.

Demontage LOOSCO

altes.tauchen -> Technik --> Kompaktregler--->

.

Querschnitt-Zeichnung Zeichnung von Loos & Co Artikel in der TH von J. Gompelman Regler-Anleitung

Herkommen, Geschichte und Funktion dieses Reglers sind in der Zeitschrift TauchHistorie 05 in dem o. g. Artikel von Jeroen Gompelman ausführlich dargestellt. Ich danke Jeroen auch für die Unterstützung bei der Wartung dieses Teiles hier.
Um es hier kurz zusammen zu fassen:
Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte der niederländische Ingenieur Jan van Buuren viele wichtige Druckregler zum Schweißen für den Über- und Unterwassereinsatz sowie medizinische Anästhesiegeräte. Das Unternehmen G.L. Loos & Co. bat ihn, Atemgeräte für den Einsatz unter Wasser zu entwickeln. Nach dem II.Weltkrieg wurden viele Menschen und Ausrüstung benötigt, um alle Häfen in Holland zu bereinigen. Loosco avancierte zum größten Anbieter von Ausrüstungen für diese Herausforderung. Zusammen mit seinem Lehrer Gilrath, einem deutschen Ingenieur und Mitarbeiter von Loos & Co, entwickelte Jan van Buuren den ersten zweistufigen Doppelschlauchregler für den niederländischen Markt: " Das Ei."
In den Jahren 1955/56 schuf Jan van Buuren das innovative kompensierte Regelventil, das die Grundlage für das gesamte "DIVE SAFE DIVER EQUIPMENT "der Firma Loos & Co bildete. Die ersten Regler mit dem Spitznamen "Loosco Ei" kamen im August 1957 auf den Markt.
Das Loosco-Ei wurde von der französischen Marine bis zu 150 m tief getestet und überraschte alle. Das "drucklose" Ventil arbeitete hervorragend.
Der Druck in der Hochdruck-Membrankammer, auf den über die Membran der Umgebungsdrucks wirkt, hängt hier nicht vom Mitteldruck ab. Die beiden Regelstufen können trocken bleiben, da der Wasserdruck nur indirekt über die Hauptmembran wirkt, was für die Vereisungssicherheit wichtig ist.

Der Atemwiderstand bleibt unter allen Bedingungen unterhalb von 20 mmWS.

Es gab drei leicht unterschiedliche Versionen des Reglers auf dem Markt:
V1 ist die Urform für das professionelle Tauchen mit Rollengewindeanschlüssen für die Schlauchstutzen.
Bei der V2-Version wurden Ringe zur direkten Befestigung der am Regler für die Tauchausrüstung vorgesehenen Gurte verwendet.

In der V3-Version wurden die Schläuche direkt in den Regler gesteckt, ohne Schraubkappen.
Als Mundstück wurde zunächst das kleine Metallmundstück links mit schraubbaren Metall-Schlauchstutzen eingesetzt, das aber ein ungünstiges Bissstück hatte.
Deshalb kamen später viele andere auf dem Markt befindliche Mundstücke zur Anwendung.

Der Loosco "Ei"-Regler wurde von 1957 bis etwa 1975 hergestellt. Leider ist über das Produktionsvolumen nichts bekannt.
Allerdings war er bis in die 1980er Jahre bei niederländischen Militär-, Berufs- und Freizeittauchern in relativ großer Zahl im Einsatz.

Alle Bilder mit dickem Rand von www.hydrogom.com

Nachdem ich lange nach einem bezahlbaren und gut erhaltenen Exemplar des Loosco Ei gesucht hatte, schwamm er mir dann 2019 wie oben links über den Weg. Ich bekam ihn mit einer sehr speziellen Brücke mit Reserveschaltung und Loosco-Finimeter, ohne Schläuche und Mundstück.

Der Ausatemstutzen fehlt. Er war durch eine Blindkappe aus Plastik verschlossen, was darauf schließen lässt, dass der Regler an einer VGM mit Ausatemventil betrieben wurde wie es bei den Atemgeräten der Feuerwehr (Bild oben) üblich war (Ventile nach unten).

Wie man schon aus der Querschnitt- Zeichnung oben sieht, ist der Regler relativ kompliziert aufgebaut und weicht auch erheblich von seinen Brüdern aus der Cousteau- Gagnan- Familie ab.
Die Brücke macht einen etwas handgeschmiedeten Eindruck, ist aber sehr solide.
Die Flaschenanschlüsse und auch der HD-Port des Reglers sind weder INT noch DIN (G 1/4") und müssen also für die heutige Nutzung angepasst werden, wobei ich nicht vorhabe, die Brücke einzusetzen, das Fini schon.
Den fehlenden Anschluss für den Ausatemschlauch hätte man wenig schön durch einen Gasmaskenschlauch mit Rollgewinde ersetzen können, glücklicherweise bekam ich aber noch einen Schlauchstutzen mit originaler gerändelter Überwurfmutter.
Nach der Entfernung der geschlitzten Ausgangskappe über die 3 Schlitzschrauben sieht man das Ausatem-Scheibenventil, das sich zur Not durch ein Flatterventil vom Dugbill-Eliminator von VDH ersetzen ließe. Den Halter des Ventils kann man leicht entnehmen. Darunter kommt der Ring, der dieSeitenanfang Hauptmembran festklemmt  und dann die Membran.

