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Verbesserungen (?) an Kompaktreglern


Mundstück selbst bauen Schlauchgewichte Inflator-Anpassung Bailout-Mundstück
Schalldämpfer Injektor

Mundstück-Stopfen
Das Mundstück eines Zweischlauchautomaten bläst naturgemäß ab, wenn es im Wasser höher kommt als der Regler (und man es nicht im Mund hat). Das passiert, wenn man aus dem Zweitautomaten atmet und das Mundstück aufsteigt und vor allem, wenn man an der Oberfläche auf dem Rücken schwimmt
Mundstück-Stopfen, Klick vergrößert!

Das Aufsteigen lässt sich schon mal etwas einschränken, indem man Schlauchgewichte einsetzt.
Ideal ist das Abblasen zu verhindern mit einem Verschluss-Schieber, wie er an Mundstücken von Rebreathern zum Einsatz kommt.

Mundstueck-Stopfen
Wenn man aber das originale Mundstück weiter verwenden und Abblasen vermeiden will, ist so ein einfacher Stopfen eine gute Möglichkeit. Meiner ist aus 8-mm-PVC ausgesägt und an den Kanten abgerundet. Er ist so geformt, dass die Bisswarzen beim Einstecken ''einrasten" und ihn so noch zusätzlich festhalten. Den Stopfen sollte man für jedes Mundstück passend anfertigen, damit er fest sitzt. Die richtige Form ermittelt man am besten zunächst mit einem Stück Pappe, das man entsprechend zuschneidet.
Am Mundstück wird der Stöpsel mit einer Schnur befestigt, damit er immer zur Hand ist. Beim Tauchen hängt der Stopfen so kurz unter dem Mundstück und stört überhaupt nicht.

Es gibt unterschiedliche Meinungen, ob man so einen Verschluss braucht. Ich habe hier mal einige zu Wort kommen lassen.

Entenschnabel befestigen nach VDHSeitenanfangBefestigung des Entenschnabel-Ventils

Wenn in einem Kompaktregler ein sogenanntes Entenschnabel-Ventil als Ausatemventil eingesetzt wird (Mistral, Hydromat,...), wird dies üblicherweise in den Stutzen des Ausatemschlauches gesteckt und nach außen umgeschlagen.
Die (heute wertvollen) Faltenschläuche lassen sich zur Trocknung oder Pflege an drei von vier Enden problemlos von den bzw. auf die  Regler- bzw. Mundstückstutzen ziehen bzw. stecken (wenn mit Schraub- oder Klemmschellen befestigt). Am vierten Ende, nämlich dort, wo das Entenschnabel-Ventil umgeschlagen ist, macht das Probleme, weil man meist den dünnen Gummi des Entenschnabels mit verschiebt. Deshalb war das früher oft festgeklebt, was aber wiederum die Pflege des Ausatemventils erschwert. VDH schlägt darum z.B. vor, den Schlauch des Ventils zu kürzen und den nun kurzen Umschlag mit Bindegarn (Polyesterseide) zu befestigen (siehe Bild rechts). Das ist immerhin besser als Kleber, aber das Abbinden ist doch verhältnismäßig aufwändig, vor allem, wenn's in der Hektik auf dem Boot doch mal runtergerutscht ist und neu befestigt werden muss. Außerdem bleibt der Stutzen durch die Gummiwulst nachwievor dicker als die anderen drei.
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Ich habe nun den Schlauch noch etwas weiter gekürzt und ihn garnicht umgeschlagen und presse einen dünnen Ring aus PVC in den Stutzen, der den Schlauch des Ventil fest andrückt.

