Peter R. 2006 in d.r.s.t.:
Übrigens: Es heißt "Klobrille". Hast Du schon mal versucht, Deinen Kopf durch einen KloDECKEL zu stecken? Das tut sauweh!


Lothar: > Hallo KD-Liebhaber,
> von denen es ja offensichtlich hier einige ernstzunehmende gibt, sagt mal, was liebt Ihr an Euren Klodeckeln.  Ich habe tauchen ohne Tarierhilfe gelernt, dann ausgesetzt und bin im Jacket-Zeitalter wieder eingestiegen.
> Was ist also am Klodeckel (außer der stabilen Oberflächenlage und der Abgrenzung vom Fun Diver)?

Ralf C. K. 27 Apr 1999:
Bequemlichkeit, Sicherheit und Kaufpreis. Ich habe vor zehn Jahren tauchen gelernt. Damals waren Klodeckel noch üblich. Ich habe sie nie als unbequem empfunden. In der Regel bin ich schneller angezogen, als die anderen Taucher, mit denen ich unterwegs bin. Das kann natürlich auch damit zusammenhängen, daß ich mit meinen 240 Tauchgängen wesentlich mehr Übung habe als andere Taucher. Die meisten, mit denen ich im Urlaub tauche, haben deutlich weniger Tauchgänge. Die Flasche setze ich - schwuppdiwupp - über den Kopf auf (immer erst gucken, ob hinter einem keiner steht). Die meisten Jackettaucher, die ich (im Urlaub) sehe, brauchen für das Flascheaufsetzen Hilfe.
Entscheidend für meine Klodeckelanhänglichkeit sind aber zwei andere Punkte.
Ich bin in aller Regel der einzige mit einem Klodeckel, das heißt, auch an viel betauchten Plätzen immer leicht unter Wasser zu erkennen. Der Klodeckel ist gelb und damit auch uw gut zu erkennen und zu identifizieren. Und er hat einen Anschluß für eine Westenflasche. Irgendwie beruhigt mich dieser völlig unabhängig verfügbare Luftvorrat.
300 Mark für einen gebrauchten Klodeckel mit Inflator und Westenflasche schienen mir auch günstig. Ein gebrauchtes Jacket mit Westenflasche habe ich noch nie angeboten bekommen.

Rettungsweste 1963

Rettungsweste 1963

DDR-Eigenbau 1964
Oliver M.:
Ich war auch lange Zeit Klodeckeltaucher, und habe meine ersten Schritte UW auch noch in der Vorklodeckelzeit gemacht. Zum Auftauchen gabs im Zweifel Plastiktüten.
Ein Klodeckel hat UW den Vorteil, das die komplette Tarierung sozusagen "am Mann" ist. Du hast sowohl Blei als auch Auftrieb am eigenen Körper.
Die Flasche spielt eine untergeordnete Rolle. Selbst eine Doppel 10er ist UW einfach handzuhaben.
Sicherheitstechnisch ist die Möglichkeit zu erwähnen, an der Oberfläche seine Flasche einfach abwerfen zu können, ohne die Schwimmhilfe zu verlieren.
Ich hatte lange Jahre mit dem Material bei den Vorführungen im Tauchturm bei der BOOT Düsseldorf zu tun, da haben unsere Jugendlichen so ziemlich alles an Material in die Finger bekommen, was Rang und Namen hatte (bin seit ein paar Jahren nicht mehr dabei). Da haben wir gesehen, was an Jacketschrott über viele Jahre an den Taucher gebracht wurde. Erst als unsere Vorführer die AP-Valves Jackets in die Finger gekriegt haben, kam Freude auf.
Da haben sich sogar die letzten Klodeckelfans auf einmal für Jackets interessiert.
Ich bin durch die Erfahrung als Assi zum Jacket gekommen.
Wenn man sich um die ganzen Leutchen kümmern muss, bis die alle im Wasser sind, un dann noch als Leithammel vorne weg schwimmen soll, dann ist man hinterher soweit, das man mit Blei um den Bauch im Boot rumturnt, zum Schluss sich nur noch Flossen und Maske schnappt, das Jaket über Bord wirft, und hinterher. Anziehen geht auch beim Abtauchen. Eine Weste war da sehr hinderlich.
Inzwischen hat mein Jacket ein paar hundert Tauchgänge hinter sich, und die Abgrenzung zum FunDiver ist deutlich zu sehen ;-))))))
Ich finde Westen immer noch sehr gut, aber mein Jacket möchte ich nicht mehr missen.
typische Ausrüstung mit Klodeckel
Klodeckel Nemrod
Fenzy Spiro Nemrod Baracuda
Tarierweste Roya NavyFenzy im EinsatzKarl K.:
Für mich ist der Klodeckel ein reines Rettungsgerät, zum Tarieren brauche ich ihn nicht, da reicht entweder Lungentarierung oder es wird eh mit Trokus getaucht.
Damit wäre ein Jackadd (ohne Westenflasche und ohne Ohnmachstsicherheit) keinerlei Ersatz sondern nur unnötiger Ballast und Stömungswiderstand. Bei vielen Jackadds können auch Tragekomfort und die "Ausgeräumtheit" nicht mit dem klassischen KISS-Design konkurrieren.

