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Von: Torsten K.       5. Mai 2002          Betreff: Re: Mecklenburger Seenplatte

> Wo kan mann da sein Urlaub in eigene Wohnwagen verbringen ( Preiswert ) und gelegentlich auch Tauchen ??

ich bin gerade aus Mecklenburg zurück.
Wir waren in der Gegend um Feldberg am Dreetzsee.   http://www.dreetzseecamping.de/
Du kannst direkt vom Zeltplatz aus im Dreetzsee tauchen.
Es gibt aber auch noch einige andere Seen die sehenswert sind, wie der Schmale Luzin, der Breite Luzin, Zansen.
Eine Anmeldung ist nur für den Schmalen Luzin nötig, auch wenn anderes immer wieder von der örtlichen Tauchbasis erzählt wird.

Auskunft von amtlicher Stelle erhältst du vom

Landesamt für Forsten und Großschutzgebiete
Naturpark Feldberger Seenlandschaft
Strelitzer Straße 42
17258 Feldberg
Tel:  +49 39831 5278-0
Fax: +49 39831 5278-9
Mail: naturpark@feldberg.de

In der näheren Umgebung kannst du noch im Stechlinsee oder im Tollensesee tauchen. Für den Stechlinsee mußt du dich in der Basis in Neuglobsow anmelden. (habe leider keinen Link), und für den Tollensesee erfährst du mehr z.B. bei (Link nicht mehr aktiv).
Schau dir mal den Beitrag aahc73$asaem$1@ID-49236.news.dfncis.de an.


Lothar F.  an Newsgroups: de.rec.sport.tauchen
Gesendet: 8. Mai 2002                                             Betreff: Tauchen in Feldberg

> ich habe im Netz widersprüchliche Aussagen im Bezug auf die Pflicht von Tauchgenehmigungen
> in dem Feldberger Seen gefunden.

Hi,
ich habe jetzt die Antwort vom Landratsamt in Neustrelitz als untere Wasserbehoerde bekommen.
Ich kopiere sie mal hier ein, ist ja ein offizielles Schreiben und somit veroeffentlichen IMHO erlaubt:

/Beginn Zitat:
Tauchen in Gewässern des Landkreises Mecklenburg-Strelitz

Im Landkreis Mecklenburg-Strelitz ist keine Verordnung zum Tauchen in Kraft gesetzt worden.
Auch das Wassergesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern (LWaG) vom 30.November 1992 (GVOBl. M-V S.669), geändert durch Gesetz vom 02.März 1993 (GVOBl. M-V S. 178), enthält keine Regelung zum Tauchen.

Somit ist das Tauchen außerhalb von Naturschutzgebieten und des Müritz-Nationalparkes im Landkreis Mecklenburg-Strelitz genehmigungsfrei.

Für das Tauchen in den Gewässern, die sich in Naturschutzgebieten und im Müritz-Nationalpark befinden, benötigen Sie eine Genehmigung folgender Behörden:

Naturschutzgebiete, wie z.B. Schmaler Luzin und Krüselinsee:
Staatliches Amt für Umwelt und Natur Neubrandenburg,
Helmut-Just-Str.8,
17036 Neubrandenburg.

Müritz-Nationalpark :
Nationalparkamt Müritz,
Schloßplatz 3,
17237 Hohenzieritz

Zu den Einstiegsstellen gibt es folgende Hinweise: Es sind nur vorhandene öffentliche Zugänge, wie Badestellen und Stege einschließlich der Wege und Parkplätze, zu benutzen.

Im Auftrag
Willöper
Kreisamtfrau/Sachgebietsleiterin
/Zitatende

Das heisst, dass man fuer den Breiten Luzin, den Dreetzsee, den Carwitzsee und den Zansen weder eine Tauchgenehmigung noch eine Anmeldung braucht.
Die Basis am Dreetzsee verkauft aber solche Tauchgenehmigungen, wirklich der Hammer.
Frag ich mich nur, ob ich zu bloed bin oder die sooo clever.


