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Mistral Gagnant
SUBAQUA N°198 - 01/02 2005
Funktionsprinzip Mistral Un Mistralopithèque

mistral-neu0.gif (28423 Byte) Le Mistral Neuf

2007
hatte ich endlich mal Gelegenheit, den z.Zt. einzigen produzierten Kompaktregler probezutauchen, den (seit 2004 immer noch) neuen Mistral von Aqualung.
Für diesen Automaten, der natürlich das CE-Zeichen trägt, der also wie seine zweigeteilten Brüder die EU-Norm erfüllt hat, wurden zwei bekannte Stufen eines 1-Schlauch-Reglers mechanisch miteinander verbunden, wobei das Gehäuse der zweiten Stufe entsprechend neu gestaltet werden musste. Die halbherzige Zielstellung scheint vor allem gewesen zu sein, die Ausatemblasen nach hinten zu
verlegen, um Taucher näher an scheue Fauna heranzubringen. Für das seit 60 Jahren schwerwiegenste Problem des Kompaktreglers, die Lageabhängigkeit des Einatemwiderstandes, wurde keinerlei erkennbare Lösung versucht, schade! Also doch eine Schnellschuss-Entwicklung?

Wie macht sich der neue Mistral aber so?
- Der Regler sieht solide und gut verarbeitet aus. Der Gummi-MD-Schlauch wirkt allerdings drangebastelt und verletzlich.

- Durch das Übereinandersetzen der beiden Stufen und den 300-bar-Anschluss ist der Regler sehr tief, was bei Geräten ohne Schrittgurt schon mal einen Stupser am Hinterkopf verursacht.

- Inflatorschlauch, Octopus und Finimeter lassen sich problemlos anschließen, was einen wesentlichen Vorteil gegenüber den älteren Kompakten darstellt.

- Konstruktiv hat man IMO einen Vorteil der alten Kompakten für die geringe Neigung zur Vereisung verschenkt, die Wärmekopplung über das Metall des Gehäusese von warmer Ausatemluft zur ersten Stufe. Aber die EU-Norm wurde ja erfüllt :-)
Seitenanfang- Brutal ist der starke Auftrieb des Mundstücks, bedingt durch die großen Volumina der Schläuche und des Mundstücks selbst. Ein kleineres Mundstück (siehe alter Royal Mistral) und dünnere Schläuche, dafür mit glatter Innenseite, hätten wohl kaum den Einatemwiderstand merkbar erhöht. Das Mundstück ist einfach zu leicht und müsste mit Ausgleichsgewichtsringen versehen werden.

- Das Atemverhalten des Mistral ist sehr angenehm. Er atmet sich leichter als der MEDI oder der alte Mistral, und der Einfluss der Lage (überkopf bis stehend) ist nicht ganz so stark wie bei diesen Reglern, aber noch deutlich merkbar.

- Sehr ungünstig bzw. offensichtlich garnicht gelöst ist die Blasenzerstreuung nach dem Ausatemventil. Es blubbert wie aus 'nem Ofenrohr. MEDI und alter Mistral sind schon ohne Schalldämpfer deutlich hochfrequenter und damit leiser und mit Schalldämpfer natürlich nicht zu toppen. Unverständlich, dass man bei einer Neuentwicklung auch dafür scheinbar nichts getan hat.

Insgesamt gesehen würde ich jedenfalls mit dem neuen Mistral tauchen (nachdem ich an Mundstück und Ausatemblasen etwas herumgebastelt hätte ;-)), zumal gegenüber dem Listenpreis schon ein erheblicher Preisverfall eingetreten ist (bei ebay schon für 250 Euro gesehen). Aber ich hab' ja MEDI ;-))
.

SeitenanfangDie Meinung von Chris, der mit einem Mistral 2 taucht:

Hallo Tauchkollegen,
da ich mittlerweile bandscheibentechnisch ein halbes Wrack bin, muß ich dem Hardcoretauchen leider entsagen.
Schweren Herzens habe ich mich von meinen Poseidon Reglern getrennt, da meine Lieblinge bei Nichtgebrauch dazu neigen nicht mehr richtig zu funktionieren. Ist mir bei stetigem Gebrauch nie passiert. Cyclons wollen arbeiten ;-)
Kurz und gut..... was dabei rausgekommen ist könnt ihr hier nun lesen.
Der Aqualung Mistral die Wiedergeburt einer Taucherlegende. Ein Zweischlauchautomat auf modernster Basis. Wichtig in unseren Breiten - absolute Kaltwasser Tauglichkeit.
Schöner Nebenefekt - mein "Reservecyclon" funktioniert an der 1. Stufe des Mistral problemlos. Oktopuskauf entfällt somit.
Ich las viele Berichte im Netz. Viele negative aber auch viele positive Berichte.
Als UW- Fotograf war ich natürlich gierig auf diesen Automaten. Keine Blubberblasen mehr um die Nase - ein Traum!
Wie der Zufall es wollte, für einen guten Preis einen Mistral bei Ebay ersteigert. Heute nun der erste Tauchgang in der 3°C warmen Ostsee. Als Poseidon Cyclon 5000 Taucher bin ich, was den Atemkomfort angeht, nicht sonderlich verwöhnt.
Also, angerödelt, Flasche so weit hoch geschoben das ich noch bequem hoch gucken kann und ab in die Fluten.
Was soll ich sagen, er ist zwar gewöhnungsbedürftig aber was ich in den negativ Berichten las traf definitiv nicht zu!
Der Einatemwiederstand war nicht höher wie bei meinem Poseidon.
Spürbar zwar aber für mich nicht ungewöhnlich. Keine Spur von saugen müssen oder Ähnlichem, wie man es immer wieder liest.
Schnelles Ausatmen, langsames Ausatmen, alles in bester Ordnung. Jemand schrieb, beim langsamen ausatmen würde Wasser an der Membran vorbei in das Mundstück eindringen. Nichts von dem.
Dann ab in die Rückenlage.... boahhhhh Luft ohne Ende. Wie oft taucht man auf dem Rücken? Seitenlage, kein Wiederstand spürbar. Dadurch, dass die Luft im Einatemschlauch expandiert und sich verteilt, ist sie nicht mehr sehr kalt. Angenehm !
Blasen im Gesicht.... NULL und das Blubbern kommt von hinten :-) Nein, nicht durch die Halsmanschette!
Die Bewegungsfreiheit des Kopfes ist durch die dicken Schläuche nicht beeinträchtigt. Auch die Befürchtung des Auftreibens, wegen der Luft in den Faltenschläuchen, traf nicht zu.
Den Lippenschutz fand ich bei 3°C sehr angenehm. Er deckt sowohl Ober-, als auch Unterlippe ab, so dass zwischen Nase und Oberlippe nur noch ein Streifen Haut frei ist.Sonst brennen mir bei der Temperatur immer die Lippen. Diesmal nicht.
Außerdem wird die einzige Stelle, wo man sonst liebend gerne von Feuerquallententakeln geknutscht wird, komplett verdeckt. Ideal für die Ostsee.
Das Mundstück hat eine Gaumenplatte und ist sehr bequem. Wenn das Mundstück korrekt eingestellt ist, der Sitz läßt sich auch unter Wasser korrigieren, braucht man nicht einmal zubeißen. Es hielt bei mir perfekt zwischen den Lippen ohne Druck auszuüben. Außerdem sieht das Teil einfach GEIL und martialisch aus! ;-)
Mein Fazit - toller Regler aber sicher nicht besser wie viele andere Regler.
Die verwöhnten, untrainierten Warmwasserplantscher und unsportlichen Urlaubsrudeltaucher sollten lieber bei ihren 0,1 Joule Reglern bleiben und sich aufblasen lassen, sonst bekommen sie noch einen Lungenkrampf. Ich bin jedenfalls nach den ersten 45 Min. in der eisigen Ostsee angenehm überrascht.
+ keine Blasen im Gesicht
+ hohe Vereisungsstabilität
+ bequemes Mundstück
+ "vorgewärmte" Einatemluft
+ Ausatemwiederstand kaum spürbar
+ supergeiles Aussehen :-)
- Einatemwiederstand lageabhängig
- keine Luftdusche (immer mit Oktopus tauchen)
- Packmaß + Gewicht
SeitenanfangGruß, Chris


Und nochmal Chris an anderer Stelle:

Habe die alten Automaten nicht getaucht und kann daher nicht vergleichen aber trotzdem hier mal mein persönlicher Eindruck vom neuen Mistral:
Mundstück mit Schläuchen sehr angenehm zu tragen. Der Einatemwiderstand ist stark abhängig von der Befestigungshöhe der Flasche am Jacket. Die erste Stufe sollte so nah wie möglich in Höhe des Mundes sein.
Der Widerstand ist etwas höher als bei meinem Poseidon-Regler, für Leute, die an sehr niedrige Widerstände gewöhnt sind, bestimmt unkomfortabel. Ich persönlich finde es für mich OK und kann gut damit leben.
Ausatemwiderstand = 0.

Wie Du es sicher kennst - je weiter ich mich mit dem Rücken Richtung Grund drehe, umso mehr Luft gibt der Automat
ab, genau entgegen den Einschlauch Automaten.
Die Luft empfinde ich als wärmer als aus einem Einschlauch Automaten. Warscheinlich, weil die Luft in den dicken
Schläuchen expandiert und nicht so schnell strömt.

Die erste Stufe ist wegen dem Gehäuse ziemlich gross. Mann muss gucken, ob die Kombination Jacket/Flasche genügend Platz hat. Blubbern hinter dem Kopf zum Fotografieren sehr angenehm!

Auschlaggebend für mich war auch, dass der Automat ziemlich vereisungssicher ist. Bei den Tests in 50m Tiefe hat man durch Abblasen nicht geschafft, den Automaten zu vereisen - reife Leistung

Im Winter der Mistral mit Vollgesichtsmaske - einfach nur gut :-)

Fazit = kein Automat für verwöhnte Taucher aber gute Verarbeitung, sehr gute 1. Stufe und bequem zu händeln.
Wäre der Einatemwiderstand etwas geringer, wäre es ein Topp-Automat. Ich würde ihn mir aber wieder kaufen!


Und noch eine Meinung von Patrice V., der auch Erfahrungen mit dem alten Mistral hat:

J'ai fait une dizaine de plongée avec le nouveau mistral et... il ressemble grandement à l'ancien.
Plus performant, c'est sur, mais les caractéristiques de base restent, c'est à dire tête en bas, il est dur, tête en l'air, il fuse...
Reste un embout très léger et confortable (une fois avoir bien réglé sa position... autrement il blesse les gencives), des tuyaux assez volumineux (plus que les anciens) qui ont tendance à remonter assez facilement de part leur volume d'air et n'étant pas équipés de petits lest comme sur les recycleurs.
Le bon positionnement de la stab sur le bloc est primordial pour un bon confort respiratoire car, suivant la hauteur du détendeur par rapport à la tête, la position de confort est différente (comme sur un ancien mistral).
A ne pas acheter pour ses performances, mais pour l'absence de bulles génant la vision... ou pour plonger différent.

Frappierende Übereinstimmungen... naturgemäß!


Meinungen im ScubaBoard zum Neuen Mistral


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Letzte Änderung: 09.11.14

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