Förstergrube bei Sandersdorf      Sachsen & Sachsen/Anhalt
(Start des Beitrags 1999)

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An der Grenze zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt befindet sich ein für mich reizvoller Tauchplatz im Süden der neuen Bundesländer, die Sandersdorfer Förstergrube bei Bitterfeld.
Eine Tauchbasis des Delitzscher Tauchklubs ist auf dem Gelände des Campingplatzes am südlichen Ufer der Förstergrube westlich vom Strandbad (siehe Anfahrtskizze).

Der Delitzscher Tauchklub ist alteingesessen und hat hier schon zu DDR-Zeiten sehr erfolgreich Wettkämpfe im Orientierungstauchen veranstaltet. Zum ersten Mal war ich wohl so um 1969 da.
Ein leistungsfähiger Kompressor (1999 0,70DM/l, 2009 0,50Euro/l), Platz für Treffen mit befreundeten Klubs und eine schöne Einstiegsstelle für "fremde" Gasttaucher wie mich (1999 3DM/Tag, 2003 3Euro/Tag, 2009 5Euro/Tag) machen die Basis als Zugang zum See bestimmt für viele Sporttaucher interessant.

Der Tauchklub tut wirklich viel für eine gute "Tauch-Infrastruktur" auch für Fremdgäste. Wir sind da immer nett aufgenommen worden und haben meist eine angenehme Neuerung für bequemeren Zugang vorgefunden, so daß mir die Höhe des Eintritts schon gerechtfertigt erscheint. Es gibt Toiletten und sogar Übernachtungsquartiere.

Eingangstor zum Campingplatz, durch das man zur Basis gelangt Der Kontaktmann und "Platzhirsch" ist Erwin (Preuß) bzw. seine Tochter Heike Tel. 03493 822 599 (wenn jemand in der Basis ist). 2009 ist die Basis von 7.30 bis 14.30 Uhr auch werktäglich besetzt (trotzdem vorher anrufen)

Die Basis liegt kurz hinter dem Ortsausgangsschild von Sandersdorf Richtung Zörbig auf der rechten Seite oder eben kurz vor dem Ortseingang auf der linken Seite, wenn man von der A9 (Abfahrt Bitterfeld) kommt. Von Sandersdorf kommend sieht man etwa 100m nach dem Ortsausgang rechts gleich hinter den Bahngleisen die Försterei liegen. Auf diese fährt man zu, überquert die Gleise und biegt kurz danach nach links auf den Weg parallel zu den Gleisen und zum Zaun des Strandbades ab. Nach weiteren 100m endet das Strandbad, und der Campingplatz beginnt.
Genau dort liegt das Schiebetor, durch das man direkt zur Basis käme (Schild: Delitzscher Tauchklub), wenn es geöffnet wäre (meist nicht). Aber ein Abgesandter kann sich meist durch eine Ritze drängeln ;-)) und den Schlüssel holen.
Sonst eventuell zurückfahren zum vorherigen Schiebetor (große Wellblechhalle), dort durch und zurück zur Basis. Erwin sieht es nicht gern, wenn man sich gleich auf den kleinen Parkplatz der Basis mogelt, gestattet das aber, wenn keine Einheimischen mehr zu erwarten sind. Ansonsten ausladen und das Auto auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz abstellen.
Viel Spaß beim Abtauchen oder auch nur beim Luftholen für Löbejün, das etwa 30km weiter liegt!
Der Autor im TeichDer Tauchklub hat einen bestimmten Teil der Wasserfläche (m.M. nach auch den interessantesten Teil, die Bucht vor der Basis) gepachtet, der von Anglern und Bootsfahrern weitgehend respektiert wird. In den restlichen Teilen ist Tauchen unerwünscht, um die friedliche Koexistenz mit den anderen Wasserfreaks nicht zu gefährden, und ich möchte jeden bitten, sich daran zu halten, weil hier in dieser Beziehung bisher noch relativ heile Welt ist.

Die seit einigen Jahren aufgebaute Schleppanlage für Wasserski-Fans habe ich noch nie in Betrieb gesehen, aber wenn...., dann möchte man sich dorthin nicht gerade vertauchen und mal nach dem Wetter sehen.

Die zugelassene Bucht vom Gästeplatz aus
Blick auf die Basis vom Campingplatz aus Von ziemlich kleinkariert erscheinenden Nutzern des Dauercampingplatzes wird man als Taucher allerdings manchmal mißtrauisch beobachtet und ausführlich angemuffelt, wenn man sich mal auf die Badestelle des Campingplatzes verirrt.
Der "See" Förstergrube ist natürlich ein rekultivierter Braunkohlentagebau, der aber schon seit etwa 1960 für die Naherholung genutzt wird. Die Sichtweiten im See liegen meist über 5m, manchmal kommt regelrechtes Bergsee-Feeling auf. Algenblüte und Ausgasung der alten Kohleflöze führen zeitweise aber auch zu ziemlich deprimierender Stimmung, 2m Sicht sind aber auch dann zu garantieren. Für Tieftaucher wird allerdings nichts geboten, tiefer als etwa 18m zu kommen, ist mir noch nicht gelungen. Der Grund ist gebietsweise sanft gewellt und dicht bewachsen, an anderen Stellen schwebt man über schwarzem Kohleschlamm, der den gelben Streifen an meinem Neoprenanzug nicht gut getan hat. In Senken gibt es manchmal wie Spinnweben wirkende Schwebeteilchen (oder Algen?)-Schichten, in die einzudringen echt Überwindung kostet (nachts für zarte Gemüter eine Zumutung!).
Fische und Krebse sieht man im Sommer reichlich (wirklich große Hechte, Karpfen, Schleie, Barsche, Aale....). Ich bin limnologisch oder ichtyologisch nicht gebildet, um näher klassifizieren zu können, es gibt einfach viel zu sehen, wenn man sich fürs "Kleine" auch interessiert.
Nachtrag 2001

