Altes Tauchen -> Reisen --> Malediven 2011 - Bootstour mit der Cobia Flagge der Malediven

Route des Bootes

Route in Google Earth Download von Google Earth
(für Nicht-GE-Liebhaber) (GE muss installiert sein) (Ich bin nicht verwandt oder verschwägert mit Tante Google!)

Skyline der Wüstenstadt Doha im Emirat Qatar (Zwischenaufenthalt)

Der Bericht kann diesmal kürzer sein, um nicht alles aus dem Reisebericht 2010 zu wiederholen, was prinzipiell gleich war.

Immer im Oktober/November bekomme ich Sehnsucht, mal wieder in warmem Wasser zu tauchen. Natürlich haben meine Tauchfreunde da schon längst gebucht, und alles ist belegt. Ich erinnerte mich, dass Adriano, der letzes Jahr für Aq...naut die Malediven-Tour zu meiner vollen Zufriedenheit betreut hatte, 2011 mit einem selbst gecharterten Boot Touren machen wollte. Und da war noch ein Plätzchen für mich frei, zwar nicht mit der lustigen Alteherren-Truppe vom Vorjahr, nur mit 10 fremden Tauchern. Es stört mich nicht, in ein fremdes Häuflein zu gehen, in der Regel hat man zu dem sympatischen und gleichgesinnten Teil schnell Kontakt, mit dem Rest muss man ja nicht. So war's auch hier wieder. Die Bootstour kostete alles inklusive 1.798 Euro, der selbst gebuchte Flug dann noch 868 Euro (Summe 2.666 €, 2010 waren's 2.819 Euro).

Die Inselstadt Male

An- und Abreise
Der Flug ging diesmal von Dresden über Nürnberg und Doha (Hauptstadt des Emirates Qatar) nach Male, ab Nürnberg mit Qatar Airways, die erstmalig die Ehre hatten, mich zu befördern. Da ich mit den erlaubten 20kg auskam, habe ich weder Tauchgepäck noch Lampe angemeldet, womit es keinerlei Probleme gab. Die LED-Lampe war (leer) im Koffer, die Batterien in der Kabinentasche.
Mit QA war ich prinzipiell zufrieden, enge Sitze wie überall, sehr guter Service, erträgliches Essen und Unterhaltungsangebot. Der Aufenthalt von 12h in Doha beim Hinflug störte mich erstmal nicht, da ich annahm, dass der Airport Doha von ähnlicher Qualität sei wie der in Dubai. Das erwies sich als Irrtum, neben chaotischer Organisation bei der Einreise ist der Passagierbereich doch klein und voll (und hat keinen stabilen Internetzugang über WLAN). Eine kleine Erleichterung ist bei längeren Aufenthalten der Ruheraum neben der Moschee, in dem man bei etwas Geduld noch einen Platz auf einer Liege ergattern kann. Da wird wohl bis zur Fußball-Weltmeisterschaft noch einiges passieren müssen.
Der Empfang des müden Passagiers in Male und Transfer zum Boot liefen wie schon gewohnt. Schuhe aus, und das Paradies konnte beginnen...

Mit der schweren Technik meines Zweischlauchreglers gab es bei keiner Kontrolle Probleme, nur vor dem Rückflug von München nach Dresden wollte man IN die Blechdose sehen, aber das war eigentlich legitim.

Landung in Male

Das Boot           weitere Bilder vom Schiff

Die MV Cobia ist ein 2007 in Betrieb genommenes 21-m-langes Motorschiff mit sechs Doppelkabinen.
In den Kabinen (jede mit eigener Dusche/Toilette) mit sehr kleinen Bullaugen ist eine einstellbare Kaltluftzufuhr.
Es gibt eine Messe für die Mahlzeiten und ein Sonnendeck. An der Plattform am Heck kann das Dhoni quer festmachen, was ein sehr bequemes Übersteigen der Taucher ermöglicht.
Das Boot ist prinzipiell okay. Sein Hauptvorteil ist die geringe Größe, mit 10 Gästen läuft die Reise fast in familiärem Rahmen.
Wie immer gibt es auch was zu meckern. Einiges davon soll aber durch Umbauten bis zum nächsten Jahr schon verbessert werden. Das Unangenehmste für mich war der 25h am Tag tuckernde Stromgenerator. Dessen Arbeitsgeräusch war selbst mit Ohrstöpseln in meiner Kabine nicht auszublenden, da sie direkt neben dem Generatorraum lag. Also zog ich zum Schlafen nachts auf das Sonnendeck, wo es sehr angenehm war. Ich hatte zwar extra dafür einen dünnen Schlafsack mitgebracht, nutzte den dann aber nicht mehr, ein Laken reichte.

