

Geräumige Vorbereitung im Schatten Max und Claudia haben Silver Diving als PADI-Basis seit etwa 12 Jahren aufgebaut und wohl eine kleine Perle geschaffen, die unseren Ansprüchen optimal genügt hat.
Der technische Hintergrund ist beeindruckend. Es gibt etwa 50 10- und 12-l-Aluflaschen, die einschließlich Ventilen in sehr gutem Zustand sind. DIN-INT-Adapter braucht man hier nicht herzuschleppen, Max kann alles bieten.
Er hat drei kleinere Bauer-Kompressoren (140l/min), die in einem ordentlichen Kompressorraum stehen und deren Luftqualität halbjährlich zertifiziert wird. Und wenn dann doch mal ein, zwei Phasen des wackeligen Stromnetzes der Insel ausfallen, hat Max noch zehn 40-l - Speicher - Flaschen hinterm Haus (auch die perfekt verdrahtet).
Auch an Sauerstoff für den Notfall ist ein größerer Vorrat vorhanden; eine Druckkammer ist nicht auf der Insel, die nächste wohl erst auf Barbados.
Mit dem Werkzeugsatz in der Werkstatt kann bestimmt jedem geholfen werden, der ein Problemchen mit seiner Ausrüstung hat. Auch die anderen Einrichtungen des Hauses sind gut durchdacht und funktionieren, die Spülbecken und Trockengestelle, die Süßwasserdusche hinten im Garten, der schattige große Raum zum Niedersetzen, Umziehen und Vorbereiten der Ausrüstung.

Als besonders angenehm empfand ich, daß Max und Claudia sich nicht hinter Tresen und Ladenkasse zurückziehen und die Guides den Kundenkontakt machen lassen. Sie sind mittendrin, fassen zu, wo's gebraucht wird, geben auch Tips für andere Highlights auf der Insel, z.B. für eine Inselrundfahrt, auch wenn dafür ein halber Tauchtag verloren geht.
Max taucht viel mit, zeigt gern und unaufdringlich das besonders Interessante und gibt auch sonst bereitwillig Auskunft zu "allseits interessierenden Fragen".
Manchmal ist die Fürsorglichkeit fast zu gross, ein bißchen mehr Eigeninitiative und Zufassen könnte man den sportlich gestählten Fun-Tauchern schon zumuten ;-)) Aber vielleicht geht dann zuviel kaputt.
Großer Betrieb war im Februar nicht, wir fühlten uns in der ruhigen, familiären und verläßlichen Atmosphäre bei Silver Diving sehr wohl.

Getaucht wird von zwei Glasfaser-Piroggen (24/30 feed) mit Heckmotoren (115/170PS), auf die je etwa 12 Taucher passen. Wir waren minimal 4 und maximal 10. Man sitzt auf einer umlaufenden Bank an der Bordwand. Die Geräte stehen angebunden in der Mitte, unter der Bank ist Platz für das restliche Zubehör. Man steigt angezogen am Strand gegenüber der Basis aus dem Wasser über eine Leiter ein, nachdem man vorher das Gerät, das man rübertrug, dem Bootsführer hochgereicht hat. Die Tauchplätze lagen alle in der Bucht von Hillsborough und waren in etwa 10 Minuten schneller Fahrt erreicht. Am Tauchplatz legt man im Sitzen die Ausrüstung an, wobei Guide und Bootsführer umsichtig helfen. Danach läßt man sich nach hinten von Bord plumpsen, und der Spaß beginnt.
Die Tauchgänge waren nicht unbedingt spektakulär aber durch die reichhaltige und gut erhaltene Flora, viel Klein- und auch mal größeres Getier, Baracudas, Tunas, Muränen, Schildkröten,... und für mich vor allem durch die angenehme Temperatur und die leichte Ausrüstung einfach schön. Es waren meist Rifftauchgänge, also unten an der Wand entlang bis 100bar, dann auf dem Riffdach zurück, und nicht besonders tief (18-28m). Manchmal gab's auch Felsen und leichte Strömung, aber nur so, dass es nicht über easy diving hinausging.
Silver Diving hat auch ein Wrack zu bieten, einen ehemaligen Hochseeschlepper, der im vorigen Jahr auf etwa 28m vor Hillsborough versenkt wurde und schon nett bewachsen ist.
Da schon wochenlang Wind war und viel Sandgrund, blieben die Sichtweiten insgesamt hinter unseren Erwartungen zurück, 10 manchmal 20m. Aber wir konnten leider keine besseren Bedingungen abwarten.
Tauchen (1-tank-dive) war immer um 9.30 und 13.30 Uhr. Man brauchte sich vorab in keiner Weise langfristig festzulegen, abgerechnet wurde am Ende. Ein TG kostet reichlich US$30.

