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Pendelatmer Delfin II - Klick vergrößert!

Delfin-Nachfolger, der PA60, Klick vergrößert! PA60-2, Klick vergrößert PA 61

PA 61/II, Klick zeigt Demontage

Delfin II, 1954-65
Pendelatmer, einst.
PA 60, 1955-1959
einstufig,
PA60-2, 1958-1959
zweistufig
PA 61, 1961-1971
einstufig,
PA 61/II, 1962-1971,
zweistufig
.
Die deutsche Firma Dräger gehört zu den weltweit traditionsreichsten Herstellern von Tauchtechnik. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde dort Technik für das Helmtauchen entwickelt und hergestellt. Dazu kamen dann später Tauchretter für U-Boote, schlauchunabhängige Helmtauchgeräte und Sauerstoff-Kreislauftauchgeräte, die auch schon für das Sporttauchen zur Verfügung standen (Delfin I). 30 Jahre lang, von etwa 1952 bis 1980 wurden dann u.a. Kompaktregler produziert, die hier zu sehen sind. Das Spitzengerät, das auch diese Linie abschloss, war der zweistufige Zweischlauch-Regler Duomat, von dem man auch schon eine 300-bar-Ausführung verkaufte. Ähnlich wie beim Mistral/Royal Mistral von La Spirotechnique gab es auch in der Dräger-Kompakt-Familie enge Verwandte. So ist der innere Aufbau des Reglers bei dem älteren PA 61/II und dem neueren Duomat völlig gleich. Der Duomat hat lediglich den weniger komplizierten und bei anderen Herstellern durchgesetzten Entenschnabel als Ausatemventil, flexiblere Schläuche und ein einfacher aufgebautes Mundstück.
Das Gehäuse des Duomat ist etwas eleganter und deutlich besser verchromt als das des Pa61/II.

Da all diese Verbesserungen sich wohl nicht auf das Atemverhalten des Reglers auswirken, das mich vor allem interessiert, habe ich mir 2008 aus den Überplanbeständen eines bekannten Sammlers den preiswerteren PA 61/II ersteigert, um den sagenhaften Dräger-Regler mal zu sezieren und zu beatmen.

Monomat - Klick zeigt Querschnitt

Monomat, 1971-1980,
einstufig

Duomat

Duomat, 1968-1980,
zweistufig

Dräger PA 61/II DIN

Grob demontierter PA 61/II

SeitenanfangDer äußere Eindruck

Da ich den Regler ohne Faltenschläuche und Mundstück (immer mit Richtungsventilen) bekommen hatte, ergänzte ich ihn durch ein Eigenbau-Mundstück aus PE (rechts zwei originale Mundstücke und darunter der Eigenbau) und sehr weiche Gasmaskenschläuche. 
Für diese Schläuche war es sehr gut, dass am PA61/II Spiralfedern als Knickschutz an den Schlauchstutzen eingesetzt werden, was ich zuvor nur von Bildern kannte. Das wirkt ohne Schläuche ein bisschen wie eine aufgeplatzte Sprungfedermatratze, scheint aber durchaus sinnvoll. Der Sinn der Faltenbälge in den leicht nach vorn gekröpften metallenen Schlauchstutzen ging mir dagegen ab. Konnte man bei Dräger keine Blechrohre biegen? ;-)) Zur Verchromung des Gehäuses, oder was immer das sein soll, sag' ich auch lieber nichts. Der Spannring reißt's dann wieder ein bischen raus, eine interessante Lösung aus zwei stabilen Halbschalen, die sich immer gut montieren lassen, obwohl man zwei Schrauben anziehen muss.
Für die  Unterschalen scheint man einen Restposten von Hundnäpfen aus der Nachkriegsproduktion günstig bekommen zu haben (der PA60 war hübscher). Die Oberschale mit dem separaten Ausatemraum macht da schon einen professionelleren Eindruck.
originale MembranDie Hauptmembran klemmt man einfach zwischen Unter- und Oberschale. Die Membran zentriert sich dann schon durch den Spannring. Aber vielleicht gibt's ja an der Originalmembran noch eine Führungsnut. In meinem Regler war keine originale drin, nur der oben mit abgebildete Eigenbau, der's aber problemlos tut.
schönes originales Mundstück aus Gummi
originales Mundstück aus Metall mit Schraubringen, wohl zur wahlweisen Nutzung mit einer VGM, Danke an abyssoblu.com!
Eigenbau-Mundstück aus PE
Die Membran des PA 61/II ist leider noch größer als die des Hydromaten (Durchmesser xx mm) und deshalb nicht durch die relativ gut erhältlichen für den Mistral/Aquamaster/Snark3 zu ersetzen.
Tip von Rainer L.:
Beim Dräger Pa 61/ll (meiner ist von 1963, die Membran der 2.Stufe von 1968) wird die Membran im Laufe der Jahrzehnte hart, der Automat atmet sich dann schwer. Hier hilft ausdauerndes Walken, um die Membran wieder für ein, zwei Jahre flexibel zu machen..
Inzwischen gibt es auch andere Bastellösungen, um die Membranen solide zu ersetzen