Der Innendurchmesser des Ausatemstutzens wird dadurch nur unwesentlich verringert, eine Erhöhung des Ausatemwiderstandes war nicht spürbar.
Der Ring ist innen glatt, hat aber außen einen umlaufenden Steg, der als Anschlag beim Einstecken dient.
Er wird mit Stufenbohrer und Kreisschneider (von beiden Seiten) einfach aus 10-mm-dickem PVC ausgeschnitten und mit der Feile geglättet, optimal in der Drechsel- oder Drehbank oder ersatzweise auf einem Holzdorn in der Ständerbohrmaschine.
Beim Einstecken in den Schlauchstutzen muss man allerdings sehr vorsichtig sein. Die meisten haben innen einen scharfen Grad, den man nicht beseitigen kann, ohne die Verchromung zu verletzen. Also lässt man's. Er ist aber bestens geeignet, um das dünne Silikongummi zu zerschneiden.
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Duckbill-Klemme im HornDeshalb bin ich auf eine mir noch besser erscheinende Lösung verfallen (Bild rechts).
Ich nehme ein Rohr aus PVC o.ä., das einen etwas größeren Außendurchmesser als der Innendurchmesser des Ventilgummis im Ausatemhorn hat (man könnte auch Flachmaterial erwärmen und um einen runden Dorn geeigneten Durchmessers biegen).
Das Rohrstück wird auf die Länge des zylindrischen Rohrstücks des Horns zugeschnitten und längs etwa 2-3 mm geschlitzt.
Den Entenschnabel kürzt man ebenfalls auf die Länge des Horns, und das geschlitzte Rohrstück wird in das Horn eingeführt. Beim Loslassen presst es den Gummi an die Innenwand des Horns. Nach außen steht nichts mehr vor, sodass der Ausatemschlauch problemlos aufgesteckt oder abgezogen werden kann.
Der Gummi muss so fest klemmen, dass das Ventil auch bei ev. verklebtem Entenschnabel durch den Ausatemdruck nicht aus dem Rohr gezogen werden kann.
Wenn sich das durch das geschlitzte Rohrstück nicht erreichen lässt, kann man zusätzlich noch einen 2-3-mm-dicken rechteckigen Streifen einschieben, dessen Breite genau auf den notwendigen Anpressdruck abgestimmt ist. Dann bewegt sich nichts mehr. Die wirksame Durchlassfläche bleibt immer noch wesentlich größer als die im Ausatemventil des Mundstücks.


Ersatz für den Entenschnabel

Duckbill-Eliminator von Bryan, Klick vergrößert! Bryan von VDH hat sich eine andere Lösung für das Entenschnabel-Ventil- Problem einfallen lassen, den duckbill eliminator (dbe).
Er führt den Ausatemstutzen in den Regler hinein fort und setzt in die Mitte des Reglertopfes ein normales Flatterventil.
So ist es prinzipiell auch in anderen Reglern schon realisiert, beispielsweise im Snark III von Nemrod (rechts) oder im Dräger PA 61/II.

Der Rohrfortsatz wird in den Ausatemstutzen mit Silikon eingeklebt und kann dort verbleiben, die Anordnung ist wartungsfrei. Der Faltenschlauch lässt sich so, wie bei meiner Lösung auch, besser auf den Ausatemstutzen ziehen.
Ausatemventil des Nemrod Snark III
Der dbe passt perfekt im Mistral und Royal Mistral, in der Oberschale vom MEDI (links oben) und ... Ob ein geeigneter rechteckiger Ansatz im gewünschten Regler vorhanden ist, sollte man natürlich vorher mal ansehen.
Von außen sind dann keine Unterschiede vom Original zu sehen, so dass auch die wahren Sammler kaum etwas dagegen sagen können.
Vor allem, wenn man Mundstücke ohne Richtungsventile verwendet (bei Mundstücken mit solchen Ventilen wird es wohl nicht passieren), hat der Duckbill-Eliminator einen kleinen Fehler in der Konstruktion, siehe Bild links:
Das Flatterventil wird beim Einatmen in den Ventilteller hineingezogen, kommt von allein u.U. nicht wieder frei und wird dadurch undicht, da der Speichenabstand zu groß ist.
Ich habe daher zwei Ms- oder Bronzedrähte als zusätzliche Speichen eingefügt. Damit passiert das nicht mehr.

Entenschnabel oder Flatterventil?
Die Meinungen in der Vintage-Scene, ob Tellerventil oder Entenschnabel besser sei, gehen ein bisschen auseinander. Die Handhabung und Wartungsfreiheit des dbe sind unbestritten besser, aber wie ist es mit dem Ausatemverhalten?
Searat hat dazu 2011 einen Beitrag im VSD-Forum geschrieben. Ich hab' in Strömungsmechanik immer nicht aufgepasst, kann man Wasser und Luft so einfach vergleichen?
Luiz, der Entwickler des Phoenix, hat im VDH-Forum 2013 auch Ventile verglichen, was mir wegen der relativ objektiven Messwerte besser gefällt.
Aber immer noch geht probieren über studieren, der subjektive Faktor ist hier ziemlich groß.Seitenanfang


