Mein Leben als Tauchassi  ;-))

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Österreich - Kärnten

Millstätter See - Seeboden - 2007

Logo Alpen-Adria-Aquanauten
Blick auf den Millstätter See vom Berg
Die blauen Kärntner Berge Auch im wunderschönen, kulinarisch und naja, auch wandermäßig interessanten, zumal politisch bekannten Kärnten gibt es Leute, die Spaß daran haben, den dort neben den Bergen ungerechterweise noch mitgelieferten Seen unter die Oberfläche zu schauen.
Im Bereich Millstätter See & Wörther See sind sie im Tauchklub der Alpen-Adria-Aquanauten organisiert. Der Klub mit seinem umtriebigen Präsidenten bietet für die Mitglieder und willkommene Gasttaucher eine Basis in Seeboden am Millstätter See und eine in Sekirn am Wörther See.
Google Earth Links GPS - Koordinaten
Tauchbasis Seeboden 46°48'53.82"N     13°31'20.96"E
Tauchbasis Sekirn 46°36'36.98"N     14°12'18.35"E
Telefon: 0043 676 517 4760 (Sepp)
Tauchbasis am Millstätter See in Seeboden Für die Saison von Juni bis August werden immer Tauchassistenten gesucht, die für mindestens 14 Tage den Laden schmeißen und Tauchlehrer aus dem Klub bei der Ausbildung unterstützen.
Da ich sonst immer nur Gasttaucher auf Basen bin, wollte ich die Sache mal von der anderen Seite des Tresens erfahren und stieg Anfang August am Millstätter See ein, für gute Kost, sehr gastfreundliches Logis und freies Studium der österreichischen Sprache und Seele.
Wegweiser zu Tauchbasis, Hotel und Campingplatz
Blick auf den Millstätter See Ich musste nur für die Anfahrt sorgen und hatte dann zwei Wochen lang von jeweils 10 bis 18 Uhr meinen Dienst.

Die Tauchbasis (588m ü.N.N.) liegt in Seeboden an der Seepromenade rechts neben dem Hotel Pichler und unweit des Campings Winkler (7,50 Euro/Person & Zelt).
Gasttaucher können Pressluft bekommen (0,50 Euro/Fl.l), entweder an einem Kompressor mit Münzautomaten oben gegenüber dem Gasthof oder unten an der Basis vom Tauchassi. Ausrüstungsteile oder komplette Sets kann man gegen Entgelt ausleihen, zur Not auch für Tauchgänge außerhalb der Basis. Die Basisgebühr für einen Tag beträgt 3,50 Euro, für nichttauchende Begleiter 2,50 Euro. Die eigene Ausrüstung kann man hier trocknen und auch über Nacht einlagern.
Einstieg an der Basis Der bequeme Einstieg an der Basis bietet Plattformen auf 3, 5, 7, 10 und 20m zwischen versunkenen großen Bäumen. Auf der 10-m-Plattform ist eine kleine luftgefüllte Kuppel, nette Gelegenheit zu etwa notwendiger Sprachkommunikation. Der Uferstreifen ist bis etwa 5m Tiefe bewachsen, und man trifft Barsche, Hechte, Welse, Krebse,...
Besonders interessant war ein Nachttauchgang, große Hechte und Welse (Waller) waren unterwegs.

Die Sicht ist im Sommer nicht berauschend, etwa 4-5m. Ab etwa 12m wird es düster und undurchsichtiger, die Sprungschicht war bei ungefähr 8m. Die Wassertemperatur lag im August um 22 °C, direkt unterhalb der Sprungschicht um 16°C.
Im Uferbereich gibt's leider viel Wohlstandsmüll, der vom Klub in einigen Aktionen auch mal dezimiert wird.
Boot des Tauchklubs Der Klub hat für Fahrten zu anderen Tauchplätzen eines der wenigen auf diesem See genehmigten Motorboote, das nach Absprache auch von Gasttauchern genutzt werden kann.
Für Schnorchler und fischeguckende Taucher ist der Flachbereich des unbebauten, naturbelassenen Südufers sicher ein interessantes Ziel.
Auch der Liafelsen am Nordufer, eine in den See laufende Steilwand, direkt erreichbar über die Uferstraße, ist ein beliebter Tauchspot.

Natürlich wird auf der Basis auch ausgebildet. Vom Schnuppertauchen bis zum CMAS *** und Spezialbrevets ist alles möglich. Besonders gefragt bei interessierten Einsteigern war das preiswerte Schnuppertauchen (5 Euro), bei dem man mit vollständiger Geräteausrüstung (ohne Anzug und Blei) selbständig an einer Boje mit kurzer Leine taucht. Bei den meisten hat erstaunlicherweise nach kurzer Eingewöhnung das Tarieren schon halbwegs funktioniert, und sie zogen blasenbildend ihre Bahnen im flachen Wasser. 
Schnuppertauchen mit Boje Theoretische Ausbildung Sprung vom Boot für Ägypten
Natürlich war meine Erfahrung als Tauchassi da nicht repräsentativ. Hier war ein gemütlicher Tauchklub, der sich in der Saison etwas Service für seine Mitglieder und Gäste leistet, und keine kommerzielle Tauchbasis, die hart an der Gewinnzone segeln muss und deshalb alles bis zur Grenze ausreizt. Wenn jemand Ausbildung wollte, dann freuten wir uns; wenn er/sie sich's anders überlegte, war das auch kein Beinbruch.
Anderen Seeanliegern wurde kameradschaftlich geholfen, ob es sich um einen auf 90m abgesoffenen Wasserski-Parcour handelte oder eine im Wasser verlorene teure Brille. Wenn sie was für die Klubkasse spendeten, freute man sich und belohnte die Beteiligten (und mich als Unbeteiligten) davon auch mit einer Runde Mölspeis und kleinem Braunen mit Schlagobers.

Mir ging's da jedenfalls sehr gut, spätes Frühstück im Quartier, gutes Personalessen aus dem Hotel Pichler. Bei schlechtem Wetter saß ich in Ruhe am Computer, bei schönem ging ich mit Tauchschülern tauchen und freute mich über ihre Fortschritte.
Oft schauten Klubmitglieder nur mal so vorbei oder verbrachten ihre Arbeitspausen bei uns, für ein kleines Sonnenbad oder einen Schwatz über Gott und die österreichische Welt. Abends gab's oft noch eine kleine Kärntner-Spezialität und einen Schlummertrunk vor herrlichem Gebirgspanorama bei Lynda & Sepp im Quartier, danke dafür!
Ihr habt jedenfalls dem gestressten Deutschen (Piefke oder nicht?) gezeigt, wie angenehm österreichisches laisser-faire (gibt's das wirklich noch?) sein kann!
Also Leute, nächstes Jahr Tauchassi bei den Alpen-Adria-Aquanauten, Anerkennung als Therapie in Vorbereitung :-))
Ende eines regnerischen Tages
zurück zu Reisen                     Letzte Änderung 20.05.14