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Gagnan13

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Phoenix .
Als ich neulich meinen guten alten Spiro Club von 1995  (Bild rechts) ansah und überlegte, was man mit ihm noch machen könnte, fiel mir die (äußere) Ähnlichkeit mit modernen Baugruppen wie dem Phoenix (Bild links) auf, mit denen man Zweischlauchregler ergänzt, damit sie in heutiger Tauchtechnikumgebung einsetzbar werden (HP- und MD-Abgänge für Fini, Inflator, Oktopus usw.).

Also entstand die Idee, als kleine Etüde daraus mit einfachen Mitteln einen Zweischlauchregler zu bauen. Die erste Stufe des Spiro Club ist nicht gerade die modernste und leistungsfähigste, kolbengesteuert und unkompensiert. Aber wenn diese Übung gelingt, kann man ja auch über was Besseres nachdenken.

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Spiro Club

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Die erste Stufe bleibt nahezu unverändert erhalten und wird in die runde Grundplatte des Reglergehäuses mit einem Nullring eingeschraubt. In einen der MD-Ports wird ein Ansatzstück gedreht, in das wiederum mit 0-Ring-Dichtung das Ansatzstück für die Düse der zweiten Stufe gesteckt wird.
Die zweite Stufe baue ich aus Teilen des MEDI-Hydromaten auf, abgetrennter Düsenkörper mit Auflage für den Gabelhebel, Gabelhebel mit Feder und Kolben. Der Düsenkörper wird in die Grundplatte eingesetzt und mit einer Mutter auf dem eingelöteten Ansatzstück befestigt (0-Ring dazwischen).

Einzelteile des Gagnan13
eingesetzter DüsenkörperDie einzige Änderung an der ersten Stufe ist die, dass die Bohrungen für den Umgebungsdruck aus der Kolbenkappe,

Links der Düsenkörper mit MD-Ansatz

Zusatzteile

die ja innen im Reglergehäuse sein wird, in den Regler- Grundkörper verlegt werden. Die ursprünglichen Bohrungen werden zugelötet.

SeitenanfangIm rechten Bild sind erste und zweite Reglerstufe in die Grundplatte eingeschraubt und über den zweiteiligen Mitteldrucksteg miteinander verbunden.

Jetzt konnte der Regler einem ersten Trockentest unterzogen werden, und es zeigte sich wie erwartet, dass die 9 bar Mitteldruck des Spiro Club für die große Düse aus dem Hydromaten zu hoch sind.
Die Änderung des Mitteldrucks ist bei der einfachen ersten Stufe des Club eigentlich nicht vorgesehen. Man kann durch das Einlegen von Zwischenringen beim Einschrauben der Kolbenkappe (22) den Kolbenweg etwas verlängern und den MD dadurch senken. Das brachte aber nur etwa 0,5 bar. Ich wollte aber auf einen Mitteldruck von 7 bar kommen. Also wurde die Feder noch auf beiden Seiten um 0,5 mm abgeschliffen und der Kolben oben um etwa 1 mm abgedreht. Damit waren endlich 7 bar erreicht, und Düse/Kolben der zweiten Stufe arbeiteten einwandfrei.

montierte Reglerstufen
Reglerunterschale innenWie man an dem Bild oben rechts sieht, würde die Unterschale des Reglers im Verhältnis zum Durchmesser (120 mm) relativ hoch werden und damit den Regler plump wirken lassen. Ich habe deshalb die Seiten des Gehäuses (Kegelstumpf) ausgefräst, wie im Bild rechts zu sehen. Reglerunterschale
Das Gehäuse wurde wieder aus 10-mm-PVC-Ringen zusammengeklebt, wie schon beim Trieste hybrid dargestellt. Diesmal war es allerdings schwarzes PVC, was das Lackieren erspart. Da ich jetzt über eine Drehbank verfüge, konnte ich das Gehäuse dann rund drehen und eine Rille für einen Spannring (vom Hydromaten) einbringen.
Vor der Düse der zweiten Stufe, die in einer Aussparung in der dicken Bodenplatte sitzt, wird ein PVC-Rohr mit einem Durchmesser von 25 mm als Einatemstutzen in die Unterschale eingeklebt. Das Rohr wird später schwarz lackiert.
geöffneter ReglerDie Oberschale des Reglers wird genauso aufgebaut wie beim Trieste hybrid, also aus PVC-Ringen zusammengeklebt und mit einem Stutzen für den Ausatemschlauch versehen, der zwei Flatterventile um sein Zentrum herum beinhaltet. kompletter Regler von oben
SeitenanfangAn einen MD-Abgang wird noch ein 90°-Winkel geschraubt, damit der Inflator-Schlauch günstiger weggeht,

Schließlich habe ich für den Einatemstutzen noch eine Verstärkung aus Ms angebracht, da der Stutzen bei mechanischer Beanspruchung doch sehr gefährdet ist. Das hilft zwar beim Umfallen des Gerätes auch nicht, beruhigt aber etwas. Man kann nicht immer so ein rustikales Gehäuse wie beim MEDI-Hydromaten bauen.

Nun musste noch ein Name für die Kreation gefunden werden. Mir schien es sinnvoll, an den genialen, ingenieusen Partner des vigilanten Monsieur C. zu erinnern, Emile Gagnan, der immer etwas im Schatten stand, also Gagnan13, da der Regler 2013 entstand.

kompletter Regler von unten
Helene 09/2013 Ausprobieren musste ich den Regler natürlich auch. Gelegenheit dazu war im September 2013 im Helenesee bei Frankfurt/Oder. An meinem Doppel-4 mit Minimalausstattung hat er hervorragend funktionier, leichtes Ein- und Ausatmen. Beim Stehen im Wasser und auf dem Rücken schwimmend schiebt er aber noch etwas. Ich werde also den Mitteldruck doch noch auf 6 bar absenken. Luft kommt im Überfluss.
Außerdem werde ich die Brücke noch so verändern, dass der Regler besser in die Aussparung zwischen den Flaschen passt und das Gerät so flacher auf dem Rücken liegt, mal sehen ...

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Letzte Änderung: 09.11.14

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