 

Füße reinigen, Ausrüstung spülen, aufhängen, duschen gehen!
Maxens großes Boot
Einsteigen am Strand, Max immer mit Lulle ;-)
Gut getarnt!... und hier sind UW-Bilder von Katie & Peter, mit denen wir getaucht sind,... danke!

 

Blaufußkrebs Blaue Trichterkoralle

 

Grenada - St George's - Grand Anse Bay - Mariposa Beach Resort
Grand Anse Bay in voller Breite (rechts)
Nach etwa 2 Stunden Fahrt mit dem Fährboot von Carriacou landeten wir also wieder auf Grenada, im Stadthafen an der roten Feuerwache. Die Fahrt entlang der Westküste bietet herrlichen Ausblick auf die grünen, wolkenbedeckten Berge und Siedlungen mit weißen Häuschen. Am langen Pier lagen diesmal keine hässlichen Kreuzfahrtschiffe sondern ein schlanker 5-mastiger Segler.
Die Hauptstadt St George's liegt am Südwestzipfel der etwa 20-km-langen Insel.

Nette Landkarten zum Selbstausdrucken, auch von Carriacou, findet man übrigens bei Skyview.
Das Städtchen kannten wir ja schon etwas vom ersten Tag, den wir wegen Fährausfall hier verbrachten.
Diesmal ging's aber gleich mit einem Klappertaxi die riesenlange Lagoon Road nach Süden zur Touristenregion von St George's, der Grand Anse Bay, in der nach einem weißen Traumstrand ein breiter Streifen von Hotels den Touristenstrom erwartet(e). Vergangenheitsform wiederum wegen Hurrikan Ivan, der die meisten der leicht gebauten Hotels zerstörte bzw. ungastlich machte. Es wird überall eifrig gebaut, und die etwas geschützter stehenden und fester gebauten Hotels empfangen schon wieder Gäste. Der Betrieb läuft aber auf halber Kraft, wie auch an unserem Hotel Mariposa zu sehen war.
osprey.jpg (44643 Byte)
5-Master an der Pier der Kreuzfahrtschiffe
Beton blieb stehen, alles andere flog weg Blaue Plastfolien ersetzen überall die Dächer
Das Mariposa Beach Resort liegt sehr schön auf der Südseite einer schmalen Landzunge zwischen den Grande Anse und der nächsten malerischen Buch, der Morne Rouge Bay. Es besteht aus ein- oder zweistöckigen "Villas", die wie ein Bergdorf am Hang kleben. Die Superior-Zimmer sind sehr geräumig und tropisch wohnlich und blicken auf den ruhigen Strand der Morne Rouge. Hier wurde es nur etwas lebhafter, wenn Badegäste aus der Stadt oder mit Wassertaxis von den Kreuzfahrtschiffen kamen.
Der Zimmerservice funktionierte schon wieder, allerdings scheint unter dem Wellblechdach nur noch die Holzdecke zu sein, so dass die Temperatur nachts schnell auf 28°C war, wenn man die Klimaanlage nicht eingeschaltet ließ (laut!). Fühstück- und Abend-Restaurant waren aber offensichtlich behelfsmäßig und u. a. S.*). Da das überhaupt nicht zu dem luxuriösen Zimmerpreis von etwa 130US$ passte, ist wohl ein Großteil davon als Solibeitrag für Ivan-Schäden zu betrachten. Aber das sollte man dann ehrlicherweise so ausweisen! Ok, eine Woche war es problemlos auszuhalten, wir sterben da nicht an Herzdrücken!
Der Run nach dem warmen Abendbrot war auf Grenada schon etwas komplizierter. Einige Hotels machten zwar "Verpflegungsdienst", der auf Dauer nicht recht behagte. Wir können aber das Cinnamon Hill, gleich um die Ecke, aber auch das Tout Bagay im Hafen von St. George's wärmstens empfehlen.
*)
unter aller Sau (volkstümlich für dégoûtant)
Blick vom Morne Rouge Bay auf das Mariposa
Mariposa, das Bergdorf
Das luxuriöse Frühstücksbuffet im Mariposa Schönes Zimmer im Mariposa
Wenn man vom Hotel in die Stadt oder zum Grande Anse will, bleibt nur laufen (20-30min bis zum Shopping Center), Mietwagen oder Taxi. Einkaufsmöglichkeiten als Einkaufszentren oder Supermärkte gibt es reichlich, und man kann sich für den Mittagsimbiss oder den Alkoholpegel problemlos versorgen. Die Supermärkte sind auch willkommene Rettungsinseln mit Klimaanlagen, wenn's draußen doch mal zu schwül wird.
Wenn man erstmal vorn am Shoppingcenter ist, ist die weitere kostengünstige Beförderung kein Problem. Hier verkehren in enger Folge Kleinbusse bis zum Busbahnhof in St. George's. Man gibt Zeichen, wenn man mit will und klopft an's Blech, wenn man wieder raus will (EC$1,50 sind an den Schaffnerjungen zu zahlen), prima Einrichtung, allerdings hat jeder Bus einen DVD-Player und Lautsprecherboxen ;-)). Die Busse sind prinzipiell auch für Überlandausflüge geeignet, wir haben allerdings die Fahrpläne nicht begriffen.
Zentrum St. George's
Marktbude mit BoomModernster Supermarkt mit Klimaanlage am Grande Anse Fischmarkt (ohne Geruch)
In der Stadt herrscht tagsüber reges Leben, vor allem starker Autoverkehr. Am frühen Nachmittag bestimmen die Kinder in ihren verschiedenen Schuluniformen das Straßenbild. Abends stirbt die Stadt ziemlich aus. Es gibt relativ wenige bessere Gaststätten. Touristen sind nur in fühlbarer Menge unterwegs, wenn zwei dicke Kreuzfahrtschiffe am neuen Pier liegen und ihre Massen in die Stadt ergießen.
Wir wurden nirgendwo so angemacht, wie wir das in arabischen Ländern erlebt hatten, höchstens mit einem Lächeln gefragt, ob wir das oder das möchten. Ab und zu gab's mal 'nen Rumliebhaber, der die karibische Version von "Haste ma 'ne Mark?" praktizierte, aber nie penetrant.