Das Essen ist natürlich bei einem 2-Wochen-Törn schon wichtig. Der Smutje in seiner kleinen Kombüse wurde bis zum letzten Tag gelobt. Viel frisch geangelter Fisch (fast zuviel diesmal?), frisches Obst und auch mal Suppen und Pudding und Kuchen schmeckten.
Selbst mein gefürchtetes Weißkraut verpackte er in schmackhaften Kombinationen. Dass es ab und zu mal scharf Gewürztes gab, gehört für mich zur lokalen Küche und war angenehm.
Die abendlichen Barbecues auf einsamen Inseln, die bestimmt viel Zusatzarbeit machten,   hätten für mich nicht sein müssen. Mir wurde in der Messe nicht langweilig, und ich sehe lieber, was ich esse ;-).
Und die Romantik beim Sonnenuntergang, Du Ignorant?

Angenehm waren auch die kulinarischen Überraschungen, wenn jemand Geburtstag/Jubiläum hatte, danke an die fleißige Truppe!
Wasser, Kaffee und Tee waren kostenlos, Softdrinks und Alkoholika kosteten, Bier z.B. $4/Dose.

MV Cobia in voller Breite
Das Hinterteil der Lady Cobia
Dhoni
Tauchen
Zum herrlichen und euphorisierenden Tauchen in den Atollen wurde im vorhergehenden Bericht schon genug gesagt.
Es gab wieder drei TG am Tag, den ersten vor dem Frühstück gegen 7 Uhr, den zweiten gegen 11 Uhr und den dritten gegen 15 Uhr. Zweimal waren wir nachts unterwegs.
Vorgesehen waren meist 60 min Dauer bei maximaler Tiefe von 30 m oder auch mal nur 45 min, wenn es zu stark strömte. Ich kam auf 38 TG in den zwei Wochen.
Mein Eindruck ist, dass wir mehr Großfisch als letztes Jahr hatten, aber manchmal warteten wir natürlich auch vergeblich im Kanal, wenn die Strömung nicht so recht passte. Auf jeden Fall bin ich diesmal einige Minuten mit einem Walhai geschwommen.
Adriano kannte jeden Tauchplatz und skizzierte ihn aus dem Kopf für das Briefing, das meist sehr gut auf den TG vorbereitete. Was mir auch gefiel, war, dass er immer selbst mittauchte und meist die weniger routinierten Taucher betreute. Überhaupt muss ich seine Ruhe und Geduld mit den Ungeübteren bewundern. Das gehört wohl zu seiner Jobauffassung, die ich nicht aufbringen könnte.
Die Bootsfahrt berührte die gleichen Atolle wie 2010, nur in umgekehrter Reihenfolge. Als ich das erfuhr, war ich zunächst etwas enttäuscht. Es zeigte sich aber, dass das überhaupt keine Rolle spielte, die Plätze sind so vielfältig, dass immer noch genug zu sehen blieb. Man könnte die gleiche Runde bestimmt noch mehrfach machen.
Ich war mit meiner leichten Reiseausrüstung unterwegs, Schwimmbad-Flossen, 3-mm-Shorty, Plasikrückenplatte und einfache Wingblase. Dafür kam ich mit 1kg Blei und meist leerer Wingblase aus, herrlich.
Natürlich hatte ich einen Zweischlauchregler im Einsatz, diesmal den Nemrod Snark III mit Fini, Oktopus D400 und Inflatoranschluss. Voriges Jahr war es der Royal Mistral, über ein T-Stück auch mit Zweitregler und Fini/Inflator. Die Handhabung war mit dem Nemrod ohne T-Stück diesmal wesentlich angenehmer, aber dem Atemkomfort des Mistral mit seinem Injektor habe ich schon manchmal nachgetrauert. Wenn ich ab und zu mal auf den D400 gewechselt bin, damit er sich nicht unnütz fühlte, bin ich aber schnell wieder zum Nemrod zurückgekehrt, weil mir das Geblubber vor dem Gesicht einfach unangenehm geworden ist.
Eine Verschlechterung der UW-Situation seit dem letzten Jahr konnte ich nicht bemerken, aber dafür reicht sicher so ein Kurzaufenthalt auch nicht aus. Feststellbar ist auf jeden Fall ein immer weiterer Ausbau der Inselresorts und der Einsatz immer größerer Tauchboote (bis zu 30 Taucher).

weitere Bilder von Claudia               Bilder von Antje

Jede Menge Platz auf dem Dhoni

Eine Diskussion und Ergänzungen der teilnehmenden Cobianer würden mich freuen, ich könnte sie hier mit einbringen!


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Letzte Änderung: 20.05.2014