Autor: Matthes (200bar.de)   Datum: 18-07-02 15:26
Auf meine Bitte, zu diesem Thema Klarheit zu schaffen, äusserte sich Herr Barthel (TB Oktopus) wie folgt:

hallo taucher

klarstellung der tauchbasis octopus:
1. tauchverbot seit 20.05.2002 im krüselinsee
2. gegen dieses tauchverbot legt die tauchbasis octopus rechtliche mittel ein
3. tauchen im schmalen luzin nur mit sondergenehmigung des staun nb
4. tauchen im schmalen luzin für gäste der tauchbasis octopus über vorhandenes kontingent an genehmigung möglich
5. sondergenehmigung kann jeder auch selber über antragsverfahren beantragen (staun nb)
6. tg im schmalen luzin sind in basisobolus (5,00€/tag pro person) eingebunden
7. durch das einbinden der betreffenden seen in "europ. ffh-schutzgebiete" rechne ich mit weiteren drastischen einschränkungen für taucher.
8. unser anmeldeformular, das anmeldeverfahren und die preisbildung unterliegen den agb der fa. octopus


Tauchverbot Krüselinsee                     Autor:   Falk Wieland   Datum: 12-07-02

Tauchverbote sind oftmals Quatsch, denn dort, wo Baden und Angeln erlaubt sind, sind Tauchverbote sinnlos.
Badegäste verursachen, mal vorsichtig im wissenschaftlichen Limnologen-Deutsch ausgedrückt, einen punktuellen diffusen Nährstoffeintrag ins Wasser, der dazu führen kann, dass dort der Grund verödet.
Angler entnehmen dem Gewässer Fische, gar nicht wenige übrigens, und die wichtigsten im Nahrungsnetz - die grossen Raubfische. Diese würden, sofern genug vorhanden sind, die Weissfische und Jungfischmassen soweit "niederfressen", dass das Zooplankton (Wasserflöhe) in gewisser Weise vor dem Frassdruck der sogenannten Friedfische verschont wird. Und das ist eine Tatsache: wenn viele und grosse Daphnien vorhanden sind, filtrieren diese das Phytoplankton (all die sichtverschlechternden kleinen grünen Punkte der "Wasserblüte") aus dem See.
Unglaublich, aber wahr: Ein grosser Daphnienbestand kann das gesamte Wasser eines Sees einmal am Tag durch seine Filterkämme schicken. Das Wasser wird klarer, Licht dringt tiefer ein, grosse Wasserpflanzen wachsen und "verbauen" weitere Nährstoffe, die dem Phytoplankton nicht mehr zur Verfügung stehen ....
Taucher hingegen entnehmen dem Wasser nichts, und selbst wenn wenige schwarze Schafe (Harpunettis) mal was entnehmen, steht das in keinem Verhältnis zu der A-offiziellen Angelei und der B-Entnahme untermassiger Raubfische, die weit verbreitet ist.
Taucher tragen auch keine Nährstoffe ein, weil sie, Klartext, nur im absoluten Notfall in den Anzug pinkeln. Aber Taucher sind auffällig, diese Aktivität lässt sich gut verbieten und als Gewässerschutz verkaufen, ausserdem noch gut kontrollieren, da Taucher so nahe ans Gewäser ranfahren müssen, wie zulässig ist (manche leider auch noch näher ...).
Wenn wir uns nur das Beispiel Stechlin ansehen, so ist für dort schon lange bekannt, dass 95% aller kritikwürdigen Verunreinigungen aus der Atmosphäre, schlicht der Luft der Industriestaaten Europas kommen.
Wenn die restlichen 5% Anliegern, Badegästen und Wassersport angelastet werden, so beträgt der ärgerliche Einfluss des Tauchens irgendwie 0,0 XY %.
Weil ich selber gern in Mecklenburg tauche, muss ich Euch allerdings empfehlen, Einschränkungen zu akzeptieren und nicht zu provozieren. Im Krüselin kann man ja auch gut schnorcheln gehen, eine Tauchmethode, die bekanntlich fit und schön macht: :-)) Viele der Fotos in meinen Büchern sind schnorchelnderweise entstanden.
Das lohnt sich wirklich, denn man kommt an scheue Fische im Flachwasser viel besser ran als mit dem lauten Pressluftgerät. (Und Schnorcheln steht de jure dem Baden gleich.) Ausserdem stehen all die schönen Pflanzen im per Schnorcheln erreichbaren Gebiet. Und der Krüselin steht in dem Ruf, dass in ihm alle für Norddeutschland typischen Wasserpflanzenarten vorkommen.


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