Die Hauptmembran ist relativ kompliziert geformt, wie ein Faltenbalg mit zwei Falten.

Ich war heilfroh, dass sie in meinem Exemplar fast wie neu war. Sie hat eine Edelstahlplatte zur Auflage für den Membranhebel.
Die Membran sollte sich bei Notwendigkeit (wohl kaum noch im Original beschaffbar) durch eine selbst geklebte  Topfmembran ersetzen lassen, auch wenn die dann nicht so schöne Falten hat. Den Hub sollte sie auch schaffen.

Das folgende Luftleitblech und der Membranhebel lassen sich leicht über je 2 Schlitzschrauben entfernen. Die Dichtung am Fuß des Hebels ist Metall auf Metall, dort sind also keine Probleme zu erwarten, solange sie intakt ist.
Die Dichtung erfolgt mit dem Druck. Gegen Mitteldrucksteiger ist ein Überdruckventil innerhalb des Blech-Eis in den Reglerkörper geschraubt, siehe Bild weiter unten, demontiert, neben der ausgebauten HD-Welle.
Nun wird's spannend!
Denn um den Reglerkörper aus dem Gehäuse entnehmen zu können, müssen der HD-Stutzen und der MD-Stutzen auf der gegenüberliegenden Seite raus.
Beide haben keinen Sechskant oder gar Inbus, um sie anfassen zu können, ähnlich blöd, wie die HD-Welle des MEDI-Hydromat.
Weil ich keine"russischen Methoden" anwenden wollte, z.B. Dreikant-Reibahle ins Loch schlagen und damit drehen, hab' ich lieber bei Jeroen nachgefragt und sehr schnell Rat bekommen, besten Dank.
Der kleinere MD-Stutzen lässt sich herausdrehen, indem man ihn mit dem Sechskant seiner Verschlusskappe im UZS (Uhrzeigersinn) dreht, also Linksgewinde.
Dieser Stutzen war beim Unterwasser-Einsatz für den Anschluss der Luftversorgung über Schlauch vorgesehen. Er enthält dazu auch eine Kugel, die je nach Druckunterschied von externer Luft auf interne Luft von "umschaltet".
Die MD-Welle dichtet im Reglergehäuse und an der Kappe nur Metall-auf-Metall. Deshalb sind die Gewinde fest angezogen.
Die Kontermutter drückt den Blechtopf an einen 0-Ring im Reglerkörper.

Wie man die HD-Welle heraus bekommt, zeigt das Bild links:
Man klemmt den Anschluss mit der Überwurfmutter an einem Ventil, so man hat, oder wie bei mir an dem Brückenanschluss bombenfest (vom Reglergehäuse gesehen im UZS).
Dann löst man mit SW20 die Mutter am Gehäuse (Linksgewinde!) und dreht sie einige Windungen Richtung Überwurfmutter.
Dann steckt man einen Maulschlüssel SW22 auf den Reglerkörper und dreht von der Überwurfmutter aus gesehen im GUZS. Die Dichtung ist Metall-auf-Metall und löst sich relativ leicht (wenn man weiß, in welche Richtung man drehen muss :-().Seitenanfang
Dann kann man den Reglerkörper problemlos entnehmen.

Ich habe danach nur noch die Membran der ersten Sufe kontrolliert und den Rest für die Fotos demontiert.
Wie die Kompensation in der ersten Stufe funktioniert, habe ich leider auch mit der Sicht auf die demontierten Teilen schon wieder vergessen. Wer mitdenken will, kann sich den Thread im HTG-Forum dazu nochmal ansehen:
https://t1p.de/8l73 

Jeroen (hydrogom.com) machte mich darauf aufmerksam, dass die Reglerteile oben (zusätzlich 2x Sinterfilteringe und 2x 0-Ringe) nicht dem ursprünglichen Loosco Ei entsprechen sondern aus dem Atemgeräte-Regler Airsafe3 für die Feuerwehr aus den 1980er Jahren stammen.
Für das Ei müsste es so aussehen wie im unteren Bild. Das werde ich also noch entsprechend ändern.

Das Ausatemventil war wirklich das einzige Teil (neben ein paar 0-Ringen), das ersetzt werden musste.
Das originale ist aus dickem Gummi, der über die Jahre auch noch hart geworden ist.
Man könnte ein Flatterventil von VDH nehmen. Bei mir tut's im Moment auch eine Scheibe aus Silikon-Gummi.

Der Zusammenbau des Reglers erfolgt in dem Beitrag zur Modernisierung des Loosco Eis


altes.tauchen -> Technik --> Kompaktregler --->

Seitenanfang

Letzte Änderung: 09.07.19