Die Folgen von Ivan sind leider auch hier noch überall sichtbar. Viele Häuser haben nur Plasteplanen als Dach und es herrscht eine rege Bautätigkeit. Die zugehörigen Absperrungen und Schutthaufen lassen das Städtchen nicht gerade hübsch erscheinen, wat mutt, dat mutt!
Die Kirchen scheinen besonders arm dran. Fast alle sind ohne Dach, und der Neuaufbau ist noch nicht recht zu erkennen.

Besondere Sehenswürdigkeiten haben wir nicht entdeckt, das Museum war noch geschlossen.
Kreuzfahrtschiffe bestimmen das Leben ganz schön mit!
Kinder sind die Zukunft des Landes!
Eine der vielen Kirchen ohne Dach Auch innen ist noch nicht allzuviel passiert!

 

divegr1.jpg (53184 Byte) Tauchen mit Dive Grenada

Tauchplätze (Karte von Aquanauts)

Eigentlich wollten wir das mit den deutsch geleiteten Aquanauts tun, aber deren beide Stützpunkte am (bekannten) Grand Anse Beach, dem Strandhotel- und Touristen-Viertel von St George's, waren geschlossen. Im September 2004 war Hurrikan Ivan über Grenada hereingebrochen und hatte bestimmt 3/4 der Hotels hier zerstört, so dass die Aquanauts auf die paar Spinner, die jetzt hier schon wieder tauchen wollten, wohl verzichten konnten.
Dive Grenada hat eine kleine Basis am Südende vom Grand Anse an dem fast schon wieder aufgebauten Flamboyant Hotel, direkt am Strand. Sie wird von Mick, einem älteren Engländer, betrieben und soll die alteingesessenste Tauchbasis auf der Insel sein. Mick ist seit etwa 6 Jahren da. Er bietet alles rund ums Tauchen an, Schnorcheltouren, 1-, 2-Flaschen- und Tages-Bootsfahrten und Ausbildung bis zum PADI-Divemaster. Auf unseren kurzen Blick ist in und vor seinen beiden Räumen das Meiste da, was man zum Urlaubstauchen so braucht, 12-l-Alu-Flaschen mit INT-Ventilen (einige DIN-Adapter vorhanden), ein Kompressor und Speicherflaschen, ein Spülbecken und Trockenstangen, eine Toilette und auch Leihausrüstungen. Brevet und Logbuch spielten nicht so die Rolle, PADI-Haftungsausschlusserklärung reichte. Ausbildung (PADI) fand im Schnellverfahren statt, wie natürlich anderswo auch, und die Ergebnisse durfte ich dann unter Wasser bestaunen.

