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Wie handhabt man die SMB richtig?

So macht man's nach DIR

Uwe St. schrieb in de.rec.sport.tauchen

> >Leute - wie macht ihr das ihr eure Boje von Dekostufe aus "hochkriegt" ohne euch zu strangulieren? :))
 
Wir haben meist die Leine (3 - 5 mm dick, ca. 10 m lang) vorsichtig in Plastikhüllen von 3 Filmen (Nennt sich z. B. Urlaubspack) gestopft, Die Schnur wird oben und unten durch kleine Löcher im Deckel geführt und mit kleinen Knoten gesichert. 
Zum setzen öffnest Du den oberen Deckel und läßt die Dose vom Gewicht in die Tiefe ziehen. Wenn ein kleiner Ruck anzeigt, daß die Leine ganz ausgezogen ist, kannst Du die SMB mit Luft füllen und steigen lassen. 
 
Eine Alternative wär natürlich eine kleine Rolle (Reel). Das Handling ist besser, aber ein Reel ist etwas sperriger...

anderes Beispiel

Buddy-FingerDirk M. schrieb auch dazu in de.rec.sport.tauchen

Ich benutze die Boje zusammen mit einem Reel. Als Boje benutze ich z.Zt. die von AP Valves (auch recht voluminoes), die tatsaechlich genau in die Rueckentasche der Buddy Jackets passt. An der Leine habe ich vorne so einen "Karabiner" angeknotet, der wie eine Oese aussieht, aber eine Feder auf einer Seite hat (ich weiss nicht, wie diese Dinger richtig heissen). Dieser Karabiner ist normalerweise irgendwo am Reel eingehakt und das Reel haengt mittels Karabiner am Jacket.
Wenn ich die Boje setze, hole ich zunaechst die SMB aus der Rueckentasche. Ist schlecht zu erklaeren, wenn man die Buddy Jackets nicht kennt, aber man zieht einfach an einem leicht zu erreichenden D-Ring und hat die Boje dann in der Hand (auch mit Handschuhen kein Problem). Dann hake ich das Reel vom Jacket und den Karabiner der Leine vom Reel ab und an der Boje ein. Das ist problemlos mit einer Hand zu machen, da die Boje (wie auch von Matthias beschrieben) ein breites Band am unteren Ende hat, wo man den "Karabiner" an der Leine einfach einschnappen lassen kann. Deshalb habe ich auch keinen normalen Karabiner genommen, da ich dann ja irgendwie den Stift herunterdruecken muesste (mit Halten brauche ich dafuer zwei Haende). Boje und Reel sind damit nicht mehr mit mir verbunden. Der Rest ist wie bei Matthias, ausser dass ich "in die Boje ausatme", da ich persoenlich dann meine Tarierung besser unter Kontrolle habe.


Oliver Moder   gab 2001 in de.rec.sport.tauchen folgenden konstruktiven Beitrag dazu:

> Matthias F. schrieb
> Was auch gut ist, ist ein 250-500g Bleistück am Ende - gibbs im Anglerbedarf.
> Vorteil: Im Wasser fällt dann die Schnur (hoffentlich ohne zu Verknoten) nach unten - und man kann das Teil starten,
> ohne sich zu verhakeln. Deswegen ist hier auch eine Schwimmleine imho nicht der Wahre Jakob.
> Aufrollvorrichtungen etc. ist imho alles Kappes - es sei denn man hat so ein edles Teil wie Oliver .
> Oliver - beschreib doch mal wie Du das gemacht hast :)