Der Regler hat keine weiteren Ports, sodass man ihn für heutiges Tauchen wohl am besten durch einen Zweitregler am T-Stück ergänzt. Der DIN-Anschluss, der offensichtlich meistens standardmäßig genutzt wurde, ist sehr dicht am Gehäuse, sodass sich der Regler auch mit kleineren Flaschen gut verwenden lässt.

SeitenanfangDas herausragende äußere Merkmal des PA61/II ist aber sein Ausatemventil. Der Ausatemschlauch mündet in eine kleine Ausatemkammer, die durch die Oberschale des Reglers und eine separate eingelötete Kammer-Unterschale gebildet wird.

Ausatemraum von innen Einsatz und Abdeckung des Ausatemventils Ausatemventil
Die Ausatemluft gelangt von dort durch ein Ausatem-Flatterventil und einen Dom mit Lochkranz direkt nach außen. Diese Prinzip gibt es bei anderen Kompaktreglern auch, z.B. beim Snark 3 von Nemrod (hierbei allerdings erst durch den Raum der Oberschale). Beim PA61/II ist die Scheibe des Flatterventils allerdings aus Glimmer, einem sehr leichten, steifen und planen Material.
So etwas hatte ich vorher nur bei sowjetischen Rebreathern gesehen. Das Ventil sollte leichtgängiger und wesentlich pflegefreundlicher sein als die üblichen Entenschnäbel oder Gummi-Flatterscheiben, mal sehen.

Die Innereien des Reglers

Demontage und Montage des Reglers sind sehr einfach und können adäquat erfolgen wie beim Hydromaten.

Der zweistufige Regler im Inneren bietet im Vergleich mit den Generationskollegen kaum Besonderheiten, er ist robust und fehlertolerant aus einem Block gefräst - fast russisch ;-)).

Zweistufiger Regler
pa612i.jpg (106567 Byte) pa612-2nd-expl.jpg (51701 Byte)

SeitenanfangInteressant ist die mit einfachen Mitteln schwimmend realisierte Aufhängung der gegen den Druck dichtenden Ventilscheibe der zweiten Stufe (12), die sich Abnutzungen des Ventilkraters und des Hebelsystems gut anpassen dürfte.

Gut ist auch der Konterring für die Fixierung der Mitteldruckeinstellung (16), Mitteldruck 4,8 bar. Damit spart man sich die sonst übliche Gewindeverlackung nach erfolgter Einstellung.

Der Ausatemwiderstand scheint etwas geringer als bei den Entenschäblern. Das muss ich aber nochmal genauer beobachten.

Duch die fehlenden MD- und HD-Ports büßt er im Ansehen gegenüber dem neuen Hydromaten und dem Snark 3 etwas ein und wird so wohl seltener eingesetzt werden.

pa612m.jpg (60951 Byte) pa612-hp-expl.jpg (47650 Byte) pa612o.jpg (47071 Byte) Das Ventil der zweiten Stufe ist im Gehäuse gegenüber dem Einatemstutzen um etwa 45° verdreht. Ich kapiere nicht, warum bei vielen der Kompaktregler die Injektorwirkung (wenn Ventil direkt vor der Öffnung) verschenkt wird. hatte man Angst vorm Hängenbleiben (abblasen) des angeatmeten Ventils, wie das beim Mistral manchmal vorkommt? Aber dies hier ist ein zweistufiger Regler.

Tja ... den Rest werden wir mal sehen, wenn ich ihn im Wechsel mit meinen anderen kompakten etwas öfter getaucht habe.

SeitenanfangBei einem ersten Probetauchgang auf 20 m im kalten Steinbruch hat er sich sehr gut benommen, hatte einen weichen Einsatz wie der Hydromat.
Luft kommt genug, aber (subjektiv) etwas schwerer als vom Mistral und vom Hydromaten.

pa612n.jpg (47660 Byte)

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Letzte Änderung: 28.01.15

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