divegr2.jpg (35252 Byte)
Getaucht wird von einem 32-ft-Boot mit zwei Heckmotoren und Echolot, auf dem etwa 12 Taucher sitzen können und noch ein hilfreicher Bootsführer tätig ist. Zwischen Sitzbank und Bordwand sind die Flaschenhalterungen angebracht, so dass man das fertige Gerät gut im Sitzen anlegen kann. Leider sind die Halterungen für Jackets mit Doppel-Flaschengurten ungeeignet.

Wir fuhren entweder mit Micks Auto in den Jachthafen von St. George's und bestiegen dort das Boot oder enterten es mit Ausrüstung am Strand vor der Basis.

Ein bisschen stressig wurde die Bootsfahrt, wenn Mick noch "Taucher" von den großen Kreuzfahrtschiffen abholte, die oft gerade erst ihre Pooltauchgänge auf dem Dampfer hinter sich hatten und nun dem Freiwasser entgegenfürchteten. Sie waren aber vom dampfereigenen Divemaster begleitet, so dass wir unter Wasser nichts mit ihnen zu tun hatten.

Die Tauchgänge führten durchweg zu sehr schön bewachsenen Riffen (leider bin ich kein Kenner, sondern nur Gucker), die mir noch etwas prächtiger und vielfältiger erschienen als bei Carriacou, der Nebeninsel. Solch herrlichen und gut erhaltenen Bewuchs hatten wir auf den Malediven nie und in Thailand und Ägypten nur sehr partiell gesehen. Dafür war die größere Tierwelt aber deutlich schwächer als in den o.g. Destinationen vertreten, Rifffische, kleine Muränen, Hummer, ein kleiner Ammenhai, ...

Die Flaschen waren von Dive Grenada immer gut gefüllt, und es gab genügend Zeit, sie leer zu nuckeln. Da der Sand spätestens bei 30m begann, ergaben sich relativ lange Tauchgänge um 60 min. Die lokale (amerikanische) Unsitte der 2-tanks-dives, bei denen nach etwa 30min Pause und leichtem Ortswechsel ein zweiter Tauchgang erfolgte, haben wir versucht zu vermeiden. Sie kosten fast doppelt soviel, ohne dass eine echte Pause mit Erwärmung, Essen und Trinken dazwischen liegt, wie wir das aus Ägypten oder Thailand kannten.

Mick zog bei jedem (immer geführten) Tauchgang eine Oberflächenboje mit, so dass das Boot uns problemlos verfolgen und am Ende wieder über die Leiter an Bord holen konnte (Blei und nach Bedarf auch Gerät vorher hochreichen).

So haben wir einige sehr entspannte Tauchgänge mit Mick gemacht, die nicht spektakulär waren, aber eine noch relativ gut erhaltene Unterwasserwelt zeigten. Das Wrack der "Titanic der Karibik", der italienischen Bianca C, die 1961 im Hafen von St. George's ausbrannte und dann auf etwa 50m versenkt wurde, haben wir uns geschenkt, weil natürliche Riffe einen größeren Reiz für uns haben als altes Eisen.

Wir waren mehrere Tage die einzigen Taucher im Boot von Dive Grenada, für uns angenehm aber für's Gechäft ...? Der Aufbau nach Ivan wird bestimmt noch ein Jahr dauern. Aber dann waren wir schon da...

