Altes Tauchen -> Reisen --> Malediven 2014 - Bootstour Hariyana One Flagge der Malediven

Route des Bootes Route in Google Earth Download von Google Earth
(für Nicht-GE-Liebhaber) (GE muss installiert sein) Reiseberichte Malediven 2010 2011 und 2012

Malediven 2014

Herzlichen Dank für die Fotos an Gerhard Sprenger, Bernd und Hans !
Bei einigen Bildern kann mit einem Klick darauf noch ein weiteres geöffnet werden.

Nach einem Jahr Abstinenz war ich wieder mit Teilen der alten Truppe und dem gleichen Veranstalter Anfang Februar 2014 für zwei Wochen mit dem Boot auf den Malediven unterwegs.
Hin- und Rückreise liefen diesmal im Direktflug mit Condor über Frankfurt/Main (11 h). Das kostete incl. Zubringerflug mit Lufthansa von/nach Dresden 955  Euro (2012 827 Euro). Die Flüge hatte ich schon im Mai 2013 gebucht (und sofort bezahlen dürfen), kurzfristig war dann auch wirklich keine Buchung mehr möglich, wie ich hörte.
Hin- und Rückflug haben mit digitalem Ticket prima geklappt, an zeitnahen Streiks von Fluglotsen und Sicherheitspersonal bin ich glücklich vorbeigeschlittert. Ich kam mit 20 kg Freigepäck aus und habe weder Tauchgepäck noch Lampe angemeldet.
Das Catering und die Preise für Zusätze scheinen mir bei Condor immer noch grauslich, aber zumindest beim Rückflug durfte ich schon die neue Innenausstattung mit mehr Beinfreiheit und individuellen Monitoren genießen. Kennzeichnend für Condor gab es aber kostenfrei nur zwei geschmacklich fragwürdige Filme zu sehen. Wer mehr wollte, sollte 7 Euro zahlen!
Übrigens, wer bei der Einreisekontrolle des Gepäcks in Male etwas einbüßt, Alkohol, Batterien,..., sollte sich eine Quittung ausstellen lassen. Es bei der Ausreise wiederzubekommen, scheint gut zu klappen.
Der Transfer vom Flughafen Hulule auf das Boot klappte natürlich auch gewohnt gut, Schuhe aus- und Taucherzivil in Form von Badehose und T-Shirt anziehen, und es konnte losgehen.

Nach der Cobia vor zwei Jahren war es diesmal die Hariyana One, ein vergleichbares Boot, auf dem neben der Mannschaft (7) und den Tauchguides (3+1) 14 Passagiere unterwegs waren, von denen diesmal 12 tauchten (2 Angler/Schnorchler). Die sieben 2-Personen-Kabinen für die Passagiere liegen alle unter Deck und haben jeweils eine eigene Dusch-/Toilettenzelle, Ventilator und Klimaanlage. Ich habe alle Nächte auf dem Sonnendeck unter tropischem Sternenhimmel geschlafen. Kissen und Decken dafür sind vorhanden.
Die Hariyana wurde 2002 gebaut und macht einen properen Eindruck. Mich hat nur der Sch...generator gestört, der immer durchlaufen muss, an den man sich schließlich aber auch gewöhnt.

Das Tauchen erfolgte wie immer von einem Dhoni. Unseres war diesmal besonders groß und geräumig und mit weiteren drei Mann besetzt.
Es gab 10- und 13-l-Alu-Flaschen, die uns bei dem gesetzten Limit von 30 m und 45 min kaum in Verlegenheit brachten. Sie wurden am Platz gefüllt, so dass man nur den Regler abschrauben musste, was aber die Jungs auch übernahmen.
Die Leiter war auch mit nackten Füßen gut zu bewältigen, da mit breiter Holzauflage versehen. Wenn sie noch eine Stufe länger gewesen wäre,...

Wie die letzten Male auch, waren die Jungs von Dhoni und Boot und auch unsere Guides extrem freundlich, besorgt und hilfsbereit, was bei unserem Häuflein abgebrühter (aber doch gutwilliger) Individualtaucher nicht so einfach war. Alles Notwendige wurde optimal erledigt und dazu gab's noch besondere Aufmerksamkeiten wie die Hilfe beim Umsteigen Boot-Dhoni, Blumen auf dem Bett, die kunstvoll gefalteten Servietten zum Essen, den handgeschlagenen Schaum auf dem Milchkaffee, die nicht geduldete Schlamperei bei der Ordnung in der Kabine ;-) und ...