Geschnürte Rettungsweste der Royal Navy

Zum Thema Jackadd und Tauchsicherheit gibt es einen Artikel von DAN etc. den man sich ruhig mehrfach durchlesen sollte:  Passive Selbstrettung
Weitere Argumente für mich sind Packmaß, Reisegewicht und die Tatsache das ich den "Klodeckel" wunderbar als "Kamerastativ" an der Wasseroberfläche und an Bord einsetzen kann.

Froschmann

Scubapro

Seatec

Buddy Arctic (aktuell)

Rettungskragen wird zur TarierwesteKlaus J.  Klodeckel? War: Suche Tips zum Kauf eines Jackets

Bequem. Das ist doch immer ein Argument?
Um's zu prazisieren, wenn Du einen Doppelblock mit guter Bebaenderung direkt aufm Ruecken hast, ist das besser an Land zu tragen und von wegen Stroemungswiderstand und Schwerpunkt im Wasser auch angenehmer.
Dummerweise passt dann kein Jacket mehr dazwischen ...
Wer als TT nur ueber den Anzug tariert, merkt auch von der Schwimmlage / Tarierlage der Weste nix.
Da ich hier meist trocken tauche, waere ein Jacket ein Schritt in Richtung unbequemer mit diesem Geraet.
Geld ist auch immer ein Argument.
Packmass (Trage + Weste) wenn man verreist, auch.
Signalfarben findet man bei Jackets, vom tekkigen Signalschwarz abgesehen, auch nicht so haeufig.
Auf'm engen Zodiac ist es einfacher, nur Flasche anzuziehen, als ein Jacket.

Der Rettungskragen wird zur Tarierweste

Seitenanfang Rettungswesten                          Helmut Keßner     POSEIDON 1963

Häufig wird das Tauchen nur als faszinierender Sport betrachtet und darüber vergessen, daß es nicht ungefährlich ist. An erster Stelle aber sollte auch im Tauchsport immer die Sicherheit stehen.
Einen guten Beitrag zu dieser Forderung leisteten französische Konstrukteure, als sie Rettungswesten entwarfen, die speziell für den Gerätetaucher gedacht sind, der längere Zeit unter Wasser zubringt.
Diese Westen sind aus gummierten Stoffen hergestellt und aufblasbar. Sie werden auf dem Körper oder dem Tauchanzug unter dem Tauchgerät getragen. Unaufgeblasen behindern sie die Bewegungsfreiheit beim Schwimmen und Tauchen kaum. Die Weste kann vom Taucher mit Ausatemluft aufgeblasen werden. Dazu befindet sich ein dünner Schlauch mit einem Mundstück und einem Rückschlagventil an der Weste. Bei Gefahr oder Schwächegefühl jedoch genügt das Offnen einer kleinen Preßluftflasche, die an der Weste in einer Schnürtasche befestigt ist. Das Luftkissen der Weste trägt den Taucher sicher zur Wasseroberfläche und hält seinen Kopf über Wasser. Ein Überdruck-Entlüftungsventil reguliert während des Aufstiegs den Druck und die Tragfähigkeit der Weste.