1. Die Grube hat leider unter dem Zupumpen von Wasser aus benachbarten Gruben (taucherisch) sehr gelitten. Bei meinem letzten Besuch im Juni 2001 war die Sicht maximal 3m, und der Grund war mit Schlamm bedeckt. Es gab kaum grüne Pflanzen und praktisch keine Fische, nur Krebse.
Die Jungs und Mädels vom Delitzscher TC bleiben optimistisch und hoffen, daß sich der See in 2 bis 3 Jahren wieder erholt ;-(((

2. Das Zugangstor zur Basis ist ständig abgeschlossen. Man muß mit dem Handy die o.g. Nummer anrufen, damit jemand kommt und öffnet.

Nachtrag 3/2002

Der Wasserspiegel ist wieder etwa 20cm gestiegen, aber der Club hat den Platz für die Gasttaucher eifrig weiter ausgebaut. Das Wasser machte vom Ufer aus einen sehr klaren Eindruck. Die Quersicht war dann aber nicht viel besser als etwa 5m. Die Fische waren auch noch nicht aus dem Schlamm gekrochen (Wassertemperatur 6°C). Der Grund war immer noch sehr schlammig (Einspülung).

Krebs (Autor: ?)
Nachtrag 7/2003

Wir waren mal wieder in Sandersdorf und fast begeistert vom Zustand der Förstergrube. Die Sicht betrug über 5m, der Pflanzenwuchs in der Uferzone hat sich prima entwickelt, und so große Fische (Karpfen, Schleihe, Hechte, Aale, Barsche,...) hatte ich seit 10 Jahren dort nicht gesehen.
Ich gehe da allerdings nur noch mit Schnorchelausrüstung und 2-l-Pulle mit Einfachregler zur zeitweisen Nutzung in die Uferzonen, da mich Gummireifen und alte Fässer in Schlammumgebung, wie man's in der Grube unterhalb von 5m findet, nicht soo interessieren.
Aber der Flachbereich war wirklich genial, vor allem auch im Schilfgürtel auf der anderen Seite (dort bitte nicht mit Gerät tauchen, lohnt auch nicht!). Dorthin muß man auch 15min laufen, den Schnorchel schaffe ich gerade noch über diese Strecke ;-). Leider hatte ich keine Lampe mit, um's mal nachts zu probieren.

Das nebenstehende Foto ist wohl nicht aus der Förstergrube, gibt die heutige Stimmung aber perfekt wieder.


Barsche (Michael Niedorf - TSC Halberstadt)
Nachtrag 7/2009          WebSite des Klubs                Basis bei Google
Nachdem wir die letzten Jahre immer so 2-3 Mal an der Förstergrube waren, gab's heute wieder mal ein besonders positives Erlebnis. Die Basis hat sich zu einem kleinen Schmuckstück entwickelt, sicher auch dank der ABM, die dort läuft.  Die ermöglicht u.a., dass die Basis auch an Werktagen von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr besetzt ist.
Die Gebäude leiden zwar immer noch an dem steigenden Wasser, aber auch dafür hat man Pläne. Die ganze Anlage macht einen netten und aufgeräumten Eindruck, und der Platz für die Gäste wurde nicht vergessen. Das Wasser war trotz der Regentage klar, die Quersicht jahreszeitlich bedingt allerdings nur etwa 5m. Der Bewuchs ist weit ausgebreitet, und es wimmelt von Jungfischen. Die Riesenkarpfen können fast erschrecken.
Der ganze Platz ist regelrecht idyllisch; einfach erstaunlich, dass so wenig Taucher da waren (Freitag).

Nachtrag 5/2011

Ich war baff, ich kam auf die Basis runter und erkannte kaum was wieder. Das Antlitz der Basis hat sich total verändert, aber der Platz für Gasttaucher ist noch da ;-)) und noch besser geworden.

Das Gelände ist richtig solide mit großer Technik aufgeschüttet worden, was hoffentlich ein paar Jahre reicht, wenn das Wasser noch weiter steigen sollte.

Die Leute sind nett wie immer, und der Kompressor läuft schon wieder.
Das Wasser war Himmelfahrt kühl und fast klar (4-5m Sicht) und die Hechte und Aale größer als je. Ich habe jedenfalls wieder einen netten, einsamen, also ruhigen Nachmittag dort verbracht.

Fahrt da bloß nicht hin, sonst wird's zu voll!


Sachsen & Sachsen/Anhalt                                    Letzte Änderung: 09.07.2014