Unser Boot, die Hariyana One
Das Dhoni
Kojen mit Blumenschmuck

Drachenkopf Das Tauchen lief in schon gewohnter Weise ab, 6.30 Uhr aufstehen, 7 Uhr erster Tauchgang, 11 Uhr der zweite und 15 Uhr der dritte Tauchgang.
Individuell mit dem Buddy zu tauchen war möglich, man schloss sich allerdings aus Bequemlichkeit meist einem Guide an. Das Austauchen erfolgte in der Nähe der Dekoboje, die einer aufließ, und das Dhoni war meist schon nahe dran.

Neben der Schönheit der meisten Riffe haben wir diesmal viel an größerer Fauna gesehen, Haie, Mantas, Walhaie, Schildkröten und ...
Das beeindruckendste Erlebnis war wohl die Begegnung mit mehreren großen Mantas, die sich Zeit an ihrer Putzerstation ließen und uns immer wieder sehr nahe kamen. Wir blieben bis die Luft zur Neige ging.

Im Programm waren auch zwei Nachttauchgänge.
 Tintenfisch
Hängende Weichkorallen Manta im Anflug
Beim ersten lagen wir nur auf dem Dach vom Maaya Thila und ließen den Fischrummel durch unsere Lampenstrahlen tanzen.
Beim zweiten umrundeten Hans und ich in aller Ruhe allein das Black Coral Giri und beobachteten das nachtaktive Getier und die aufgeblühten Fadenseesterne...
Weißspitzenhai

Den Abschluss der Tour bildete traditionsgemäß das Wrack der Victory im Male-Kanal. Da pfiff es diesmal ziemlich, und die Sicht war nicht die beste, aber trotzdem..

Unsere Rundtour in den Atollen ist aus dem abrufbaren Tourbild oben oder den Wegepunkten zu ersehen. Sie ist prinzipiell

Langnasenbüschelbarsch in schwarzer Koralle Walhai mit Schiffshalter
ähnlich zu den vergangenen Reisen. Aber die Tauchplätze sind so vielgestaltig und immer wieder anders in Abhängigkeit von den Strömungs- und Lichtverhältnissen, dass eine Wiederholung nicht langweilig wird. Beim letzten Mal waren wir etwas weiter südlich, wo dieses Jahr das Wetter etwas schwieriger gewesen sein soll.
Nicht zu vergessen das Essen ...
Der Koch hat wieder erstaunlich vielfältige Dinge in seiner kleinen schwankenden Kombüse zustande gebracht. Diesmal gab's zu meiner Freude auch ab und zu ein Süppchen, leider zu selten eines seiner herrlichen Currys mit Reis und etwas zu oft Nudeln. Die Eier zu jedem Frühstück müssen wohl aufgrund der kolonialen Vorgeschichte sein. Er hat nette Süßspeisen und Küchlein für uns gemacht, so dass ich wieder nicht abgenommen habe.
Unsere fleißigen Angler haben ständig für frischen Fisch gesorgt, den der Koch prima zubereitet hat. Sogar zu Sushi hat er sich verleiten lassen, was nach anfänglichem Misstrauen vielen geschmeckt hat. Als es Bernd nicht gut ging, hat der Smut ihm verträgliche Süppchen gekocht, Klasse!
Auch zwei Barbecues auf sehr kleiner Insel mussten wieder sein. Hier ist der Luxus aber gestiegen. Diesmal gab's Tische mit Decken und Stühle dazu auf sauberem Strand. Die Herren der Insel kassierten einen kleinen Obulus dafür, $3 bzw.$4 pro Person. Der Smutje hat jedenfalls viel Arbeit gehabt und sie wohl getan.
Zum Trinken hatten wir zwei Wasserflaschen pro Tag und Kaffee und Tee frei. Dosenbier ($3.50), Softdrinks, Wein, Schnaps und Eis am Stiel gab's nach Begehr, was aber wenig genutzt wurde.
fisch3.jpg (99695 Byte)Das Gemetzel nach dem Angeln

 

Das Barbecue ist angerichtet

Das ist die glückliche Truppe, die den genannten Genüssen 14 Tage frönen durfte, 3+1 Guides, 2 Angler und 12 TaucherInnnen.