Also ich habe eine Boje von AP-Valves, die mit dem Ventil, die also nicht einfach zusammenklappt, wenn sie an der Wasseroberfläche rumdünpelt. Da ist halt unten die Schlaufe dran, an der die Auflassleine angeknotet  ist.
Diese Leine (3mm) ist auf einer Spule aufgewickelt. Diese Spule wird mit einer Blattfeder blockiert, damit sich die Schnur nicht selbstätig ab/auf oder sonst wie rollt und damit vertüddelt. Die Vorrichtung (Spule) ist so ausgeführt, das die Leine nicht von selbst abläuft also automatisch klemmt.
Das Ding ist aber mit einer breiten Taste versehen, die leicht diese Klemmung aufhebt. (Klemmung nur in Abwickelrichtung).
Die ganze Geschichte ist aus Edelstahl und Messing gefertigt, wiegt daher ein paar 100g und ersetzt irgendwelche Bleigewichte am Ende der Schnur.
BojenrolleZur Bedienung:
Die Boje ist in der Jackettasche komplett nutzbar aufgerollt, und die Abrollvorrichtung ist ständig angeknotet (Ich gehe halt von der unpopulären Annahme aus, das _wenn_ ich das Ding _wirklich_ brauche, ich keine Zeit und Muße habe, irgendwelche friemeligen Teile zusammenzubasteln).
Beim Rausnehmen brauche ich also nur die Schlaufe der Boje zu nehmen, und die Abrollvorrichtung hängt schön nach unten. Ein Lungi (Okto oder  Erstautomat ist egal) wird in die Boje gesteckt, mit der anderen Hand wird die Boje an der Schlaufe und damit auch an dem kurzen Bändselstück des Aufrollers festgehalten.
So und nun kommt der Clou, solange ich meine Festhaltehand komplett als Faust habe, halte ich nur das Tau fest. Also zum Boje aufblasen ideal. Wenn die nun weit genug aufgepustet ist, brauche ich meinen Griff nur soweit zu Lösen, das die Boje mir den Abroller in die Hand nachzieht und ich, da das Ding konisch gebaut ist, sozusagen von selbst den Abroller betätige.  Das Seil rauscht so lange aus, bis die Boje an der Wasseroberfläche angekommen ist.
Wenn ich den Abroller jetzt loslasse. bleibt er vor mir auf der Tiefe hängen.
Die Rolle ist nicht allseitig im Abroller eingebaut.  Sie steht unten ein paar mm mit ihren Seiten über, so kann ich an den gezähnten Flanken das Tau wieder zurückrollen. Entweder während des TG,  beim Dekomprimieren, weil es eben nix zu sehen gibt, oder nach dem TG (wird einfach über die Handfläche gerollt).
Die Gefahr des Vertüddelns ist damit praktisch nicht mehr gegeben.  Die Boje ist sofort einsatzbereit und trotz des dünnen Taus am  Abroller gut festzuhalten. Die Tests haben auch unter schwierigeren Bedingungen (3-Finger-Handschuhe) gut funktioniert.
Alles Marke Eigenbau. Wenn ich 'ne Webseite hätte, würde ich glatt nen Bild draufstellen.
Na, dann machen wir das doch mal ;-))


Gerhard St. fügte 2001 in de.rec.sport.tauchen auch noch hinzu:

Unten offene Bojen ohne Blei sind IMHO unbrauchbar.
Die unten offenen Bojen mit Bleirand sind trotz Blei nicht in der  Lage, sich an der Wasseroberfläche aufzurichten, da das integrierte Blei zu leicht ist.
Die Boje läßt sich im allgemeinen nicht lange genug festhalten, um sie ausreichend mit Luft zu füllen. Die auftreibende Kraft reißt einen Taucher bereits beim Füllvorgang nach oben, oder die Boje enthält in den meisten Fällen zu wenig Luft.
Bojen mit Ventil lösen auch das eben beschriebene Problem aus.

Meine Ratschläg zur Abhilfe:

1. unten offene Bojen mit Bleirand benutzen, da der Füllvorgang hier am schnellsten abläuft, wenn man die Öffnung vorher gut aufbiegt.

2. zusätzlich mindestens 1 bis 2kg Blei an den Halteschlaufen am unteren Bojenende befestigen. Das hilft der Boje, sich an der Oberfläche einigermassen aufzurichten.

3. Beim Befüllen der Boje - falls das aufgrund der Tauchumgebung möglich ist - festen Halt suchen und die Leine zunächst an einem Felsvorsprung o.ä. festmachen (umwickeln). Das gewährt eine ausreichende Füllung der Boje.

4. Bojenleine mindestens mit einer Reissfestigkeit von 40 bis 50 kg verwenden. Angelschnüre sind nach meiner Erfahrung ungeeignet. Wir haben die Bojenleine auch schon als Aufstiegsleine verwendet, wenn starke Strömungen waren. Dazu haben wir die Bojenleine an Felsen befestigt und uns beim Aufstieg daran festgehalten, um nicht allzu
weit abgetrieben zu werden.

5. An das Ende der Bojenleine eine Rolle befestigen. Plastikrolle, wie jene auf denen Angelschnüre aufgewickelt werden genügt. Das Herabfallen der aufgewickelten Leine kann mit einem wasserfesten Tape verhindert werden. Bei Gebrauch der Boje wird einfach das sichernde Tape abgezogen. Wer will, kann den Auftrieb dieser Rolle verhindern - mit etwas Blei, das man in der Mitte der Rolle unterbringt!
Sobald das Tape entfernt ist und die Boje aufsteigen soll, hält man die Plastikrolle so mit ihrer Achse Richtung Wasseroberfläche, dass die Leine wie bei einer Angel beim Wurf freigegeben wird.

boje-infl.jpg (29819 Byte)
2luftmaschen.jpg (71526 Byte) Einige hatten auch die praktische Idee, die Leine in Oma's Häkel-Luftmaschen zu legen. Dadurch wird sie kürzer, verwirrt sich weniger, und die Maschen lösen sich beim Aufsteigen gleichmäßig in "Luft" auf.
Allerdings..., beim Klönen auf dem Boot haben die Hände dann immer was zu tun.
Boje mit Sicherheitsgurt2boje-sicher2.jpg (22799 Byte)Wenn man die Boje mit bleibeschwerter Spule ergänzt, wie ich das getan habe, sollte man nicht vergessen, den schwächlichen Klettverschluss an der Tasche mit einem Sicherheitsgurt zu versehen (Fastex-Schnalle). Zumindest habe ich im Moment eine Tasche mehr als Bojen, da ich das anfangs versäumt hatte. Die Tasche mit beschwerter Boje hing am Jacket und ich sprang ins Wasser, wo es sehr tief war....
Den Gurt habe ich nur an einer kleinen Stelle an die Tasche genäht. Jetzt ham'er a Rua!