 

Reisekosten 2 Personen:                                                     US$1 = EC$2,67 = 0,813€
.
Flug DRS - Grenada - DRS Condor . 1.396,00 €
Hotel St. George's, 1 Nacht DZ+F Tropicana Inn, Lagoon Road Tel: (001473) 440 1586 57,72 €
Flug Grenada - Carriacou St. Vincent Grenada Air Ltd. Tel: (001473) 444 3549 Fax: 2898 60,16 €
Hotel Carriacou,
7 Nächte DZ + F
Green Roof Inn www.greenroofinn.com greenroof@caribsurf.com
Tel: (001473) 443 6399
399,18 €
Fähre Carriacou - Grenada Osprey Lines Ltd. www.ospreylines.com osprey@caribsurf.com 30,45 €
Hotel Grand Anse
6 Nächte DZ sup + F
Mariposa Beach Resort,
Morne Rouge Bay
mariposaresort@caribsurf.com
Tel: (001473) 444 3171   Fax: 3172
525,60 €
Taxis für Transfer . . 44,71 €

Summe 2 Personen:

2.513,28 €
Vergleich Reiseanbieter: Flug Frankfurt, 14 Nächte DZ sup + F im Mariposa Beach Res., 2 Pers. 3.684,00 €
Weitere Kosten:
Tauchen Carriacou
12er Paket + 2 TG o. Ausrüst.
Silver Diving www.scubamax.com 
scubamax@caribsurf.com 
Tel: (001473) 443 7882

337,36 €

Tauchen Grenada
5er Paket + 4 TG o. Ausrüst.
Dive Grenada www.divegrenada.com 
diveg'da@caribsurf.com
Tel: (001473) 444 1092 Fax: 5875

268,29 €

Essen, Ausflüge, Souvenirs,... .

800,00 €

Summe total:

3.964,35 €

 

Gute Restaurants
in Hillsborough, Carriacou:
Green Roof Hotel Jonas, Tel: 443 6399, etwa 1km nördlich von Hillsborough,
The Garden Restaurant Kate, Tel: 443 7979, Reservierung erfoderlich, links neben Silver Diving
Callalou Tel: 443 8004, am südlichen Ende der Hauptstraße,
in St. George's:
Tout Bagay, Carenage Tel: 440 1500, schräg gegenüber von Feuerwache
   

 

FAQ:

> Ich will eigentlich auch mit der der Basis Aquanauts da zum Tauchen gehen
> und bin auch schon letzte Woche per eMail mit denen in Kontakt. Jetzt
> höre ich das die Basis zu ist. Wie kann das zusammenpassen?
Nein, das hast Du missverstanden bzw. ich hab' mich wohl unklar ausgedrückt. Die Aquanauts haben zwei kleine Stützpunkte am Grand Anse Strand von St.George's, dem normalerweise Haupttouristenbezirk von Grenada. Da dort die Hotels aber kaputt sind, sind DIE jetzt geschlossen, aber natürlich nicht ihr Hauptsitz in der True Blue Bay auf der östlichen Seite des Südzipfels von Grenada. Wir waren bloß zu faul, immer extra dahin zu fahren und sind lieber in die Basis gegangen, die direkt vor unserer Haustür lag, da wir auch keine Ausbildung wollten und sowieso alle die gleichen Plätze anfahren. Billiger war Mick auch.
An den Tauchplätzen habe ich Boote von Aquanauts gesehn, also keine Angst. Du mußt nur mit Ihnen klären, wie Du dort hinkommst, Bus, Mietauto oder abholen lassen.

> Diese 2 Tank Dives habe ich nicht verstanden springt man da wirklich nach
> nur 30 min Pause wieder ins Wasser?
Ja, das ist so eine Ami-Unsitte. Vorgesehene Pause ist wohl 45min. Da wir aber immer verspätet aus dem Wasser kamen, weil bei den Tiefen die Luft in der Pulle nicht alle wurde, blieb meist nur eine halbe Stunde.

> Und wie seit ihr dieser unsitte entgangen?
Da wir oft die einzigen oder 50% der Truppe waren, haben wir uns einfach geweigert. Wir sind dann nachmittags nochmal rausgefahren. Die Fahrzeiten waren ja meist nur etwa 10min. Schließlich mußte Mick ja was verdienen... Er hat das schnell kapiert und auch nicht weiter rumgebrummt.