An Euch alle:
Weitere außergewöhnliche Bilder, Ergänzungen, Meinungen, Kritiken sind willkommen!
Dafür räume ich gern noch Platz hier ein.
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Alle Teilnehmer

Der Zweck meiner Reise ... (nur lesen, wenn Technik-Freak)
...war ja nicht schnöde Erholung oder schönes Tauchen, sondern zwei meiner Eigenbau- bzw. eigen-erweiterten Zweischlauchregler mussten unter realen Bedingungen über längere Zeit getestet werden. Und das geht eben am besten auf einer Tauchreise, auf der im rauhen Bootsbetrieb in salzigem Wasser getaucht wird und die Dhoni-Jungs ohne meine zärtliche Anteilnahme an meinen Babies die Flaschen füllen.

Für diese Reise hatte ich einen modifizierten Hydromat-Zweischlauch (HD- und MD-Anschlüsse, links) und einen Eigenbau auf Basis Voit R22 (rechts) im Handgepäck, was zwar Striemen auf meiner Schulter aber diesmal nicht das Misstrauen der Sicherheitskontrolleure erzeugte. Stand ich da schon auf der Harmlosliste?
Adriano konnte sich auch noch zwei Jahre rückbesinnen und grinste nur resigniert.
Den ersten (aber glücklicherweise einzigen) Reinfall erlebte ich, als ich den Hydromaten an das Flaschenventil schrauben wollte.
Modifizierter Voit R22
Der Kranz seines Handrades stand zu weit vor, so dass man den Flaschenanschluss nicht dicht schrauben konnte. Vom Bootsmechanikus borgte ich mir also eine Metallsäge, zu der ich besorgte Ermahnungen erhielt, dass hohe Verletzungsgefahr bestünde. In einem unbeobachteten Moment schlich ich auf das Dhoni, um das Problem zu lösen. Die Dhoni-Jungs waren aber wachsam vor Ort und beäugten die Säge ungläubig. Sollte ich vorgehabt haben, eine Rinne am Ventil für den Handradkranz auszusägen, hätte ich meinen Plan ändern müssen, da sie zu Dritt waren. Ich sägte also einen Ring vom Handrad meines Reglers ab, das glücklicherweise aus Messing und nicht aus Edelstahl war, ufff.
Danach war alles dicht, sah aber noch etwas rustikaler aus als vorher.
Nach einer Woche herrlichen Atmens aus dem Hydromaten hatte sich leider der Nullring des Finimeter-Anschlusses durch eine etwas zu weite Ritze gearbeitet und platzte (wie es sich gehört VOR dem Tauchgang) und war hier nicht zu ersetzen, da etwas dicker als der Standard. Das lässt sich aber zu Hause ändern.
Damit bekam auch der Trieste hybrid seine Chance und tat die zweite Woche (fast) problemlos seinen Dienst. Wegen seines Plastikgehäusees gegenüber dem Metallpanzergehäuse des Hydromaten hatte ich eine höhere Verletzungsgefahr befürchtet, aber die Jungs waren sehr freundlich zu meinen Lieblingen.
Der Regler atmete sich genauso gut wie der Hydromat. Es gibt aber einen kleinen Konstruktionsfehler am Ausatemventil, der dazu führte, dass das Ventil (sehr wenig) abblies, wenn die Schwimmlage unter waagerecht kam. Ich habe hier zwei kleinere Flatterventile links und rechts vom Zentrum der Membran statt eines großen direkt im Zentrum. Ich hätte nicht gedacht, dass sich diese etwa 15 mm schon so bemerkbar machen. Der Luftverlust war aber gering, so dass der Nutzung bis zum Ende des Erprobungszeitraums nichts im Wege stand.
Einer enthusiastischen Bewertung des Zweischlauchreglers will ich mich hier enthalten, aber einen neuen Vorteil habe ich bemerkt. Wir lagen teilweise in erheblicher Strömung festgeklammert oder mit Riffhaken am Riffrand und beobachteten das Gefische.
Der Strömungsdruck war so groß, dass die Mundregler meiner Kollegen bei bestimmten Kopfhaltungen abbliesen. Meine Regler hat dieser Druck nicht gestört.
Ansonsten kann man nach diesem (schon n-ten) Dauerversuch wohl sagen, dass man sehr wohl den Spaß wagen kann, alte Zweischlauchregler auch im Urlaub in der Fremde zu benutzen.

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Letzte Änderung: 05.07.2014