Eigenbau duckbill eliminator

Der dbe kostet immerhin $18. Nicht nur deswegen reizt es, ihn auch selbst zu bauen.
Ich nehme dazu Stangen, in denen ICs oder Fassungen für diese transportiert werden (links oben). Es gehen aber auch z.B. Kabelschächte aus dem Baumarkt, nur sind die nicht durchsichtig.
Es werden entsprechend lange Stücke von der Stange abgesägt und an einer Seite mit dem gleichen Material z.B. mit UH. Allplast zugeklebt. Die Länge sollte man so wählen, dass im eingeklebten Zustand der Durchmesser der darunter liegenden Hauptmembran mittig zwischen den beiden Ventiltellern durchgeht (bei nur einem Ventilteller durch sein Zentrum). Damit erreicht man die geringste Lageabhängigkeit des Austatemwiderstandes.
Je nach Größe der Tellerventile, die man noch rumliegen hat, nimmt man ein oder zwei davon und bohrt die entsprechenden Löcher, die man gut entgratet. Besonders gut machen sich natürlich Teller mit angewinkeltem Rand, flache Plättchen dichten hier eher schlecht.
Genau wie das schwarze Vorbild werden die Stangen dann mit Silikon in den Ausatemstutzen eingeklebt.
Einen Unterschied im Ausatemverhalten gegenüber dem Vorbild konnte ich nicht feststellen.

2inflator3.jpg (1419703 Byte) Verlegen des Inflators

Bei meiner Wing-Blase liegt der Inflator-Einlass standardmäßig auf der linken Schulter. Da ich die  Faltenschläuche der Kompaktregler mit Gewichten versehen habe, liegen auch die Schläuche leicht auf den Schultern. Bei Kopfbewegungen kollidierte der linke Faltenschlauch immer mit dem Inflatoreinlass, auch, wenn der nur ein Knie ohne Auslassventil war.
Ich verlegte darum den Inflatoreinlass an den Blasenzugang rechts unten, wodurch auch der MD-Schlauch für den Inflator sehr eng an der Wingblase geführt werden konnte.
Dazu wurden der ursprüngliche Faltenschlauch des Inflators und der Seilzug für das Auslassventil stark gekürzt und an das Mundstück des Inflatorkopfes ein weiterer Faltenschlauch angeflanscht. Dieser wird am rechten Schultergurt so hochgeführt, dass das Ende, das mit einem manuell verschließbaren Mundstück aus einem anderen alten Inflatorkopf versehen ist, mit dem Mund erreichbar ist. Damit er nicht stört, ist er nach unten umgeknickt, kann im Bedarfsfall aber problemlos nach oben gezogen werden (Gummischnur).
Der Füllknopf des Inflators ist mit der rechten Hand problemlos erreichbar, der Ablass rechts unten bleibt funktionsfähig, und das Wing kann zur Not mit dem Mund aufgeblasen oder aus ihm geatmet werden.
Diese Anordnung hat sich in zwei Tauchurlauben bewährt, ich kann nicht erkennen, welche Gefahren hier noch lauern könnten. Meine Buddies müssen natürlich immer über die Lage des Inflators informiert sein.
Trotzdem, ich möchte vor dieser Veränderung am Jacket warnen, sie sollte von niemandem nachgemacht werden!

ME§DI lackiert Korrosionsschutz Kompaktregler
Die Gehäuse von Kompaktreglern sind entweder aus verchromtem Messing, Edelstahl oder auch schon aus Plastwerkstoffen (z.B. Delrin).
Vor allem bei ersteren ist Korrosionsschutz ziemlich wichtig, da die Chromschicht bei den älteren Teilen oft verletzt ist, zumal im Inneren, wo die Chromschicht sehr oft erstaunlich dünn ist. Eine Neuverchromung, wie sie bei den Auto- und Motorrad-Veteranen üblich ist, wäre das Gegebene und wertet das Teil erheblich auf. Sie ist aber teuer und bei den relativ dünnwandigen Gehäusen auch problematisch, da die alte Chromschicht mechanisch entfernt werden muss, was der Form oft nicht gut tut.
Edelstahlgehäuse wie (teilweise) beim Hydromat sind zwar durch die Korrosion nicht bedroht, werden bei Einsatz im Seewasser aber sehr unansehnlich.
In beiden Fällen kann man das Problem umgehen, wenn man einen festen Farbanstrich aufbringt. Um Nostalgiker nicht zu erschrecken, beschränkt man das auf das Innere. Ich nehme dafür Alkydharzlack, den ich einfach mit dem Pinsel auftrage. Man muss aber vorher grundieren, sonst hält der Lack auf dem Metall nicht. Außerdem sollte man dann viele Tage ablüften lassen (Tauchpause aussuchen), um nicht sein Aroma beim Atmen zu genießen. Die Pflege der Regler wird dadurch erheblich erleichtert.

Im Oberdeckel des Nemrod Snark III (links) ist z.B. eine Lötnaht, die sehr unzureichend verchromt ist. Nach Salzwasser-Tauchgängen sah das immer schrecklich aus. Mit ein bisschen Grundierung und Lack war das erledigt.

Nemrod-Oberschale mit Lackeintrag

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Letzte Änderung: 09.11.14