Wieviel Blei braucht der Mensch?
Jo Warner:
Faustregel: Alu-12 gegenüber Stahl-12 plus 2 kg Blei, da Alu-12, wenn ziemlich leer, ziemlich fies Auftrieb hat.


Helmut Hit. schrieb in tec@tauchen.de zur Inflatoratmung:
Ich hatte davon gehört, dass der Inflator als Notfallautomat funktioniert, wenn man den Ein- und Auslassknopf gleichzeitig betätigt. Bei meinen ersten Versuchen zeigte sich, dass es im flachen Wasser (5m) nicht so einfach ist, weil immer auch etwas Luft in die Blase geht und ich dann zusätzlichen Auftrieb bekam.
Man meinte, dass das normal sei und ich es einfach mal einige Stunden üben sollte.

Das habe ich nun gemacht - angefangen im Schwimmbad in vier Meter Wassertiefe und dann im Baggersee bei 10m Tiefe und 1m Sicht.
Vorneweg: Es funktioniert.
Allerdings sollte man es wirklich ein paar Stunden trainieren und dann möglichst auf jedem Tauchgang wiederholen.
Angefangen habe ich damit, dass ich alle Luft aus dem Wing gelassen habe, mich auf den Hallenboden gekniet und aus dem Inflator geatmet habe. Das hat zu einigen Hustenanfällen geführt und zum Erlernen des unheimlich schnellen Griffs zum Backupautomaten (man sollte ihn also um den Hals hängen haben). Dann habe ich festgestellt, dass ich meinen Inflator (ich benutze das Modell von Mares) wie einen Automaten ausblasen kann. Das hat unheimlich gegen die Hustenanfälle geholfen und auch die Tatsache, dass es nicht notwendig ist, wie wild an dem Inflator zu saugen - die Luft strömt auch von selbst in den Mund und man kann dann Wassertropfen herausfiltern, bevor sie in der Luftröhre für Reizungen sorgen.
Nachdem ich das ohne Probleme minutenlang machen konnte, war der nächste Schritt, mich langsam in Bauchlage sinken zu lassen. Das führt dazu, dass man schwerer Luft bekommt, da sich der Luftstrom jetzt mehr in Richtung Blase aufteilt. Es kommt aber immer noch genug an - zur Not muss man die Luft vorsichtig einsaugen.
Auf jeden Fall habe ich hieraus gelernt, dass es in einem Notfall eine gute Idee ist, den Oberkörper in eine möglichst senkrechte Position zu bringen.
Der Schritt, mich vom Boden zu lösen, machte die größten Probleme. In 3 - 4m Wassertiefe ist das Tarieren bei der Inflatoratmung nicht so leicht.
Die Lösung ist die:
(1) Drehe den Oberkörper so, dass der Mund einen möglichst hohen Punkt darstellt (entweder den Oberkörper anheben oder etwas auf die rechte Seite drehen).
(2) Betätige den Auslassknopf und verschließe die Inflatoröffnung mit dem Mund. Dadurch wird der Inflator ausgeblasen und man wird etwas negativ (evtl. auch noch etwas in den Inflator pusten, um die Wassertropfen auszublasen).
(3) Betätige ZUSÄTZLICH den Einlassknopf und atme vorsichtig ein.
(4) Einlassknopf wieder loslassen und etwas Luft ausströmen lassen, so dass der Auftrieb ausgeglichen wird. Wenn es nicht anders geht (zu viel Auftrieb), dann den Inflator aus dem Mund nehmen und nach oben halten, um den Auftrieb zu reduzieren - das ist aber meist nicht nötig.
(5) Auslassknopf loslassen und durch den Inflator ausatmen. (Das geht jedenfalls bei meinem - sonst durch die Nase in die Maske ausatmen. Dann sollte man auf jeden Fall eine Kopfhaube mit Loch drin haben - sonst sieht das recht drollig aus.
(6) zurück zu Punkt (3)
Nach etwas Übung funktioniert das Ganze hervorragend. Ich habe auch geübt, den Inflator mit der rechten Hand zu bedienen - auch das ist kein Problem. Natürlich habe ich keine echte Stresssituation damit bewältigt, habe aber jetzt das Gefühl, dass das jetzt kein Problem mehr darstellen sollte (aber das weiß man ja immer erst hinterher).
Ich denke, es ist eine gute Idee, aus allem atmen zu können, was verfügbar ist - zur Not eben aus dem Inflator oder auch einem blanken Flaschenventil.


altes.tauchen -> Technik --> Tips Letzte Änderung: 29.01.15