> Ist es besser wenn ich mein Geld hier in Deutschland in Dollars tausche.
Die Frage kann ich Dir nicht exakt beantworten. Wir haben einfach gepokert und einen guten US$-Kurs abgewartet und dann hier getauscht. Ich denke aber, dass Du bei Euro zu EC$ auch ganz gut hinkommen müsstest, da Du ja nur einmal tauschst und nicht in 2 Stufen. Wir haben übrigens nie direkt US$ in EC$ getauscht, sondern nur vom Wechselgeld gelebt. Rausgegeben wurde nämlich immer in EC$. Da wir dabei meist einen Taschenrechner in der Hand hatten, hat uns auch niemand großartig besch...en.

> Oder kann ich Euros mitnehmen und diese vor Ort in Dollars oder in Karibik Dollars tauschen?
Das kannst Du, aber m. W. nur auf der Bank. Ein paar US$ sollte man also schon einstecken haben. Wie die Kurse und Gebühren auf der Bank sind, weiß ich leider nicht.


Jana H. schrieb ergänzend:
Wir waren 2003 auf Grenada und Carriacou und haben gleichfalls superschöne Tauchgänge gemacht. Vor allem die ruhige Art von Mäxchen hat uns total gut gefallen. Als mir nach dem 1. TG bei ihm die Flasche abgenommen wurde, hat er festgestellt, dass noch ziemlich viel Luft drin war und schon hatte ich für die restlichen TGs eine kleinere, das nenne ich Service!!!
Ist auf Grenada wirklich alles so kaputt, wie man überall liest? Wir haben damals noch zwei Inselrundfahrten mit Sunsation Tours gemacht und viel über Gewürze und Geschichte gelernt...
Übrigens, die Bianca C lohnt sich echt nicht, nur tief und paddeln ohne Ende, wir waren jedenfalls nicht begeistert. Am tollsten ist die Atlantikseite der Insel, viel besser als die Karibikseite, mehr Fisch, größere Langusten und riesige Krabben.

Noch einen Tipp für das nötige Bargeld, wenn man ein Konto bei der Deutschen Bank hat, kann man in Grenada bei der Scotia Bank umsonst Bargeld abheben. Die Bank befindet sich einen kleinen Fußmarsch vom Grand Anse Beach Richtung Hauptstadt entfernt, auch der Minibus hält dort. Ansonsten haben sich Reisecheques in US$ bewährt.

Wir hatten auch das Vergnügen mit der SVG, weil wir von Carriacou noch nach Bequia weitergeflogen sind. Es ist einfach genial, oder???

Ach ja, die Fahrt zu den Tobago Keys ist nicht so einfach, auch Max macht es nicht mehr. Die Keys gehören nämlich schon zu St. Vincent, da muß man kräftig Gebühren für die Ein- und Ausreise aus Grenada zahlen und die Formalitäten erst...

Wir waren erst eine Woche auf Grenada, ein Hotel am Grand Anse Beach ist sehr zu empfehlen wegen der Busverbindung nach St. George's und der Nähe zu den Supermärkten, bei einem Hotel am Flughafen zahlt man einfach nur drauf, wenn es mal in die Stadt gehen soll. Wie gesagt, eine Inselrundfahrt mit Sunsation Tours ist unbedingt empfehlenswert, vor allem mittwochs hatte man einen deutschsprachigen Reiseleiter, der wirklich sehr kompetent auf alle Fragen antworten konnte und sich für alles interessierte. Er hieß Ian und war Engländer und ehemaliger Lehrer.

Wir haben anschließend auf Carriacou auch die Kochkünste der Pizzeria genossen oder uns abends einfach etwas Käse und Brot aus dem Supermarkt unter dem Hotel (Ade's Dream Guesthouse) geholt. Die Zimmer verfügen über eine Kochnische, so dass die Reisekasse geschont werden kann, das Essen ist zwar gut, aber ziemlich teuer.

Ach ja, die Aquanauts haben immer noch einen Tagesausflug in Richtung des aktiven Unterwasservulkans angeboten, der zwischen den Inseln liegt. Die zwei Tauchgänge waren richtig spannend, warme Steine zum Anfassen...

So, habe wohl genug geschwärmt, wir werden auf jeden Fall noch einmal hinfahren, allein der Rum-Punsch ist die Reise wert.


 

zurück zu Reisen                     Letzte Änderung 09.07.14