Selbstverständlich können die Rettungswesten auch während eines längeren Tauchgangs dazu benutzt werden, um an der Oberfläche nach Bedarf eine Ruhepause einzulegen.
Die Bilder zeigen zwei verschiedene Westen; die eine ist zur Verwendung bis 40 Meter Tauchtiefe, die andere bis zu 90 Meter Tauchtiefe zugelassen.
Man sollte den Wert der Rettungswesten weder unterschätzen noch ihre Verwendung belächeln, denn sie stellen einen wichtigen Sicherheitsfaktor dar und gehören zu einer vollständigen Tauchausrüstung. Es wäre deshalb angebracht, wenn auch unsere Industrie die Produktion von Rettungswesten für Taucher aufnähme.



1 - LKW-Winkelventil ohne Einsatz, aufgebohrt
2 - angenähte Schlauchhülle
3 - Motorradschlauch 3,25 X 16
     (wird durch Perlonschnur oval gehalten)
4 - Mundstück mit Ventil
5 - Preßluftflasche mit Anschluß
6 - Uberdruckventil
7 - Schrittgurtschnalle
SeitenanfangRettungsweste im Eigenbau    PETER SCHARF, POSEIDON 7/1970

Rettungswesten für Taucher haben nicht nur die Aufgabe, den Benutzer in Notfällen wieder an die Oberfläche zu bringen, auch Austarieren ist damit in jeder Tiefe möglich. Dies ist bei dicken Neoprene-Anzügen besonders wichtig. Wenn man an der Oberfläche richtig austariert hat und dann abtaucht, so steigt die Sinkgeschwindigkeit mit zunehmender Tiefe. Das Volumen des Anzuges wird durch den Wasserdruck geringer und somit auch der Auftrieb. Bestückt man den Ballastgürtel aber so, daß man in der Tiefe richtig austariert ist, kann man sich dort gut bewegen. Werden aber zum Schluß des Tauchganges geringere Tiefen aufgesucht, so ist es unmöglich, ohne einen festen Halt in bestimmten Tiefen zu bleiben, denn inzwischen sind ja drei bis vier Kilopond Luft veratmet worden - zusätzlicher Auftrieb.
Diese Probleme können mit einer Rettungsweste beseitigt werden. In jeder Tiefe ist durch Aufblasen mit dem Mund oder mit einer kleinen Preßluftflasche der gewünschte Auftrieb zu erreichen, wobei es notwendig wird, sich etwas Ballast mehr umzuhängen. Beim Auftauchen läßt man durch Betätigung des Atmungs- oder Uberdruckventils eine bestimmte Menge Luft aus der Weste. Im Notfall kann beim Aufstieg über den Schlauch die sich ausdehnende Luft geatmet werden. Das Uberdruckventil vermeidet ein Platzen der Weste beim vollständigen Aufblasen. Die Rettungsweste leistet bei Erschöpfung gute Dienste als Schwimmhilfe, da der Kopf über die Wasseröberfläche gehalten wird, eignet sich aber auch zum Bergen von Gegenständen und Mitführen von schweren Apparaturen.
Zum Selbstbau kann man einen Motorradschlauch, der in einer stabilen Zeltstoffhülle eingenöht wird, benutzen. Weiterhin benötigt man eine kleine Preßluftflasche mit Anschlußteilen sowie Atmungs- und Überdruckventile. Als Bauhinweise ist nebenstehende Zeichnung zu nutzen.

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Letzte Änderung: 29.01.15 Seitenanfang